Navigationsgeräte-Test: Ergebnisse

Navigationsgeräte-Test: Acht Navis im Check

Das taugen mobile Navis

Muss man für ein gutes Navi wirklich mehrere Hundert Euro ausgeben? AUTO BILD hat acht Navigationsgeräte von günstig bis teuer in Sachen Routenführung, Bedienung und Ausstattung getestet. Die Ergebnisse!

Einer der Testkandidaten fiel prompt aus der Halterung. Dafür gab's ordentlich Abzüge.

Der Markt der Navigationsgeräte hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt: Mit der Pleite von United Navigation sind Marken wie Falk und Becker verschwunden. Das Smartphone macht den Nachrüst-Navis zunehmend Konkurrenz, demgegenüber steht das fest im Auto installierte Navigationssystem. Um sich in dieser Marktlage weiterhin durchzusetzen, sind die verbliebenen, etablierten Marken Blaupunkt, Garmin und TomTom dazu übergegangen, ihre Geräte mit allerhand Zusatzfunktionen auszustatten. Der kleine Bildschirm, der nur noch navigiert, ist Vergangenheit. Vielmehr fungieren moderne Navigationsgeräte wie eine Erweiterung der im Auto vorhandenen Sicherheitsassistenten und des Multimedia-Systems. So ist eine Bluetooth-Freisprech-Funktion mittlerweile nahezu Standard, viele Navis kommen mit zusätzlichen Apps. Assistenzfunktionen und Radarwarner sollen die Systeme attraktiv machen. Das Garmin Drive Assist 51 hat sogar eine Dashcam integriert. Ob sich die Navi-Anbieter bei all den Extras trotzdem noch auf ihre Kernkompetenz – die Routenführung – besinnen und ob Billigheimer aus China und Polen eine zusätzliche Konkurrenz für die Marken-Navis sind, hat AUTO BILD im Navigationsgeräte-Test untersucht.

Fokus des Navigationsgeräte-Tests auf Routenführung

Im Test wurden acht Navigationssysteme unter verschiedenen Gesichtspunkten unter die Lupe genommen. Im Vordergrund stand die Navigation. Zielführende Routen, gute Stauumfahrung, klare Anweisungen waren die Hauptkriterien. Allgemein lässt sich sagen: Alle Navis haben ihren Job erledigt und die Fahrer an ihr Ziel gebracht. Dabei konnte jedoch nur der Testsieger TomTom Go Basic auf ganzer Linie punkten und jede Behinderung auf der Route zielsicher umfahren. Die übrigen Navis hatten spätestens bei einer gesperrten Autobahn-Auffahrt, die auf der Strecke lauerte, Probleme. Zwei Testgeräte von Garmin wählten in Hamburg eine Route durch den alten Elbtunnel. Der ist zwar zeitweise befahrbar und de facto auch der kürzere und schnellere Weg zum Ziel, war jedoch zum Zeitpunkt des Tests geschlossen. Plus: Die Strecke kostet Mautgebühren, die in der Standardeinstellung der Navis aber erlaubt sind. Hier sollten Autofahrer vor dem Losfahren unbedingt einen Blick drauf werfen. Dafür konnten alle drei Garmin-Geräte mit der Zusatzfunktion "Garmin Real Directions" punkten. Dabei orientieren sich die Navigations-Anweisungen an der Umgebung. So lautet zum Beispiel eine Ansage "Biegen Sie an dem Haus mit der Grünen Spitze links ab". Das ist besonders auf unübersichtlichen Strecken und für Fahrer, die zum ersten Mal in einer Region unterwegs sind, sehr hilfreich.

Ein Test-Kandidat ist nicht empfehlenswert

Mit Google Maps wurde vorab eine Musterroute ausgearbeitet. Alle acht Navis mussten hier zur selben Zeit gegeneinander antreten.

