Hybrid-Byd F3 für unter 10.000 Euro.

Neue Batterietechnik

— 25.08.2008

Byd baut Billig-Hybrid

In Genf war der F3 mit innovativem Hybridantrieb 2008 erstmals zu sehen. Nun will sein chinesischer Hersteller Byd Ernst machen: Zum Schleuderpreis von umgerechnet rund 9500 Euro soll die Limousine auf den Markt geworfen werden.

Zwei Antriebe, ein Preis – und der hat es in sich: Umgerechnet rund 9500 Euro soll der F3 DM mit Hybridantrieb in China kosten, berichtet das Fachmagazin "China Car Times". Das bekannteste Hybridauto, der Prius von Toyota, wird dort für umgerechnet rund 14.300 Euro verkauft. Bei uns beträgt der Einstiegspreis für den Prius derzeit rund 24.000 Euro. Beim F3 steht "DM" für "Dual Mode", ein anderes Wort für Hybridantrieb. Die Limousine war auf dem Genfer Salon im Frühjahr 2008 erstmals zu sehen. Angetrieben wird sie von einem Benzinmotor mit einem Liter Hubraum sowie einem 400 Newtonmeter starker Elektromotor. Als Zwischenspeicher fungieren neuartige Eisenphosphat-Batterien, die laut Hersteller eine enorme Reichweite von rund 400 Kilometern ermöglichen und in nur zehn Minuten wieder halbvoll geladen werden sollen. Die Lebensdauer der FE-Akkus gibt Byd, der an der Technik seit zehn Jahren feilt, mit bis zu 600.000 Kilometern an.

Nach dem Konzept der Entwickler ist der F3 DM kein Auto mit Verbrennungsmotor, das ein Elektromotor unterstützt, sondern gerade umgekehrt: Hauptantriebsmaschine soll der E-Motor sein. Bewahrheitet sich die schnelle Ladezeit und lange Lebensdauer des Akkus, könnte dieser Ansatz von Byd aufgehen: Statt an die Tankstelle fährt man mit dem F3 DM dann an die Ladestation, wo in wenigen Minuten der "Tank" zumindest wieder halbvoll ist. Nur wenn die Steckdose fehlt, springt der Ottomotor helfend ein. In China plant Byd daher auch ein Netz solcher Stromtankstellen. In Europa will der Hersteller 2009 mindestens vier Sterne im Crashtest erreichen, ein Jahr später soll der F3 dann auch hier erhältlich sein.


Wer die Perspektive der Byd-Ingenieure kennt, versteht ihren Ansatz: Byd ist durch die Entwicklung und Produktion von Akkus groß geworden. Seit 13 Jahren stellen die Chinesen Minibatterien für Funktelefone auf der ganzen Welt her; über die Akquisition des Autoherstellers Qinchuan kamen sie 2003 in den Fahrzeugmarkt. Heute arbeiten 130.000 Menschen für den Batteriehersteller, davon rund 8000 in der Forschungsabteilung.

Autor: Roland Wildberg

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