Navigationsgeräte bis 250 Euro

Navigationsgeräte bis 250 Euro

— 13.01.2009

Stimmt die Richtung?

Sie sind die preiswertesten Pfadfinder auf dem Markt: Navis für weniger als 250 Euro. Ein Test der Kollegen von COMPUTER BILD zeigt: Ein guter Wegweiser muss nicht teuer sein.

Wer in fremden Städten unterwegs ist, verliert schon mal den Überblick. Dann ist guter Rat teuer. Was aber nicht sein muss, wie der Test unserer Kollegen von COMPUTER BILD zeigt. Die Tester haben sechs mobile Navigationsgeräte für weniger als 250 Euro verglichen. Zwei technische Details fielen den Testern auf: • Das Ziel kann man bei allen Geräten auf mehreren Wegen eingeben. Als Adresse, Postleitzahl oder Sonderziel. • Außerdem sind die meisten Lotsen gleichzeitig Handy-Freisprechanlage. Lobenswert: Nur einer fährt ohne Stauwarner. Die anderen warnen gratis mit TMC, Medion mit dem Bezahldienst TMC Pro vor Behinderungen.

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So wurde getestet

Aufwendige Tests im Labor entscheiden über die Noten. Dort können die Tester den Geräten jeden Standort weltweit vorgaukeln und prüfen, welche Strecken die Geräte von diesem Punkt aus vorschlagen. Dabei geht es um unterschiedliche Streckentypen: kurze Stadtfahrten oder Überlandfahrten mit und ohne Autobahn, im In-und Ausland. Zu den 1600 Kilometer Simulation kommen noch etliche Kilometer echte Fahrt, um die Ansagen zu beurteilen. Die Stauwarner müssen zeigen, wie gut und schnell sie Meldungen erfassen und ob sie auch bei kurzen Staus Umleitungen anbieten oder rechtzeitig warnen.

Platz 1: Navigon 2110 max

Das Navigon 2110 max lässt sich mit einer vierstelligen Geheimzahl (PIN) sperren.

Das Gerät knausert mit Extras, glänzt aber in der Praxis. Es zeigt sehr schnell die Position an, errechnet die Routen in weniger als zehn Sekunden und schafft Fehlerkorrekturen in nur vier Sekunden. Die Ansagen kommen rechtzeitig, deutlich und sind auch bei Nebengeräuschen verständlich. Das sehr helle Display ist bei Sonne gut abzulesen. Nachts blendet es kaum. Gut: Das 2110 max kommt ab Werk bereits mit Karten für 40 europäische Länder und für einmalig 100 Euro Aufpreis gibt’s zwei Jahre lang alle drei Monate neue Karten ("Fresh Maps"). Das gefällt uns: schnelle Routenberechnung, häufige Kartenaktualisierung, Karten für 40 Länder. Das geht besser: kein Vorlesen von Straßennamen, keine Freisprechfunktion, schlechte Bedienungsanleitung. Preis: 229 Euro.

Platz 2: Medion Gopal E4435

Das Gerät lässt sich gut per Finger bedienen.

Das Medion-Navi berechnet die Routen recht flott und zeigt die Strecke sehr übersichtlich. Das Display ist tagsüber sehr hell und nachts angenehm abgedimmt. Die Ansagen sind eher leise. Trotz Stauwarner TMC Pro empfahl derGoPal E4435 häufig längere Umleitungen als die anderen Geräte. Außerdem erwies sich der TMC Pro-Empfänger als wenig zuverlässig. Manche Staumeldungen empfing er einfach nicht. Eine Hypothek des E4435: Für die Vorgänger-Modelle hatte Medion zwar Kartenaktualisierungen versprochen. Es gab sie aber lange nicht, und schließlich erwiesen sie sich als schwierig zu installieren. Für das E4435 verspricht Medion wieder jährlich neue Karten. Mal sehen, ob's klappt. Das gefällt uns: schnelle Routenberechnung, Freisprechfunktion, gute Bedienungsanleitung. Das geht besser: Kartenaktualisierung kompliziert und nicht verlässlich, schlechter Stauwarner, zu leise Ansagen. Preis: 199 Euro.

Platz 3: TOM TOM XL Europe Traffic

Der Halter ist klapp- und drehbar, hat das Gerät aber nicht wirklich im Griff.

Das Erste, was am TomTom XL Traffic auffällt: Der Saugnapfhalter sitzt fest am Navi, ist dreh- und klappbar. Leider hat die Halterung das Navi nicht sicher im Griff: Es wackelte sehr. Der große Lautsprecher gibt die Ansagen laut genug wieder. Die Anzeige ist übersichtlich, aber nicht hell. Weniger gut: Extras wie eine Freisprechfunktion fehlen. Und die Routenberechnung dauert lange, besonders für Fahrten auf Nebenstrecken. Dafür ist die Qualität der Strecken gut, die nur bei den Stadtfahrten minimal länger waren als die Test-Vorgaben. Das gefällt uns: häufige Kartenaktualisierung (alle drei Monate), laute Ansagen, viele Länderkarten erhältlich. Das geht besser: langsame Routenberechnung, wenige Extras, keine Freisprechfunktion. Preis: 199 Euro.

Platz 4: Mio MOOV 370

Auf Wunsch sucht das Moov 370 im Web nach POI.

