Navi-Geräte bis 300 Euro

Navi-Geräte bis 300 Euro im Test

— 13.12.2007

Wirklich gut und günstig?

Was taugen Navis bis 300 Euro? COMPUTER BILD hat zehn Low-Budget-Lotsen für AUTO BILD getestet. Acht der zehn Prüflinge schnitten befriedigend ab. Testsieger wurde der Medion GoPal E3415.

Ein Drittel der Navigationsgeräte bis 300 Euro bestimmen ihre Position im Stand in rund zehn Sekunden. Wer das Navi erst nach dem Losfahren startet, muss mit längeren Zeiten rechnen. Ein Grund: die Abschirmung der GPS-Signale durch Hochhäuser. Bei den Routen gab es trotz unterschiedlicher Vorschläge kaum Ausreißer in der Streckenlänge. Nervig: Das Novita lotst nicht über Landesgrenzen hinweg. Der Fahrer muss die Karte an der Grenze per Hand umschalten. Nur drei der Navis warnen vor Staus. Navigon 2110 und Navman F50 haben TMC an Bord, Testsieger Medion fährt sogar mit TMC pro. Die Umleitungsempfehlungen aller drei Geräte waren in Ordnung. Hier die Bewertungen der zehn Geräte im Detail:

1. Platz: Medion GoPal E3415

Schnelle Zieleingabe und Routenberechnung. Nur Durchschnitt: die Standortbestimmung in 30 Sekunden. Einziger Lotse unter 300 Euro mit TMC pro. Die Staumeldungen kommen nach rund 50 Sekunden. Sehr gut: viele Karten. PLUS: Karten von neun Nachbarländern, 26 europäische Länder; Stauwarner TMC pro; schnelle Routenberechung; einfache Zieleingabe. MINUS: unübersichtliche Anzeige; Bildschirm reflektiert stark. Preisurteil: günstig (279,- €), Urteil: gut

2. Platz: Navigon 2110

Navigon 2110: Das Fahrtenbuch merkt sich, welche Kilometer privat oder im Dienst gefahren wurden.

Negativ: Wegen des stark reflektierenden Displays und der langen Zeiten für die Routenberechnung kommt der Navigon 2110 in Klavierlack-Optik in diesem Test nur auf Platz zwei. Weiterer Grund: Trotz seiner hochsensiblen GPS-Antenne braucht der kleine Pfadfinder rund eine Minute, bis er den Standort des stehenden Fahrzeugs anzeigt. Positiv: Die anzusteuernden Ziele lassen sich dank der guten Menüführung leicht eingeben. Auch für die berechneten Fahrtrouten gab es gute Noten. Prima: Der Stauwarner TMC meldete Verkehrsbehinderungen schnell und zuverlässig. Mit den damit berechneten Umleitungsempfehlungen spart der Fahrer ordentlich Zeit. PLUS: Karten von sieben Nachbarländern, elf andere europäische Länder; Stauwarner TMC; einfache Zieleingabe, gut berechnete Routen. MINUS: unübersichtliche Anzeige; das berührungsempfindliche Display verlangt für die Befehle und Eingaben viel Druck; der Bildschirm reflektiert stark. Preisurteil: günstig (279,- €), Urteil: befriedigend

3. Platz: TomTom

Pluspunkt: Die dritte Version des TomTom One Europe hat einen etwas dunklen, aber gut ablesbaren und übersichtlichen Bildschirm. Die Strecken sind gut ausgearbeitet. Die Fahranweisungen kamen rechtzeitig und waren meist gut formuliert. Ausnahme: Vor dem Kreisverkehr irritierte die eingebaute Stimme mit der Anweisung: "Nach 100 Metern biegen Sie im Kreisverkehr links ab", schob dann aber noch hinterher: "dritte Ausfahrt". Weiterer Minuspunkt: Bei längeren Fahrstrecken braucht das TomTom-Navigationsgerät nach der Eingabe ein bis zwei Minuten, bevor es die gut ausgearbeiteten Routen auf dem Display anzeigt. Ärgerlich auch: Einen Stauwarner gibt es nur gegen 80 Euro Aufpreis. PLUS: Karten von sieben Nachbarländern, elf andere europäische Länder; einfache Zieleingabe; gut ablesbare Karten; übersichtlicher und gut ablesbarer Bildschirm. MINUS: etwas langsame Routenberechnung; kein Stauwarner, teils falsche Anweisungen vor den Abbiegemanövern. Preisurteil: günstig (249,- €), Urteil: befriedigend

4. Platz: Falk E60

Beim Falk E60 soll das "E" für einfach stehen: Die ausführliche und gut bebilderte Anleitung wird diesem Anspruch gerecht. Auch die Zieleingabe ist einfach. Seine Position bestimmt das E60 im Stand innerhalb von nur fünf Sekunden. Nicht so gut: Es sind nur wenige Karten vorinstalliert. Bei einer Reise nach Frankreich muss man die Karte wechseln. Alternative: eine größere Speicherkarte, auf die man die notwendigen Karten überspielt. Schade: Ein Stauwarner kostet 80 Euro Aufpreis. PLUS: Karten von sieben Nachbarländern, zehn andere europäische Länder; schnelles Routing; einfache Zieleingabe. MINUS: teure Kartenaktualisierung; nur Karten von D/A/CH und den Niederlanden vorinstalliert, kein Stauwarner. Preisurteil: günstig (270,- €), Urteil: befriedigend

5. Platz: Via Michelin

Via Michelin: Unter den Sonderzielen liegen die Empfehlungen aus Michelin-Führern.

