Nationale Plattform Elektromobilität

Rainer Brüderle Rainer Brüderle

Nationale Plattform Elektromobilität

— 30.11.2010

Deutschland muss Tempo machen

Die Nationale Plattform Elektromobilität sieht in ihrem ersten Zwischenbericht noch Verbesserungsbedarf – speziell bei den Akkus. Einer Kaufprämie für Elektroautos wird in dem Bericht eine Absage erteilt.

(dpa/sk) Deutschland droht ohne Milliardeninvestitionen im globalen Wettbewerb um Elektroautos zurückzufallen. Länder wie China, Japan, Korea, die USA oder Frankreich hätten frühzeitig ambitionierte Programme gestartet, heißt es im ersten Zwischenbericht der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE), der am Dienstag (30 November 2010) in Berlin vorgestellt wurde. Deutschland müsse zum Erreichen des Ziels von einer Million Elektroautos auf deutschen Straßen bis 2020 "schnell, geschlossen und zielgerichtet handeln". Die Vernetzung der Industrien, Wirtschaftszweige und Branchen müsse forciert werden. Industrie und Wissenschaft schlagen für Forschung und Entwicklung ein Investitionsvolumen von vier Milliarden Euro bis 2013 vor. Welchen Anteil daran der Bund leisten soll, blieb offen. Dies wird derzeit durch die zuständigen Ressorts der Bundesregierung (Verkehr, Wirtschaft, Umwelt und Wissenschaft) geprüft. Um die E-Mobilität in Deutschland voranzubringen, hatte die Regierung am 3. Mai 2010 mit den beteiligten Industriebranchen sowie Vertretern aus Wissenschaft und Forschung die Nationale Plattform Elektromobilität etabliert.

Überblick: Elektroautos auf autobild.de

Peter Ramsauer: "Es sind noch einige Kraftanstrengungen notwendig, bis die E-Mobilität auf Deutschlands Straßen angekommen ist."

Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) betonte, schon jetzt müsse über die E-Auto-Entwicklung hinaus an Konzepten gearbeitet werden, sei es im Nahverkehr, bei Verleihsystemen oder dem Zusammenspiel Bahn und Pkw. "Es sind noch einige Kraftanstrengungen notwendig, bis die Elektromobilität auf Deutschlands Straßen angekommen ist." Entscheidend sei, dass Elektromobilität "alltagstauglich und verbraucherfreundlich" sei. Der Minister warnte davor, die E-Auto-Entwicklung in Deutschland schlechtzureden. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sieht Deutschland trotz des harten internationalen Wettbewerbs auf einem guten Weg. "Heute ist noch nicht Erntedankfest. Aber ein Teil der Saat ist schon aufgegangen." Man müsse nun aber noch mehr Tempo machen, besonders auch in Bereichen der Elektrochemie, umwettbewerbsfähige Batterien zu entwickeln.

Elektromobilität: VDA fordert Förderung von Batteriefabriken

Rainer Brüderle: "Mit der Elektromobilität entsteht eine neue Wertschöpfungskette."

"Mit der Elektromobilität entsteht eine neue Wertschöpfungskette, die weit über die klassische Automobilindustrie hinausgeht.", sagte Brüderle weiter. Einer Kaufprämie für Elektroautos wie in Frankreich wird in dem Bericht eine Absage erteilt: "Das Selbstverständnis ist, den Aufbau der Elektromobilität so weit wie möglich dem Markt zu überlassen und nur so weit wie nötig regulativ zu gestalten". Brüderle ist gegen Prämien. Das E-Auto müsse sich am Markt durchsetzen. Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, betonte, die deutschen Hersteller und Zulieferer würden in den nächsten vier Jahren zehn bis zwölf Milliarden Euro in alternative Antriebe investieren. "Die Industrie geht also in enorme Vorleistung", so Wissmann. Nun sei auch die Politik gefordert.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.