NASCAR

NASCAR: Auftakt in Daytona

— 20.02.2016

Deshalb lieben die Amis NASCAR

Mit dem 500-Meilenrennen von Daytona stiegt in den USA der Auftakt der NASCAR-Meisterschaft. Die legendäre Strecke ist seit Wochen ausverkauft.

Mehr als 160.000 Zuschauer werden erwartet, mehrere Millionen werden sich das Spektakel via Fernsehen gönnen, auch in Deutschland wird das Daytona-500 (ab 17.55 Uhr auf Motorvision) zu sehen sein – der Saisonauftakt ist gleichzeitig der Höhepunkt der NASCAR-Saison. Nach wie vor ist die höchste amerikanische Stockcar-Liga bei den Amerikanern die mit Abstand beliebteste Rennserie. Aber warum?

Mit Danica Patrick zählt auch eine Frau zu den Stars der NASCAR-Szene

Die Fahrer:
Die Formel ist simpel – und sie funktioniert: Einfache Fahrer fahren auf einfachen Autos und einfachen Strecken vor einfachem Publikum. Einfache Fahrer also: In der NASCAR sind Aushängeschilder wie Daytona-Spezialist Dale Earnhardt jr. (41) unterwegs, der bis heute ohne Titel ist, aber seit Jahren der beliebteste Pilot im Feld – auch dafür gibt es in der NASCAR einen Award.  Egal ob Dale Earnhardt jr., Tony Stewart oder Kyle Busch – sie lassen sich nicht von den Medien verbiegen. Echte Typen mit Ecken und Kanten. An ihnen können sich die Fans reiben.

Die Autos: Einfache Fahrzeuge also. In der NASCAR sind nicht die Autos oder die Technik der Star, sondern die Fahrer. NASCAR-Boliden gleichen Straßenautos, mit denen sich jedermann identifizieren kann. Kein Hightech, sondern Uralt-Technik, die schon in den 60er Jahren verwendet wurde: V8-Motoren mit fast sechs Liter Hubraum. Macht 850 PS.

Das Spektakel: NASCAR ist für die Amerikaner das Symbol des Maskulinen: 40 brüllende Monster rasen mit mehr als 350 Stundenkilometer Rad an Rad eine Steilwandarena entlang – der Fan auf der Tribüne mit einem Logenplatz sitzt ganz nah dran.

Die Strecken: Die meisten Rennen der NASCAR werden auf Ovalstrecken ausgetragen – auf dem Papier ganz simple Strecken, die sich im Detail aber durch unterschiedliche Kurvenerhöhungen und Radien durchaus fahrerisch stark voneinander unterscheiden. Die Pisten erlauben den Fans einen Überblick über die gesamte Strecke und damit das gesamte Geschehen. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Man sitzt wie in einem Fußballstadium in einem geschlossenen Kessel. Das erzeugt eine einzigartige Stimmung.

Schluss ist erst, wenn nichts mehr geht: Dafür lieben die Amis ihre NASCAR-Rennen

Die Show:
Immer wieder wird die NASACAR mit dem Wrestling verglichen: Durchaus sportliche Ansätze, letztendlich aber doch nur Show und Unterhaltung. Umstrittene Gelbphasen durch fadenscheinige Gründe wie schmutzige Pisten, die Strecke überquerende Vögel oder kommerzielle Pausen halten das Renngeschehen bis zum Schluss offen und sorgen sportlich für einen gewissen Lotterie-Charakter. In der dritten NASCAR-Liga, der Truck-Serie, wird inzwischen die so genannte Caution-Glock erprobt:  Spätestens alle 20 Minuten gibt es eine Gelbphase, die das Feld zusammenführt und das Rennen damit spannend hält. Die Meisterschaft wird mit einem Playoff-System entschieden, bei dem für die letzten Rennen die Punkte der besten zwölf Fahrer wieder auf null gesetzt werden und alle dieselben Meisterschaftschancen haben.

Die Events: Das Rennen ist das eine. Die Partys, die Präsentationen und die Events rund um die Strecke das andere. Alles meistens kostenlos oder für geringe Eintrittspreise erhältlich.

Die Konkurrenzlosigkeit: Die Stärke der NASCAR-Szene begründet sich auch aus der Schwäche der anderen Rennserien. Die Formel 1 findet in den großen Tageszeitungen nur in den Randspalten statt. Die IndyCar war bis 1996 die führende Meisterschaft Amerikas, doch dann wurde sie in zwei Serien geteilt. Dieser Irrtum wurde erst 2008 wieder rückgängig gemacht – aber da hat der Siegeszug der NASCAR bereits Früchte getragen und die IndyCar die meisten ihrer Fans verloren.

Immer ein Spektakel: Voller Einsatz auf der Strecke und auch beim Boxenstopp

Das Verruchte:
Die wilde Gründungsphase hat bis heute seine spuren Hinterlassen: Die Szene gilt als etwas verrucht, was viele erst recht fasziniert. Die Gründung der NASCAR hängt eng mit der Prohibitionszeit zusammen, als Alkohol in Amerika verboten war. Das rief natürlich Schwarzbrenner auf den Plan, die Schmuggler beauftragten um ihre Erzeugnisse über das Land zu verteilen. Um beim Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei zu bestehen, wurden die Fahrzeuge getunt und nach und nach damit auch erste Rennen gefahren. Zunächst waren diese Stockcar-Rennen wilde Boxkämpfe mit Autos: Schießereien im Fahrerlager, zwielichtige Veranstalter und gefährliche Zustände – aber aus eben diesem Business erwuchs das heutige NASCAR-Imperium.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance

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