Navigieren mit dem Handy

Navigieren mit dem Handy

Navigieren mit dem Handy

— 16.07.2003

Fragen ist billiger

Können Handys Navigationsgeräte ersetzen? Wir haben es probiert.

Zu klein, zu passiv, zu teuer

Die meisten Autofahrer haben kein Navigationsgerät. Weil sie es nur selten brauchen, und weil es ihnen zu teuer ist. Wenn sie ein Handy haben, können sie sich zudem von den meisten Netzbetreibern eine Route planen und auf das Mobiltelefon schicken lassen. Was taugen diese Handy-Scouts? AUTO BILD hat es ausprobiert. Der Ärger beginnt schon bei der Eingabe von Start- und Zielort.

SMS-Laien, also Menschen, die nicht massenhaft Kurzmeldungen per Handy verschicken, haben hier schlechte Karten: Das Eintippen der Buchstaben über die Mini-Tastatur nervt und kostet viel Zeit. Stichwort Kosten: Die Provider (Netzbetreiber) kassieren für die Routenplanung noch einmal extra. Pro Strecke sind das bis zu 50 Cent (mit Liste der Abbiegehinweise). Das Zusenden der Karte kostet noch einmal bis zu zwei Euro. Diese Karten sind jedoch auf normalen Handy-Displays völlig unbrauchbar. Dort ist nur ein Knäuel schwarzer Linien auf grauem Grund zu sehen. Nichts fürs Auto.

Aber auch auf den farbigen Displays der neuen Multimedia-Handys bringen Karten nicht wirklich etwas. Der Maßstab bleibt für Autofahrer trotz Zoomfunktion schlicht zu klein. Größter Nachteil gegenüber den echten Navigationsgeräten: Die Telefon-Pfadfinder haben keine Satelliten-Ortung (GPS). Fahrmanöver werden von den Handys nicht nachvollzogen. Die Karten bleiben statisch. Das kann jeder Autoatlas besser.

Zu umständlich, zu gefährlich

Aber auch die Listen mit Abbiegehinweisen bringen den Fahrer nicht weiter. Sie passen nicht komplett auf die Bildschirme, der Fahrer muss per Knopfdruck am Handy "weiterblättern". Das ist seit Einführung der Freisprechanlagen-Pflicht im Auto bußgeldverdächtig (30 Euro). Zudem sind die Routen auf den winzigen Displays kaum zu entziffern.

Das Ablesen während der Fahrt führt zu Blindflügen von mehreren hundert Metern. Da hilft nur eins: Ein Beifahrer muss die Hinweise vom Handy ablesen. Doch das ist Unsinn. Dann tut es auch die gute alte Straßenkarte. Und in Städten kann jeder einen Taxifahrer oder die Einheimischen nach dem Weg fragen. Das bringt meist viel, kostet aber nichts.

WAP: So kommen die Internet-Seiten aufs Handy Wer mit dem Handy Routen planen oder Stauinformationen abrufen will, braucht ein WAP-fähiges Handy. Mit WAP können Internet- Seiten auf den Displays der Mobiltelefone dargestellt werden. Die Netzbetreiber haben in den von ihnen mit Verträgen ausgegebenen Handys ihre WAP-Seiten meist schon programmiert. Wer zusätzliche Seiten abrufen möchte, muss deren Adresse im Handy-Menü unter WAP/Internet speichern. Adressen von WAP-Anbietern gibt es im Internet (Suchbegriff WAP-Portale). Die Kosten (bis zu zwei Euro pro Straßenkarte) werden mit der Telefonrechnung abgebucht.

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