Neue Pickups von Fiat, Mercedes und Renault

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Neue Pick-ups von Fiat, Mercedes und Renault

— 08.12.2015

Die Pritsche wird salonfähig

Fiat, Mercedes und Renault wollen ein Stück vom Pick-up-Kuchen abhaben. In den kommenden Jahren bringen alle drei Marken jeweils einen Laster mit rund einer Tonne Nutzlast.

(dpa) Er gilt als das amerikanischste aller Autos. Kein Wunder, dass auf dem größten Fahrzeugmarkt der Welt mehr als jeder zehnte Pkw eine Pritsche hat. Doch ein paar Fahrzeugklassen darunter schwappt dieses Phänomen mit Modellen von etwa einer Tonne Nutzlast langsam auch nach Deutschland. "Das Segment hat zwar einen Marktanteil von weniger als einem Prozent", sagt Mitsubishi-Vertriebschef Jens Schulz. "Aber die Zahl der Wettbewerber, die um diesen kleinen Kuchen ringen, wird größer."

"Big Jim will das kernige Auto zurück"

Die Psychologie könnte beim Erfolg in Europa helfen: Wenn SUVs zu Damen-Autos werden, wollen die Kerle was Kerniges.

Getrieben wird diese Entwicklung weniger von den Wachstumsprognosen in Europa als von den rosigen Aussichten im Rest der Welt, so Jonas Wagner vom Strategieberater Berylls. "Die Pick-ups fahren in einem Segment, das vor allem in Asien, Südamerika und Afrika boomt und sind für die Hersteller ein wichtiger Türöffner." Mit der Anzahl der Modelle, so hofft Jens Schulz, wird auch der Markt in Deutschland wachsen. Dabei könnte den Anbietern sogar die Psychologie zur Hilfe kommen, glaubt Paolo Tumminelli von der International School of Design in Köln. Die zunehmende Verweichlichung der konventionellen Geländewagen beschert Ranger & Co Zulauf, sagt er: "Wenn alle Barbies SUV fahren, dann will Big Jim das kernige Auto zurück."
Vergleich: VW Amarok gegen die Konkurrenz

Alle Mercedes-Modelle bis 2021

Mercedes-AMG R50 Illustration Mercedes SL Illustration Mercedes GLB Illustration

Mercedes und Renault steigen ein

Einer der Neueinsteiger ist Mercedes. An der Nahtstelle zwischen den Geländewagen aus der Pkw-Division und den Kastenwagen der Transport-Fraktion wollen die Schwaben bis 2020 ihren ersten eigenen Pritschenwagen anbieten, stellt Spartenchef Volker Mornhinweg in Aussicht. In der Reihe der Newcomer sind die Stuttgarter damit nicht alleine: Auch Renault plant schon für das nächste Jahr einen ersten Kleinlaster mit offener Ladefläche und hat mit dem Alaskan bereits eine entsprechende Designstudie gezeigt, so Pressesprecher Thomas May-Englert.

Kooperationen mit Nissan und Mitsubishi

Fiat kooperiert für den Fullback mit Mitsubishi. Der L200 stand für den italienischen Pick-up Pate.

Als dritter im Bunde hat Fiat in Dubai den Fullback vorgestellt. Dass sich die drei Hersteller vergleichsweise leicht tun mit dem Schritt in ein neues Segment, hat zwei Gründe: Die Technik der Pritschenwagen mit Leiterrahmen, zuschaltbarem Allradantrieb und drehmomentstarken Dieselmotoren ist ebenso robust wie preisgünstig. "Und vor allem setzen alle Neueinsteiger auf Kooperationen mit etablierten Anbietern und müssen deshalb nicht bei Null anfangen", sagt Jonas Wagner. Der Fiat wird deshalb ein neu eingekleideter Mitsubishi L200.

L200 und Navara sind frisch renoviert

Frisch renoviert ist der Nissan Navara fit für die kommenden Jahre.

Renault und Daimler bedienen sich jeweils beim Allianz-Partner Nissan und dessen Navara. Sowohl der Nissan als auch der Mitsubishi wurden gerade komplett überholt und gehen in einer neuen Generation an den Start. Den Navara gibt es dabei zum ersten Mal mit vielen Assistenzsystemen aus den zivilen Geländewagen und einem neuen Dieselmotor, der aus 2,3 Litern Hubraum 140 kW/190 PS schöpft und rund ein Viertel weniger verbraucht als früher. Für den bis zu 133 kW/181 PS starken L200 reklamiert Mitsubishi einen Verbrauchsvorteil von bis zu 1,1 Litern, mehr Raffinesse und mehr Komfort in der Kabine.

Die Konkurrenz? Hilux, Ranger, Amarok und D-Max

Der Isuzu D-Max geht unangetastet in den nächsten Lebenszyklus.

Neben diesem Duo gibt es in Deutschland bislang noch vier weitere Pick-ups, von denen einige ebenfalls frisch überarbeitet wurden. Der Toyota Hilux startet nach zehn Jahren gerade in die achte Generation und kommt Anfang 2016 mit einem deutlich kantigeren Design, einer komfortableren Kabine und einem sparsameren Vierzylinder-Diesel mit 130 kW/177 PS. Ford gönnt dem Ranger ein Facelift und VW plant laut Pressesprecher Jens Bobsien schon bald ein Update für den Amarok. Nur der Isuzu D-Max läuft unbeeindruckt von den neuen Konkurrenten erst einmal unverändert weiter. Kein Wunder: Als weltweit drittmeist verkauftes Modell in seinem Segment muss er den Wettbewerb nicht fürchten.

Neue Pick-ups von Fiat, Mercedes und Renault

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