NASCAR

NASCAR: Jimmie Johnson ist Meister

— 21.11.2016

Der unbeliebte Rekord-Champion

Zwar profitierte Jimmie Johnson von einer Kollision, aber der Kalifornier ist zum siebten Mal NASCAR-Meister und in die Riege der Rekord-Champions vorgestoßen.

Die NASCAR-Saison 2016 endete mit einem Knall: Die Kollision zwischen Carl Edwards (Joe Gibbs Toyota) und Joey Logano (Penske Ford) machte die Bahn frei für Jimmie Johnson (Hendrick Chevrolet): Der 41-Jährige holte sich seinen siebten NASCAR-Titel und hat so mit den Legenden Richard Petty und Dale Earnhardt gleichgezogen. Ab dem kommenden Jahr will Johnson der alleinige Rekordhalter werden und Titel Nummer acht holen.

Der Crash zwischen Edwards und Logano ging auf die Kappe von Edwards. Der sich nach dem Rennen sofort entschuldigte, aber auch hinterherschob: „Hätte ich Joey einfach so vorbeigelassen, hätte ich nachts nicht schlafen können.“

Das sind die Fahrer in der NASCAR: Sie nehmen kein Blatt vor dem Mund, haben Ecken und Kanten – und sorgen für Stress und Crashs. Nur einer nicht: Jimmie Johnson. Das ist ein Grund, wieso der Kalifornier nicht die breite Fanbasis hat wie einst ein Petty oder ein Earnhardt. Johnson gilt als zu brav, ja man könnte fast sagen, als zu europäisch: Um 5.30 Uhr morgens beginnt sein Tag im Fitnessstudio, er gilt als eifriger Arbeiter, kann Autos perfekt abstimmen und ist immer smart, immer brav.

Richard Petty und Dale Earnhardt haben ebenfalls sieben Titel

Auch seine Herkunft hilft bei der Beliebtheitsskala nicht: Er kommt aus Kalifornien, also aus dem Westen der USA. Das eigentliche Herz der skurrilen Stockcar-Szene aber ist in den Südstaaten verankert, wo die NASCAR auch jahrelang exklusiv unterwegs war. Petty und Earnhardt wurden beispielsweise in North Carolina geboren.

Auch wenn Johnson vom Unfall der beiden Titelkontrahenten profitierte: Im Finale in Homestead bewies er auch, dass er nicht zu Unrecht Champion ist: Wegen eines Problems an seinem 725 PS starken Hendrick Chevrolet musste er von ganz hinten, also Startplatz 40 aus ins Rennen gehen – und siegte am Ende. Allein in der ersten Runde überholte er 15 Fahrer!

Für Johnson war es außerdem der 29. Sieg im so genannten Chase, dem NASCAR-Playoff. Es sind die seit 2004 ausgetragenen zehn Rennen pro Saison, in der die Titelkandidaten Runde für Runde ausgesiebt werden. Die 26 Rennen im Vorfeld dienen nur zur Qualifikation für den Chase – und hier schlägt dann Johnson gnadenlos zu. Zum Vergleich: Tony Stewart und Kevin Harvick sind im Chase am zweiterfolgreichsten und siegten bisher erst elf Mal.

Schafft Johnson Titel Nummer acht? Er ist 41 Jahre alt. Petty holte den siebten Titel erst mit 42 Jahren und fuhr danach noch 20 Saisons mit. Dale Earnhardt war bei Meisterschaft Nummer sieben 43 Jahre alt. Johnson selbst sagt: „Ich habe noch niemals meine Motivation aus den Zahlen und Statistiken gezogen.“ Dale Earnhardt verunglückte beim Daytona 500 tödlich. Richard Petty ist als Teambesitzer noch immer in der NASCAR aktiv. Zu Johnson sagt er: „Ohne das Equipment wäre er nur einer von vielen Fahren. Es ist immer die Kombination.“ Noch gilt Petty als der König der NASCAR: 200 Rennen hat er gewonnen, Johnson bringt es erst auf 79!
Klaus Graf erklärt die Faszination NASCAR

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Getty Images

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.