Nebelscheinwerfer im Test

Volvo C30 Toyota Auris

Nebelscheinwerfer im Test

— 12.02.2008

Hier bleibt vieles im Dunkeln

Nebelscheinwerfer sollen die Sicht verbessern – doch viele blenden nur. Die Hersteller wissen das, bauen sie aber trotzdem ein. Die Nebelleuchten haben einen anderen Zweck: Sie sind Design-Elemente.

Die meisten Fahrzeuge sind heute serienmäßig oder zumindest gegen Aufpreis mit Nebelscheinwerfern ausgerüstet. Grund genug, diese zusätzlichen Frontleuchten einmal ganz genau zu testen. Dazu haben wir die Gelegenheit genutzt und während des großen Scheinwerfer-Tests im Lichtkanal bei Hella auch die Nebelscheinwerfer angeschaltet. Nebel gelichtet? Leider nur selten. Denn bei einigen Fahrzeugen war nur ein geringer Lichtschein zu erkennen. Etwa beim Citroën C4 Picasso. Das Foto ist aus einer Höhe von drei Metern geschossen und zeigt vor dem Wagen nur einen mageren Lichtkegel. Aus der Fahrer-Perspektive jedoch ist der nahezu unsichtbar. Weil der Blick wegen des hohen Vorbaus des C4 erst in einem Bereich auf die Straße trifft, in dem das Nebellicht schon verblasst.

Kläglicher Klecks: Von dem bisschen Licht vor dem Citroën ist aus der Fahrersicht nichts mehr zu sehen, auch die Breite fehlt.

Ein Effekt, den auch Peugeot 308, Renault Twingo und Skoda Fabia zeigen. Doch völlig auf den Kopf gestellt wird die Aufgabe der Nebelscheinwerfer, wenn sie auch noch jede Menge Eigenblendung erzeugen. Ford Mondeo, Mazda MX-5 und Renault Twingo sind dabei die Spitzenreiter, auch die Skoda schneiden nur wenig besser ab. Und der neue VW Tiguan schafft es, noch 30 Meter vor der Fahrzeugnase flackernde Irrlichter an die Decke des Lichttunnels zu werfen. Wie ein Nebelscheinwerfer funktionieren muss, zeigt in Vollendung nur das Mercedes G-Modell. Es leuchtet die Straßenränder breitflächig aus und bietet damit beste Führungseigenschaften. 25 Meter Reichweite sorgen für sichere Fahrt in dicker Suppe, Eigenblendung durch Streulicht tritt so gut wie nicht auf. Von den übrigen Modellen bewahren bloß noch die beiden Opel-Modelle den Durchblick – an den Rest sollten die Konstrukteure dringend noch mal ran.

Fazit von AUTO BILD-Autor Hendrik Dieckmann

Nebelscheinwerfer sollen die Sicht unter widrigen Bedingungen verbessern. Doch genau dabei versagen die meisten, einige steigern sogar noch die Blendung. Obwohl die Hersteller das wissen müssten, bauen sie sie trotzdem ein. Denn Nebelleuchten haben noch einen ganz anderen Zweck: Sie sind Design-Elemente.

Gebrauch der Nebelleuchten

Die Blender sind unter uns: Selbst bei Sonnenschein kommen sie mit eingeschalteten Nebelscheinwerfern entgegen. Dabei ist in der Straßenverkehrsordnung klar festgelegt, dass Nebelscheinwerfer nur bei erheblicher Sichtbehinderung durch Nebel, Regen oder Schneefall benutzt werden dürfen. Keinesfalls als Ersatz für Tagfahrlicht, dazu dienen Abblendlicht oder spezielle Tagfahrleuchten vorn. Noch strikter ist der Gebrauch der Nebelschlussleuchte geregelt: Diese darf nur bei Nebel und dann auch nur bei einer Sichtweite von weniger als 50 Meter angeschaltet werden. Also nicht bei Dämmerung, Regen oder Schneefall. Grund dafür ist die Blendwirkung. Wichtig: Gleichzeitig darf beim Einsatz der Nebelschlussleuchte maximal Tempo 50 gefahren werden.

Zuviel Streulicht verursacht Eigenblendung

Nebel besteht aus feinsten Wassertröpfchen, die auftreffendes Licht reflektieren. Das sieht für den Fahrer aus wie eine undurchdringliche weiße Wand. Deshalb dürfen Nebelscheinwerfer auf keinen Fall zu viel Streulicht in den Bereich oberhalb ihrer Anbauhöhe aussenden, denn dann verursachen sie Eigenblendung. Diese muss so gering wie möglich gehalten werden. Dass das möglich ist, zeigt das Mercedes G-Modell. Der weitaus größte Teil der serienmäßigen Nebelscheinwerfer jedoch ist bei den Einsatzbedingungen, für die sie eigentlich entworfen wurden, kaum brauchbar.

Den kompletten Artikel mit allen Daten und ausführlichen Tabellen können Sie per PDF aus unserem Heftarchiv herunterladen.

Autor: Hendrik Dieckmann

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