Sehr gut: die bestens gepflegten Sonderziele aus den Michelin-Führern und die Hotelsuche nach Preis und Kategorie. Die Zieleingabe ist komplizierter als bei anderen Prüflingen, die vorgeschlagene Route teils deutlich länger als die Referenzstrecke. Gewöhnungsbedürftig: Der Bildschirm verschenkt Platz, etwa für die schematischen Abbiegehinweise. Auch ein Stauwarner fehlt. PLUS: Karten von neun Nachbarländern, zwölf andere europäische Staaten; schnelle Routenberechnung; sehr gute Auswahl an Sonderzielen. MINUS: teure Kartenaktualisierung; schlechte Bildschirmnutzung; kein Stauwarner. Preisurteil: günstig (199,- €), Urteil: befriedigend

6. Platz: Garmin Nüvi 200

Das Garmin Nüvi 200 ist knapp handflächengroß. Sein sehr helles, gut ablesbares Display lässt sich so regeln, dass nichts mehr blendet. Die eigene Position findet der Lotse im Stand innerhalb von 20 Sekunden. Stadtrouten berechnet er innerhalb von 13 bis 17 Sekunden. Die Ansagen kommen rechtzeitig und eindeutig formuliert. Im 200-Megabyte-Speicher liegen nur Karten von Deutschland, Österreich, der Schweiz und Tschechien, weitere Länder sind jedoch als Zubehör zu bekommen. Der Nüvi 200 kommt ohne Stauwarner. PLUS: gut ablesbares Display, sehr gute Bildschirmdarstellung, GPS mit gutem Empfang. MINUS: nur Karten von D/A/CH und Tschechien; langsame Routenberechnung, kein Stauwarner. Preisurteil: günstig (179,- €), Urteil: befriedigend

7. Platz: Navman F50

Karten: Nur D/A/CH und Tschechien; langsame Routenberechnung, kein Stauwarner. PLUS: Karten von sieben Nachbarländern, neun andere europäische Staaten; TMC, fixes Routing. MINUS: unübersichtliche Anzeige; klobiges Gehäuse; keine Angaben zu Kartenpreisen. Preisurteil: preiswert (299,- €), Urteil: befriedigend

8. Platz: Magellan Maestro 4010

Magellan Maestro 4010: Drei Länder sind gratis, den Rest (mit Schloss) gibt's nur gegen Gebühr.

Nur neun Sekunden braucht das Gerät zur Positionsbestimmung im Stand. Bei den Routen im Ausland dauerte es etwas länger als bei der Konkurrenz. Der helle Bildschirm spiegelt kaum. Schlecht: Magellan aktualisiert jährlich die Karten, nennt aber keinen Preis. Das Gerät hat Gesamt-Europa an Bord. Gratis sind nur D/A/CH, der Rest wird gegen Gebühr freigeschaltet. Das gibt es in dieser Preisklasse eindeutig billiger. Kein Stauwarner. PLUS: Topografische Karten nachrüstbar, schnelle Empfangsbereitschaft; gute Bildschirmdarstellung. MINUS: nur Karten von D/A/CH freigeschaltet; kurze Akkulaufzeit; kein Stauwarner. Preisurteil: günstig (299,- €), Urteil: befriedigend

9. Platz: Pearl Navgear SN GP-35

Schnelle Positionsbestimmung im Stand, langsame Routenberechnung. Im Kreisverkehr hält der Lotse mehr als sechs Ausfahrten nicht für nötig, obwohl es im Test mehr gab. PLUS: Karten von neun Nachbarländern, 29 andere europäische Staaten; günstige Kartenaktualisierung. Neue Karten gibt es alle drei Monate. (Westeuropa: 60 Euro/ GP-35 für Deutschland: 99 Euro). MINUS: langsame Positionsbestimmung nach Tunnelfahrten; kein Stauwarner. Preisurteil: günstig (170,- €), Urteil: befriedigend

10. Platz: Novita M1 Western Europe

Navigation pur, ohne Stauwarner, mit schneller Routenberechnung und guten Ansagen. Bildschirm nachts zu hell. Die eigene Position bestimmt das Gerät in maximal zwei Minuten. Umständlich: Es gibt keine grenzüberschreitende Navigation, Karten müssen extra aktiviert werden. Das führt zur Abwertung. PLUS: Karten von sieben Nachbarländern, elf andere EUStaaten; schnelles Routing; einfache Zieleingabe. MINUS: Display reflektiert stark; keine grenzüberschreitende Navigation, kein Stauwarner. Preisvorteil: günstig (169,- €), Urteil: ausreichend

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Stefan Syzch

Unsere Kollegen von COMPUTER BILD haben sie getestet: Wirklich gut und günstig ist von den zehn Kandidaten nur das "E3415" von Medion, mit Staumelder und solider Routenberechnung. Dass es auch noch einigermaßen schick ist, ist eine nette Zugabe. Preis-Leistungs-Sieger wurde das Garmin Nüvi 200. Klarer Nachteil: Statt Europa hat das Nüvi nur Deutschland, Österreich, die Schweiz und Tschechien an Bord. Ein Sieger braucht etwas mehr.

Teil 2 des COMPUTER BILD-Navi-Tests finden Sie ab 15. Dezember 2007 auf unserer Seite. Darin geht es um die besten Geräte über 300 Euro.

Autor: Stefan Szych

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