Dieselsorten

Was bringt der neue Supersprit? Was bringt der neue Supersprit?

Neue Dieselsorten

— 15.07.2004

Was bringt der neue Sprit?

Shell und Aral führen neue Kraftstoffe ein, die angeblich alles besser können. Und natürlich teurer sind. Was ist da dran?

Mehr Leistung, weniger Verbrauch und Abgas

Das muss man sich trauen: Ausgerechnet wenn Deutschland über hohe Spritpreise stöhnt, stellen Shell und Aral neue Kraftstoffe vor, die bis zu zwölf Cent mehr kosten als die Standardsorte. Erstmals wird nun auch Dieselkraftstoff gedopt: Shell führte am 4. Juni sein neues V-Power Diesel ein, Aral kontert mit Ultimate Diesel. Beide Hersteller versprechen mehr Leistung, weniger Verbrauch und Schadstoffe.

Unterschiedlich sind die Wege: Shell mischt dem Dieselkraftstoff fünf Prozent synthetischen Sprit aus Erdgas bei. Aral braut sein Ultimate Diesel konventionell. Aber in neuartiger Zusammensetzung und nennt Zahlen für die Wirkung: Die Motorleistung soll um fünf Prozent steigen, der Verbrauch um zwei Prozent sinken. Bei verbesserten Abgaswerten: Unverbrannte Kohlenwasserstoffe (HC) und Kohlenmonoxid (CO) gehen angeblich um jeweils 27 Prozent zurück.

Das bestätigt auch der TÜV Rheinland. Shell hingegen nennt keine konkreten Zahlen, verweist stattdessen auf den Reinigungseffekt von V-Power Diesel im Einspritzsystem. Damit angeblich verbunden: etwa 2,7 Prozent Leistungsanstieg – vor allem bei modernen Direkteinspritzern wie TDI, CDI und Co. Doch dazu müssen die Düsen erst einmal verschmutzt sein. Aber: Sind sie es in der Praxis überhaupt?

Lohnt der Preisaufschlag? Eigentlich nicht

Gerd Esser, Sprecher des Diesel-Pioniers Mercedes-Benz: "Die Ergebnisse der Shell-Testreihen, stellen aus unserer Sicht eher Ausnahmen dar. Wir können diese Werte aus unserer eigenen Feldbeobachtung nicht bestätigen." Heißt: Verschmutzte Düsen kommen in der Praxis fast nicht vor. Und wenn, dann nur in extremen Kurzstrecken-Fahrzeugen. Mercedes bewertet deshalb auch die verbrauchs- und emissionsreduzierende Wirkung höher als eventuelle Leistungssteigerungen.

Was ebenfalls für die dritte neue Spritsorte gilt: Aral Ultimate 100. Das Super Plusplus für Benziner, ein Konkurrenzstoff zu Shells V-Power 100 Oktan. Es soll bei allen Schadstoffwerten Verbesserungen zeigen, bei den besonders schädlichen Stickoxiden (NOX) um 9,5 Prozent.

Also: Ultimate/V-Power tanken oder nicht? Antwort: Wenn Sie es sich leisten können, ja. Denn für den Mehrpreis, bieten Shell wie Aral ein verbessertes Abgasverhalten. Die Leistungssteigerungen sind in der Praxis kaum spürbar. Wem der Aufpreis zu teuer ist, kann auch weiterhin Standard-Diesel fahren. Was unseren Motoren bislang nicht schadete, wird sie auch in Zukunft nicht umbringen.

Aral gegen Shell – Ultimate gegen V-Power

Aral Ultimate Diesel ist glasklar, schäumt kaum beim Tanken und soll die Motorleistung um durchschnittlich fünf, bei bestimmten Fahrzeugen sogar um 13 Prozent steigern. Bei gleichzeitig verringertem Verbrauch (durchschnittlich zwei Prozent) und Abgasausstoß. Ähnlich liegen die Aral-Leistungsangaben für Ultimate 100, welches das Super plus ersetzt. Vor allem die Abgase sollen viel sauberer sein, mit weniger Kohlenwasserstoffen (-8,5 %), Kohlenmonoxid (-3,0 %) und Stickoxiden (-9,5 %).

Shell V-Power Diesel wird fünf Prozent synthetischer Dieselkraftstoff aus Erdgas (GTL: Gas to Liquid) beigemischt. Auch Shell verspricht mehr Leistung und weniger Abgas, stellt aber vor allem eine Reduzierung der umstrittenen Rußpartikel in Aussicht. Neuartige Additive sollen Ablagerungen an den Einspritzdüsen beseitigen, so verloren gegangene Motorleistung zurückholen.

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