Das schlechteste Test-Ergebnis lieferte das Polen-Navi GoClever Navio 2 740: Unübersichtliche Karten, eine schlechte Halterung und Übersetzungsfehler in der Menüführung sind nur ein Auszug der Kritikpunkte. Eine positive Überraschung war hingegen das 35-Euro-Navi von Junsun aus China. Zwar belegt es im Vergleich nur den vorletzten Platz, trotzdem hat das Gerät seine Hauptaufgabe gut gemeistert: die Navigation. Auch in den anderen Test-Kriterien wie Bedienung, Sicherheit, Design und Zusatzfunktionen schnitt das Navi immerhin durchschnittlich ab. Dafür verzichtet man bei beiden Geräten auf Verkehrsdienste und Smartphone-Kopplung. Erfreulich: Europaweites Kartenmaterial und lebenslange Gratis-Updates gehören bei allen Test-Geräten mittlerweile zum Standard. Einige davon müssen für die Aktualisierung nicht einmal mehr an den Computer angeschlossen werden: Das TomTom Go Basic, Garmin Drive Assist 51 LMT-D und Garmin Drive Smart 61 Europe LMT-D haben integriertes WiFi und aktualisieren sich, wenn sie mit dem WLAN verbunden sind. Einige Punkte bereiten aber durch die Bank weg allen Navis Probleme: die Akkus und das GPS-Signal. Nimmt man die Geräte vom Netz, dauert es nur einige Minuten, bis erste Hinweise auf einen niedrigen Akkustand aufpoppen. Gleichzeitig dauert es mitunter bis zu drei Minuten, bis das GPS-Signal gefunden wird. Ziemlich nervig, sollte man es eilig haben.Die Testergebnisse sind in der Tabelle nachzulesen.
# Navigationsgeräte im Test  
1.

tomtom Go Basic

Preis: ca. 180 Euro*
Testergebnis: 92/100 Punkte

 
2.

Garmin Drive Smart 61 Europe LMT-D

Preis: ca. 260 Euro
Testergebnis: 89/100 Punkte

 
3.

Garmin Drive Assist 51 Europe LMT-D

Preis: ca. 300 Euro
Testergebnis: 85/100 Punkte

 
4.

Blaupunkt Travel Pilot 65 Active Connect

Preis: ca. 220 Euro
Testergebnis: 73/100 Punkte

 
5.

tomtom Via 52

Preis: ca. 140 Euro
Testergebnis: 70/100 Punkte

 
6.

Garmin Drive 61 Europe LMT-S

Preis: ca. 190 Euro
Testergebnis: 66/100 Punkte

 
7.

JunSun Navigator

Preis: ca. 35 Euro
Testergebnis: 49/100 Punkte

 
8.

GoClever Navio 2 740

Preis: ca. 70 Euro
Testergebnis: 16/100 Punkte

 

So haben wir getestet

Routenführung: Acht Navis, acht Redakteure, eine Testroute. Alle Redakteure sind zur selben Zeit losgefahren, haben zuvor festgelegte Ziele in das Navi eingegeben und sind den Anweisungen auf dem Bildschirm gefolgt. Die Routen wurden mit einem Tracker aufgezeichnet und die GPX-Daten anschließend ausgewertet. Auf der Testroute befanden sich mehrere Baustellen und die Sperrung einer Autobahnauffahrt, die die Navis im besten Fall kennen und umfahren sollten. Neben der Musterroute wurden weitere Strecken mit Navis zurückgelegt, um ihre Bedienung und Funktion genau beurteilen zu können. Ebenfalls relevant ist, ob es einen Spurführungs-Assistenten gibt und die Anweisungen klar und verständlich sind.
Technische Details zu den Testgeräten und der Routenführung finden Sie in der Bildergalerie.

