NASA prüft Toyota-Rückrufe

NASA entlastet Toyota NASA entlastet Toyota

NASA prüft Toyota-Rückrufe

— 09.02.2011

Aufatmen bei Toyota

NASA-Experten haben im Auftrag des US-Kongresses die Unfallserie mit Toyota-Fahrzeugen auf Elektronikfehler untersucht. Das Ergebnis lässt Toyota wieder aufatmen.

(dpa) Der US-Kongress hatte eigens Experten der Raumfahrtbehörde NASA herbeigerufen, um die mysteriöse Unfallserie mit Toyota-Fahrzeugen (2009/2010) auf mögliche elektronische Fehler hin zu untersuchen. Jetzt ist offenbar klar: Elektromagnetische Störungen haben die Unfallserie nicht ausgelöst. Ein gegenteiliges Votum hätte nicht nur das Vertrauen in die Wagen erneut erschüttert, sondern wohl auch die nächste teure Rückrufwelle zur Folge gehabt. "Toyotas Probleme waren mechanischer Natur, nicht elektronischer", sagte US-Verkehrsminister Ray LaHood am 8. Februar 2011 in Washington. Er hatte zusammen mit dem Kongress auf die Untersuchungen gedrungen.

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Es habe nur zwei Gründe gegeben, wegen denen die Autos ohne das Zutun der Fahrer beschleunigt hätten, fuhr LaHood fort: rutschende Fußmatten und klemmende Gaspedale. Der japanische Hersteller zeigte sich in einer Stellungnahme erleichtert: Die Studie untermauere, dass die Autos von Toyota und der dazugehörigen Premiummarke Lexus sicher seien, sagte der nordamerikanische Qualitätschef Steve St. Angelo. Die restlichen Zweifel am elektronischen System dürften damit ausgeräumt sein.

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Toyota musste zur Jahreswende 2009/2010 rund acht Millionen Wagen wegen der beiden Defekte zurückrufen. Das Unternehmen ramponierte sein Image, die Verkäufe brachen ein, der Schaden ging in die Milliarden. Toyota musste überdies in den USA Strafen von insgesamt 48,8 Millionen Dollar zahlen, weil der Hersteller die Probleme nach Ansicht des Verkehrsministeriums nicht rechtzeitig gemeldet hatte.

Nach umfangreichen Tests seien seine Leute zu dem Schluss gekommen, dass die elektrischen Systeme bis auf wenige Sonderfälle einwandfrei gearbeitet hätten, sagte NASA-Chefingenieur Michael Kirsch. Und selbst in diesen Sonderfällen hätten die Wagen nicht ohne das Treten des Gaspedals auf hohe Geschwindigkeiten beschleunigen können. "Es gibt Sicherheitseinrichtungen, die ein ungewolltes Beschleunigen verhindern." Die Fahrer hätten in Stresssituationen oftmals schlicht das Gas- mit dem Bremspedal verwechselt, stellten die NASA-Ingenieure fest. Damit bestätigte sich ein Verdacht, der bereits im August aufgekeimt war, als erste Ergebnisse der insgesamt zehn Monate laufenden Untersuchungen an die Öffentlichkeit gedrungen waren. Die Experten hatten Dutzende Unfälle untersucht, bei denen auch Menschen umgekommen waren.

Die Studie stärkt Toyota den Rücken – zum einen bei den laufenden Gerichtsverhandlungen über Schadenersatz für die Unfallopfer und Hinterbliebenen. Zum anderen gegenüber der Politik: Insbesondere Verkehrsminister LaHood hatte Toyota mehrfach unterstellt, der Konzern verheimliche den wahren Grund für das ungewollte Beschleunigen. LaHood hatte die komplexe Elektronik der modernen Wagen im Verdacht. Toyota hatte dies von Anfang an zurückgewiesen. Nachdem Toyota seinen Massenrückruf wegen der klemmenden Gaspedale und rutschenden Fußmatten gestartet hatte, explodierte die Zahl der Beschwerden. Mehrere Tausend gingen bei der US-amerikanischen Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA ein, darunter auch Berichte über 75 schwere Unfälle. Nur zwei Unfälle hat die NHTSA nach eigenen Angaben aber mit den mechanischen Defekten in Verbindung bringen können. Fünf Menschen starben dabei in ihren Toyota-Autos.

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