Neue Motoren in der Formel 1

Neue Motoren in der Formel 1

— 05.07.2006

Kompromiß gefunden

Die Formel-1-Teams dürfen am Basisaggregat nur geringe Veränderungen vornehmen. Darauf einigten sie sich mit Chefpromoter Ecclestone.

Noch im Vorjahr wußten die Formel-1-Rennstallmanager nicht, was sie Bernie Ecclestone zum 75. Geburtstag schenken sollten. Sie einigten sich auf zehn Gridgirls, die dem Jubilar im knappsten Dreß der jeweiligen Teamkollektion die Aufwartung machten.

Am nächsten Ehrentag, dem 28. Oktober 2006, wird zu Würden des britischen Chefpromoters jeder Rennstall einen Formel-1-Motor überbringen. Das ist Kernpunkt eines verbindlichen Abkommens, das die Formel-1-Hersteller, der Automobilweltverband Fia und Ecclestone am Rande des Grands Prix der USA geschlossen haben. Es ist ein Kompromiß im Streit um das Motorenreglement und ein Lehrstück über die Zerstrittenheit der Branche.

Zunächst stieß die Fia die Autobauer vor den Kopf und verbot jegliche Entwicklung der Triebwerke von 2008 bis 2010. Dann handelten Renault-Chef Flavio Briatore und Ferrari-Patron Jean Todt mit Fia-Präsident Max Mosley das "Maranello Proposal" aus: Fortschritt ja, aber die Kosten dürfen fünf Jahre 15 Millionen Euro per annum nicht übersteigen. Bisher verschlingen die Budgets mehr als das Zehnfache.

In Indianapolis handelte Ecclestone in Abwesenheit Mosleys das "Bernie Agreement" aus – die "Vorschläge von Maranello" mit nur vier Jahren Laufzeit. Für die auf technisches Wettrüsten bedachten Hersteller ist das eine Schlappe: Die Teams dürfen am Basismotor nur geringe Veränderungen vornehmen – man spricht von Verbesserungen am Zylinderkopf oder der Benzineinspritzug.

Am 28. Oktober eines jeden Jahres, dem Tag ihres Herrn, müssen die Motoren bei der Fia zur Überprüfung abgeliefert werden. Das Meisterwerk haben elf von zwölf Rennställen unterschrieben. Nur Midland-Chef Colin Kolles ziert sich. Kolles überreichte wenige Minuten vor dem Rennen in Indianapolis seine Forderung an Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Darin forderte Kolles, daß Mercedes sein Team ab nächster Saison mit einem Mercedes-Werksmotor ausrüstet.

Für die Marke mit dem Stern ist das Ansinnen unangenehm. Mercedes wollte eigentlich das Team des Ex-Rennfahrers Jean Alesi protegieren, aber der Franzose erhielt von der Fia kein Startrecht. Jeder der übrigen fünf Hersteller liefert 2007 Kundenmotoren ans Werksteam und an einen Partner: Toyota verkauft Triebwerke an Williams, Honda stattet das Super-Aguri-Team aus, Renault wird wohl Red Bull beliefern, Ferrari sich mit Toro Rosso zusammentun und BMW, so wird spekuliert, mit David Richards ProDrive anbandeln. Wollen die Silberpfeile das neue Abkommen nicht blockieren und damit beim Weltverband Fia und bei den anderen Teams nicht weiter in Ungnade fallen, müssen sie Midland unterstützen.

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