Navigationsgeräte-Test: Ergebnisse

Bedienung: Allen Geräten lag eine Kurzanleitung bei, doch selbst da schaut heute kaum noch ein Nutzer rein. Der Anspruch ist, dass die Navis intuitiv bedienbar sind. Deswegen haben auch die Tester in keine Anleitung geschaut, sondern sich direkt durch die Menüführung geklickt. Der Touchscreen sollte zudem flüssig laufen, bei der Eingabe darf es nicht hakelig sein. Auch die Befestigung der Halterung sollte keine Fragen aufwerfen.
Sicherheit: Hier wurde bewertet wie übersichtlich die Kartendarstellungen sind, wie genau die Anweisungen zu verstehen sind (sowohl sinngemäß als auch akkustisch). Das Navi darf den Fahrer nicht ablenken, alle Infos sollten auf den ersten Blick erkennbar sein. Genauso sollte die Halterung fest sitzen und das Navi ordentlich einsehbar sein. Bei einer Sprachsteuerung muss sich der Fahrer nicht durchs Menü klicken, deswegen wurden auch dafür Punkte vergeben.
Qualität und Design: In puncto Qualität wurden vor allem die Bild- und Verarbeitungsqualität berücksichtigt. Design ist immer subjektiv, deswegen ist hier vor allem bewertet worden, ob Fehler gemacht wurden (z.B. im Menüdesign).
Assistenzsysteme & Zusatzfunktionen: Navigationsgeräte bieten mittlerweile eine Vielzahl an Unterstützern. Die Spurführungshilfe wird im Kapitel "Navigation" bewertet, die Sprachsteuerung fällt ins Sicherheits-Kapitel. Ein gutes Navi sollte aber auch einen Tempowarner, optionalen Radarwarner, Echtzeit-Verkehr durch Smartphone-Einbindung und nach Möglichkeit auch eine Freisprech-Funktion an Bord haben. Für Zusatz-Funktionen wurden Extra-Punkte vergeben.
Preis: Beim Kriterium Preis wurde beurteilt, ob das Preis-/Leistungsverhältnis gut ist, oder ob das Navi für seinen Preis mehr Funktionen bieten sollte. Klar: Für ein wirklich schlechtes Navi ist jeder Cent zuviel.

Navigationsgeräte-Test - FAQ

Wie viel Daten verbraucht die Smartphone-Kopplung mit dem Navi?

Die Navigationsgeräte, die über eine Bluetooth-Verbindung mit dem Smartphone Echtzeit-Verkehrsdaten aus dem Internet beziehen, benötigen dafür wenig Datenvolumen. In der Regel sind das nur wenige MB pro Monat. TomTom gibt dazu folgendes Beispiel: Wer zu verkehrsreichen Zeit täglich eine Stunde das Navi mit gekoppeltem Smartphone nutzt, verbraucht etwa sieben MB pro Monat.

Was ist TMC?

Über den Traffic Message Channel (TMC) bezieht das Navi Verkehrsdaten. Sie werden über UKW gefunkt. Das Navigationsgerät hat dafür einen Empfänger, meistens am 12-Volt-Stecker. Diese Verkehrsdaten sind jedoch nicht in Echtzeit.

Radarwarner - legal oder illegal?

Prinzipiell sind Radarwarner in Deutschland verboten. Ausgehend vom Urteil des Landesgerichts Celle (Aktenzeichen 2 Ss (OWi) 313/15) sind Radarwarner im Navi erlaubt, solange sie nur genutzt werden, um sich vor der Fahrt über Blitzer zu informieren und während der Fahrt ausgeschaltet sind. Da Navigationsgeräte allgemein nicht ausschließlich dem Zweck dienen, vor Blitzern zu warnen, bewegt man sich bei der Nutzung von Radarwarnern im Navi in einer rechtlichen Grauzone. Bei speziellen Geräten, die eigens dafür entwickelt wurden Blitzer zu erkennen und davor zu warnen, sieht es anders aus: Sie sind illegal.

Test-Ergebnisse der einzelnen Navigationsgeräte

Platz 1: TomTom GoBasic

Das TomTom Go Basic sicherte sich den Testsieg und volle Punktzahl im Kapitel Routenführung.