Die Strecken berechnet das Mio sehr schnell, auch ihre Länge war in Ordnung. Auf Wunsch sucht das Navi Sonderziele über die Telefonauskunft im Internet mit einem per Bluetooth gekoppelten Handy. So findet das Gerät auch Ziele, die in normalen POI-Sammlungen fehlen. Gut: Dabei wird nur ein kleines Datenpaket übertragen. Kosten je nach Tarif: ein bis 26 Cent. Schwächen: kein Fahrspurassistent, keine Ansage von Straßennamen, Fahrfehler erkannte es erst nach neun Sekunden. Und: Der Akku hält ohne Ladekabel nur eine Stunde. Das gefällt uns: schnelles Routing, zusätzliche POI per Handy-Internet möglich, viele Länderkarten erhältlich. Das geht besser: sehr kurze Akkulaufzeit, Anzeige nachts zu hell, langsame Fehlerkorrektur. Preis: 249 Euro.

Platz 5: Blaupunkt Travel Pilot 300

Beim Blaupunkt-Navi kann der Nutzer den Akku leicht selbst austauschen.

Die Stärken des Navis weiß der Fahrer erst nach einigen Fahrten zu schätzen: Erst dann kennt der Lotse dank "adaptiver" Routenberechnung dessen Straßenvorlieben und Fahrweise und plant damit. So wurden im Test nach ein paar Fahrten die geschätzten Ankunftszeiten merklich ge nauer. Gut: Für die Routenwahl lassen sich Gebirgspässe oder Tunnel ausschließen. Aber: Die Symbole auf dem Display sind nicht immer eindeutig. Der TravelPilot berechnete die Testrouten flott, nur der Testsieger war genauso fix. Die Routen waren gut, aber nicht optimal. Minuspunkt: Die zu kurze TMC-Wurfantenne. Folge: schlechter Empfang von Staumeldungen. Das gefällt uns: schnelle Routenberechnung, gute Anleitung, Akku leicht und ohne Hilfe austauschbar. Das geht besser: langsame Fehlerkorrektur, leise Ansagen, Display nachts zu hell, schlechter TMC-Empfang. Preis: 249 Euro.

Platz 6: My Guide M.IMOVE 3218


Das Myguide m.imove zeichnet Routen auf, die sich auf den PC überspielen lassen.

Als mit Abstand billigstes Gerät wurde das Myguide Preis-Leistungs-Sieger. Es hat als einziges Navi keinen Stauwarner und nur ein 3,5 Zoll-Display (8,9 Zentimeter Diagonale). Das ist am Tag etwas dunkel, nachts angenehm gedimmt. Nach dem Auspacken findet das Gerät seine Position erst nach rund zwei Minuten, nach Kurzstopps in fünf Sekunden. Das Routing dauerte länger als bei den meisten anderen Geräten. Fehler korrigiert es in sieben Sekunden. Die Routen waren in Ordnung, die Ansagen leise und im Kreisverkehr teilweise verwirrend. Das gefällt uns: häufige Kartenupdates (alle sechs Monate), schnell empfangsbereit, ausführliche Anleitung im Gerät. Das geht besser: langsame Routenberechnung, kein Stauwarner, leise und teilweise verwirrende Ansagen. Preis: 129 Euro.

Fazit von Stefan Szych

Na bitte! Es geht doch: Gute Geräte gibt's auch für weniger als 250 Euro und mit tollen Funktionen: Freisprecheinrichtung, Fahrspurassistent, Tempowarner, Staumelder. Sieger: Navigon 2110 max mit einfacher Bedienung und schneller Berechnung. Gut auch: Die meisten Hersteller lassen in dieser Preisklasse Schnickschnack wie Bildbetrachter, Musik- oder Video-Spieler weg, konzentrieren sich auf die Navigation. Der Erfolg gibt ihnen recht und macht Hoffnung auf noch höhere Qualität.
Navigationsgeräte bis 250 Euro im Überblick
1. Platz 2. Platz 3. Platz 4. Platz 5. Platz 6. Platz
Hersteller Navigon Medion TomTom Mio Blaupunkt MyGuide
Gerät 2110 max GoPal E4435 XL Europe Traffic Moov 370 TravelPilot 300 m.imove 3218
Preis 229 Euro 199 Euro 199 Euro 249 Euro 249 Euro 129 Euro
Günstigster Preis www.idealo.de 1) 185 Euro 178 Euro 172 Euro 202 Euro 194 Euro 115 Euro
Wertung (Gewichtung)
Funktionen (14 %) 3,27 2,11 2,77 2,36 2,62 3,67
Bedienung (11 %) 2,50 1,24 2,42 2,53 2,27 2,17
Navigation (46 %) 1,65 2,04 2,18 2,35 2,26 2,54
Darstellung (10 %) 2,19 2,13 2,26 2,27 2,34 3,08
Kartenmaterial (10 %) 2,02 2,34 1,67 1,56 2,22 2,60
Sicherheit (4 % 1,90 3,00 2,60 1,90 3,00 2,40
Service (5 %) 2,35 2,65 2,95 2,00 3,25 2,30
Zwischennote 2,02 2,10 2,21 2,25 2,36 2,63
Aufwertung/Abwertung -0,01 2)
Endnote 2,02 2,10 2,21 2,25 2,35 2,63
Testergebnis gut gut gut gut gut befriedigend
Preisurteil preiswert günstig günstig preiswert preiswert günstig
1) Preise gerundet 2) Aufwertung, weil der Akku vom Benutzer ausgetauscht werden kann, ein Werkstattbesuch ist nicht nötig

Autor: Stefan Szych

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