Neue Hürde bei Opel-Rettung — 23.06.2009

GM will Rückkaufrecht

Bei der Rettung des Autobauers Opel tauchen immer wieder neue Hindernisse auf. Die insolvente Mutter General Motors strebe ein Rückkaufrecht an, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

(dpa/cj) Der bisherige Mutterkonzern General Motors (GM) fordert laut einem Zeitungsbericht eine Rückkaufoption für den europäischen Autobauer Opel. Dies habe GM zur Vorgabe für den Verkauf des hilfsbedürftigen Unternehmens durch die staatlich kontrollierte Treuhandgesellschaft gemacht, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Dienstag unter Berufung auf gut informierte Kreise. Für den favorisierten Bieter Magna würde dies die angestrebte Übernahme von Opel deutlich unattraktiver machen, weil GM sich dann eines Tages die Früchte einer erfolgreichen Sanierung von Opel sichern könnte, schreibt das Blatt. "Magna wird sich deshalb auf eine solche Rückkaufoption keinesfalls einlassen", hieß es aus den Kreisen. Allerdings handele sich voraussichtlich um kein unüberwindbares Hindernis für einen Abschluss der geplanten Transaktion.

Ministerpräsident Koch zu Gesprächen in Übersee

Unterdessen laufen in Übersee die Verhandlungen auf Hochtouren. Nach Angaben des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) hat die Führung von General Motors den Zeitplan für den Abschluss des Investorenvertrags im Sommer bestätigt. Er sprach unter anderem in Detroit mit GM-Chef Fritz Henderson. Der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna sei in dem Verfahren der bevorzugte Bieter, eine Einigung möglich, so Koch. Opels Europa-Chef Carl-Peter Forster habe bestätigt, dass Opel beim laufenden Finanzbedarf genau im Rahmen der staatlichen Bürgschaft liege, sagte der Ministerpräsident. Koch drang auf einen möglichst schnellen Vertragsabschluss, da jeden Monat bei Opel Verluste von etwa 100 Millionen Euro anfielen, die derzeit vom deutschen Steuerzahler getragen würden.

Opel gehört seit kurzem zu 65 Prozent einer Treuhandgesellschaft, die auf Basis eines Vertrages mit Vorgaben der Bundesregierung und von GM arbeitet. GM hält noch die restlichen 35 Prozent der Anteile. Bis Sommer soll ein verbindlicher Kaufvertrag über 55 Prozent mit Magna und seinen russischen Partnern, der staatlichen Sberbank sowie dem Autohersteller GAZ, unterzeichnet werden. Derzeit bereitet Magna mit einem Team von 40 bis 50 Spezialisten in Rüsselsheim den Investorenvertrag vor. Weitere zehn Prozent der Anteile wollen die Opelaner selbst erwerben.

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pilot747
24.06.2009, 10:17Uhr

Jetzt da GM am Tropf des Staates hängt und die Finanzsorgen vorbei sind, wird es plötzlich selbstbewusst und arrogant.
Wie kann die Bundesregierung nur Opel unterstützen wenn noch nicht alle Modalitäten des Kaufvertrages mit GM unter Dach und Fach sind?

Padras
23.06.2009, 21:44Uhr

Ein wirklich erstrebenswerter Kauf! Im Monat 100 000 000 EUR Verlust!
Warum dreht man hier nicht den Schlüssel rum, sondern verdummt den Steuerzahler?

Ludger Schmidt
23.06.2009, 19:05Uhr

Dr oene hebt's, dr andre läßt's net fahra!
(Der Eine hält's fest, der Andere läßt's nicht los.)
Immer wenn OPEL (bzw. alle, die OPEL retten wollen) ein Problem gelöst hat, erfindet GM ein neues.

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