Beim TomTom GoBasic ist der Name Programm, denn das Navi kann das, worauf es ankommt, besonders gut: die Basics. Es glänzt in der Routenführung – und zwar weit vor allen anderen. Als einziges Navigationsgerät im Test hat es die Sperrung auf der Strecke erkannt und die Route zielsicher umgeleitet – und das selbst ohne gekoppeltes Smartphone. Kommt man vom geplanten Weg ab, wird die Route sehr schnell neu berechnet. Auch mit dem Suchen nach dem GPS-Signal hält sich das Gerät nicht lange auf. Dazu beweist es Humor: In den Routenoptionen lässt sich die Streckenführung "Nervenkitzel" auswählen. Ein weiteres Plus: Kartenupdates lädt das Gerät selbstständig übers WLAN. Echtzeit-Verkehrsinfos bezieht das Navi über das per App eingebundene Smartphone. Auch sonst ist die Smartphone-Kopplung ein wertvoller Zugewinn. So kann die Route beispielsweise auf dem Handy geplant, eingetippt und dann ans Navi übermittelt werden. Dadurch spart man sich das fummelige Getippe auf dem Bildschirm. Das ist auch einer der wenigen Punkte, die man am TomTom GoBasic aussetzen kann: Die Buchstaben sind etwas klein. Ein weiterer kleiner Wermutstropfen: Eine Freisprech-Funktion bietet das Navi nicht. Dafür wurde die SMS über die Mitteilung eines verpassten Anrufs anschließend fließend vorgelesen. Bei einem vergleichsweise günstigen Preis von 180 Euro kann man das aber verschmerzen. Und ebenso die fehlende Sprachsteuerung. Denn dafür bekommt man ein flüssig laufendes, intuitiv bedienbares und vor allem sehr gut navigierendes Navigationsgerät. Deswegen zu Recht: Test- und Preis-Leistungs-Sieger! • Kapitelwertungen: Routenführung: 30/30 • Bedienung: 17/20 • Sicherheit: 15/20 • Qualität und Design: 10/10 • Assistenzsysteme & Zusatzfunktionen: 6/8 + 4 Bonuspunkte für WiFi-Updates und SMS-Vorlesefunktion • Preis: 10/10 • Gesamtwertung: 92/100 Punkten, 5 Sterne (sehr empfehlenswert).
Platz 2: Garmin Drive Smart 61 Europe LMT-D
Im Test sticht das Garmin Drive Smart 61 Europe vor allem durch seine Bedienung hervor: Der Touchscreen fühlt sich an wie beim Smartphone, er reagiert flüssig und schnell. Auch die Verarbeitung ist hochwertig und setzt das Gerät positiv von den übrigen Kandidaten ab – einziges Manko sind die zurückbleibenden Fingerabdrücke, die das glänzende Display schmierig wirken lassen. Die Menüführung ist intuitiv, man findet sich schnell zurecht. Die Verbindung von Handy und Navi läuft via App. Die Kopplung braucht ein wenig Geduld, aber sind beide Geräte erst mal verknüpft, funktioniert die Handyeinbindung wunderbar: Das Navi ruft Verkehrsmeldungen, Wetterdaten etc. über das Bluetooth-Tethering ab und Benachrichtigungen und Anrufe werden direkt über den Bildschirm ausgegeben. Die Sprachsteuerung (Aktivierungs-Kommando "Sprachbefehl") funktioniert bei einfachen Befehlen wie "lauter" oder "leiser" sehr gut, auch eine neue Adresse lässt sich mit sehr deutlichem Sprechen fehlerfrei ansagen. In der Routenführung schlägt sich das Drive Smart 61 Europe wie die übrigen Garmin-Geräte: Die Sperrung der Auffahrt wird angezeigt, aber die Strecke nicht angepasst. Erst als der Fahrer vorbeifährt, berechnet sich die Route mit kleiner Verzögerung neu. Dafür sind die Navigationsanweisungen klar, "Garmin Real Directions" erleichtert das Navigieren durch beschreibende Ansagen wie "An der Ampel links abbiegen". • Kapitelwertungen: Routenführung: 17/30 • Bedienung: 20/20 • Sicherheit: 20/20 • Qualität und Design: 10/10 • Assistenzsysteme & Zusatzfunktionen: 8/8 + 4 Bonuspunkte für WiFi-Updates und DAB-Verkehrsdaten • Preis: 10/10 • Gesamtwertung: 89/100 Punkten, 4,5 Sterne (sehr empfehlenswert).
Platz 3: Garmin Drive Assist 51 Europe LMT-D
Mit einem stolzen Preis von 300 Euro ist das Garmin-Navi Drive Assist 51 Europe das teuerste Modell im Navigationsgeräte-Test. Dafür bietet es aber auch eine besondere Zusatzfunktion: eine integrierte Dashcam. Durch die Kamera wird zwar das Anbringen der Halterung ein wenig fummelig, sie filmt aber dafür das Verkehrsgeschehen und speichert gefährliche Situationen automatisch in einer Galerie (mehr zum Thema Dashcam). Das hat auch im Test gut funktioniert. Durch die integrierte Kamera gibt es neben den üblichen Navi-Assistenten (Spurassistent, Tempo- und Radarwarner) hier außerdem einen Kollisionswarner, einen Spurhalte-Assistent und einen Losfahr-Alarm. Leider reagieren die Systeme ziemlich spät. Der Kollisionswarner schlägt erst Alarm, wenn es eigentlich zu spät ist – in unserem Test hatte der Fahrer längst reagiert. Das Navigationssystem bezieht die Verkehrsdaten, wenn das Smartphone nicht gekoppelt ist, über DAB+. Trotzdem wollte es an der gesperrten Autobahnauffahrt nicht vorbeifahren. Auch hier wurde die Sperrung angezeigt, die Route aber nicht angepasst. Dafür wird der Weg auch bei diesem Modell dank "Garmin Real Directions" besonders anschaulich beschrieben. Die Sprachsteuerung reagiert zuverlässig auf das Kommando "Sprachbefehl". Ohne die Hände vom Lenkrad zu nehmen, können dann festgelegte Befehle durchgeführt werden. Die Sprachsteuerung hat zwar bei Verkehrsgeräuschen "Verständnisprobleme", funktioniert aber gerade bei simplen Befehlen wie "lauter" oder "leiser" gut. • Kapitelwertungen: Routenführung: 20/30 • Bedienung: 17/20 • Sicherheit: 17/20 • Qualität und Design: 10/10 • Assistenzsysteme & Zusatzfunktionen: 8/8 + 8 Bonuspunkte für WiFi-Updates, DAB-Verkehrsdaten, Dashcam und kamerabasierte Assistenzsysteme • Preis: 5/10 • Gesamtwertung: 85/100 Punkten, 4,5 Sterne (sehr empfehlenswert).
Platz 4: Blaupunkt Travel Pilot 65 Active Connect

Das Blaupunkt-Navi erledigt seinen Job gut, dürfte aber gern etwas günstiger sein.

Die Menüführung des Blaupunkt Travel Pilot 65 Active Connect wirkt – zugegeben – ein wenig grobschlächtig. So punkten die Bezeichnungen einiger Untermenüs aus. Doch viel mehr gibt es an dem Navi nicht auszusetzen. Die Navigation funktioniert zuverlässig. Etwas nervig bei der Adress-Eingabe: Zum Eintippen einer Hausnummer muss die Tastatur erst manuell auf Ziffern umgestellt werden, andere Navis machen das automatisch. Die Verkehrsdaten bezieht das Navi aus dem Internet, wenn es mit dem Smartphone verbunden ist, ansonsten über TMC. Der Testfahrer wurde auch im Falle des Blaupunkt-Navis nicht um die Sperrung herumgeführt. Und das Navi blieb hartnäckig, wollte immer wieder zur gesperrten Ausfahrt zurück, der Fahrer musste sich selbst eine Umleitung suchen. Den Rest der Strecke meisterte das Gerät mit dem blauen Punkt jedoch mit Bravour, Neuberechnungen gehen fix. Die Befestigung ist leicht, der Bildschirm wird mithilfe eines Magneten an der Halterung befestigt – wesentlich weniger fummelig als bei vielen anderen Systemen und dazu noch bombenfest. Die Bluetooth-Freisprecheinrichtung funktioniert tadellos, leider verzichtet das Gerät auf eine Sprachsteuerung, die man für den Preis von rund 220 Euro jedoch erwarten könnte. • Kapitelwertungen: Routenführung: 22/30 • Bedienung: 20/20 • Sicherheit: 15/20 • Qualität und Design: 7/10 • Assistenzsysteme & Zusatzfunktionen: 4/8 + 0 Bonuspunkte • Preis: 5/10 • Gesamtwertung: 73/100 Punkten, 4 Sterne (empfehlenswert).
Platz 5: TomTom Via 52
Das TomTom Via 52 kommt ohne viel Schnickschnack aus, hier steht die Navigation im Vordergrund. Die Menüführung ist simpel, jeder findet sich schnell zurecht. Auch die Bluetooth-Kopplung mit dem Telefon ist einfach – und empfehlenswert, denn dann verfügt das TomTom auch über aktuelle Verkehrsinfos. Außerdem können auf dem Navi Anrufe beantwortet werden, denn der Bildschirm fungiert auch als Freisprecheinrichtung. Eine Extra-App wird für die Smartphone-Integration beim Via 52 im Gegensatz zum Go Basic nicht benötigt. Beim Fahren ohne das Tethering mit dem Handy wurden Baustellen und Sperrungen auf der Route nicht berücksichtigt. Die Neuberechnungen der Route dauerten vergleichsweise lange, sodass der Fahrer zunächst ohne Anweisungen weiterfahren musste. Das Via 52 verfügt ebenfalls über eine Sprachsteuerung, die sich über den Satz "Hallo TomTom" aktivieren lässt. Leider werden komplexe Anweisungen (z.B. eine neue Adresse) oft nicht verstanden. Auch den Aktivierungssatz muss man oft mehrfach und sehr laut sagen, bevor das Navi ihn versteht. Der Touchscreen reagiert präzise, hakt jedoch gelegentlich, vor allem bei der Eingabe neuer Adressen. Die Bildqualität könnte etwas besser sein, ist für den Preis von 140 Euro aber durchaus zu verschmerzen. Eine etwas wackelige Halterung macht dem Navi in der Sicherheits-Wertung einen Strich durch die Rechnung. • Kapitelwertungen: Routenführung: 20/30 • Bedienung: 17/20 • Sicherheit: 9/20 • Qualität und Design: 7/10 • Assistenzsysteme & Zusatzfunktionen: 7/8 + 0 Bonuspunkte • Preis: 10/10 • Gesamtwertung: 70/100 Punkten, 3,5 Sterne (empfehlenswert).
Platz 6: Garmin Drive 61 Europe LMT-S
Das Garmin Drive 61 Europe punktet mit seinem simplen Aufbau, es verzichtet auf zusätzlichen Firlefanz und konzentriert sich auf die Navigation. Die sollte aber deutlich besser funktionieren. Wie bei den anderen Garmins dauert die Suche nach dem GPS-Signal sehr lange. Und auch hier passiert es wieder: Die Sperrung auf der Testroute wird erkannt, das Navi gibt auf der Tonspur sogar die Information, dass die Auffahrt gesperrt ist, der Routenverlauf wird aber nicht angepasst. Dafür funktioniert die Neuberechnung der Route sehr schnell, das Navi führt zielgerichtet zu einer alternativen Autobahnauffahrt. Auch dieses Navi bietet mit "Garmin Real Directions" besonders präzise Anweisungen. Die Bedienung ist einfach, der Touchscreen ist aber manchmal etwas ungenau. So passiert schnell ein Vertipper nach dem anderen. Spurassistent und Tempowarner funktionieren zuverlässig. Wenn das Smartphone eingebunden ist, gibt es auch aktuelle Verkehrsinfos. Andere Bluetooth-basierte Funktionen wie eine Freisprecheinrichtung bietet das Garmin Drive 61 Europe aber nicht. Ein weiterer Wermutstropfen: Bei USB-Verbindung geht das Navi offenbar in einen Datenmodus zur Softwareaktualisierung. Auf die Navi-Funktionen lässt sich dann nicht zurückgreifen. • Kapitelwertungen: Routenführung: 19/30 • Bedienung: 14/20 • Sicherheit: 15/20 • Qualität und Design: 7/10 • Assistenzsysteme & Zusatzfunktionen: 4/8 + 0 Bonuspunkte • Preis: 7/10 • Gesamtwertung: 66/100 Punkten, 3,5 Sterne (empfehlenswert).
Platz 7: JunSun Navigator
Das China-Navi von JunSun ist mit rund 35 Euro der günstigste Test-Kandidat und lässt zumindest beim Preis die Markengeräte weit hinter sich. Doch genau das trifft hier auch zu: billig. Das Navi hält keinen Belastungen stand. Beim Herausnehmen aus der Halterung verbiegt es sich sogar leicht, das Display wird fleckig. Die Navigationsansagen sind viel zu leise und bei Verkehrsgeräuschen kaum zu verstehen. Das JunSun wackelt beim Fahren und spiegelt bei Sonne. Auch beim Anschließen gab es Probleme, denn per USB am PC oder im Auto geht das Navi offenbar in einen Datenmodus. Die Navigations-App ist dann nicht verfügbar. Richtig gut funktioniert es also nur, wenn die Stromversorgung aus dem Zigarettenanzünder kommt. Aber es gibt nicht nur zu meckern beim Preishammer-Navi, denn seine Kernaufgabe – das Navigieren – erledigt das Gerät gut. Die Bedienung erfolgt intuitiv, die Zieleingabe geht flüssig, die Routen werden schnell neuberechnet, wenn etwas nicht funktioniert. Zwar hat auch das JunSun die Sperrung der Autobahn-Auffahrt nicht erkannt, dafür aber gleich eine neue Route berechnet, anstatt den Fahrer zig Mal zum Umkehren bewegen zu wollen. Kein Wunder: Die Verkehrsdaten sind nicht aktuell, das Navi hat keinen TMC-Empfänger. Allgemein ist das JunSun mit Mediaplayer, FM-Transmitter und Spielen mehr Tablet als Navigationsgerät. Windows CE dient als Basis. • Kapitelwertungen: Routenführung: 12/30 • Bedienung: 12/20 • Sicherheit: 5/20 • Qualität und Design: 0/10 • Assistenzsysteme & Zusatzfunktionen: 4/8 + 6 Bonuspunkte für FM-Transmitter, Mediaplayer und Spiele • Preis: 10/10 • Gesamtwertung: 49/100 Punkten, 2,5 Sterne (bedingt empfehlenswert).
Platz 8: GoClever Navio 2 740

Der Flop im Test fällt nicht nur herunter, sondern auch mit Übersetzungsfehlern und schlechter Menüführung auf.

GoClever ist ein Hersteller aus Polen, der vorrangig Smartphones und Tablets anbietet, jedoch auch Navigationsgeräte im Programm hat. Die polnischen Wurzeln schlugen im Test direkt durch, denn während die Menüführung auf Deutsch eingerichtet war, kamen die Navigationsanweisungen auf Polnisch daher. Also musste der Testfahrer erst mal rechts ranfahren und durch die Menüführung klicken, denn die Standardsprache ist beim Navio 2 740 nicht gleichzeitig auch die Navigationssprache. Allgemein fällt das Navi in Sachen Benutzerfreundlichkeit durch – die Menüs sind teilweise unlogisch aufgebaut, die Übersetzung ins Deutsche ist schlecht. Insgesamt wirkt das GoClever-Gerät billig – was bei einem Preis von 70 Euro aber auch nicht anders zu erwarten ist. Der Touchscreen reagiert sehr langsam, die Karten sind unübersichtlich. Die Halterung lässt sich umständlich anbringen und ist dazu auch noch unsicher – das Navi wackelt und fiel während der Fahrt sogar einmal herunter. Aktuelle Verkehrsinformationen wie zum Beispiel eine Sperrung, die sich auf unserer Testroute befand, hat das Navi nicht auf dem Schirm. Es ist vielmehr ein kleines Tablet mit Multimediaplayer und FM-Transmitter, das eben auch noch über eine Navigations-App verfügt. Und die funktioniert nur mit GPS-Signal. Wer also gemütlich im Wohnzimmer schon mal eine Route planen möchte, sollte sich ans Fenster stellen, denn ohne Verbindung zum Satelliten funktioniert das Ganze nicht. Eine weitere nervige Kleinigkeit: Der Tastenton lässt sich nicht deaktivieren. Dafür wartet eine Überraschung beim Klicken durch die Einstellungen: Unter dem Punkt "Wince" verbirgt sich ein Windows-Desktop (Win CE). Nett für nostalgische Gefühle, ungünstig, wenn man sich verklickt hat. Denn um den Windows-Desktop wieder zu verlassen, muss das Navi erst ausgeschaltet werden. • Kapitelwertungen: Routenführung: 10/30 • Bedienung: 0/20 • Sicherheit: 0/20 • Qualität und Design: 0/10 • Assistenzsysteme & Zusatzfunktionen: 2/8 + 4 Bonuspunkte für FM-Transmitter, und Mediaplayer • Preis: 0/10 • Gesamtwertung: 16/100 Punkten, 1 Stern (nicht empfehlenswert).

Lena Trautermann

Fazit

Das Navi muss zum Nutzer passen. Zuvor überlegen, auf welche Funktionen man Wert legt und im Zweifelsfall: ausprobieren. Ans Ziel führen sie alle!

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Gebrauchtwagen