Concept 2020 von ZF

Neue Technologien von ZF

So leicht kann ein Knie-Airbag sein

Gewebe- statt Metallgehäuse: ZF hat einen neuen Knie-Airbag entwickelt, der bis zu 30 Prozent weniger wiegt als herkömmliche Lösungen. Anfang 2019 kommt das Luftsack-Leichtgewicht auf den Markt.
Jedes Gramm weniger zählt. Das gilt bei modernen Autos für sämtliche Bauteile im und am Fahrzeug. Natürlich auch für die Airbags. Der Technologie-Konzern ZF hat jetzt einen neuartigen Knie-Airbag entwickelt, der als komplettes Modul nicht einmal 700 Gramm wiegt. Statt des herkömmlichen Metallgehäuses hat er ein patentiertes Gewebegehäuse, das bei optimaler Schutzwirkung bis zu 30 Prozent Gewicht einspart – und so zahlreiche Branchentrends unterstützt.

Geringes Gewicht, geringe Emissionen

Leichtbau im Detail: Dank des Gewebegehäuses wiegt der neue Knie-Airbag von ZF bis zu 30 Prozent weniger als Luftsäcke mit konventionellem Metallgehäuse.

©ZF

"Je leichter ein Fahrzeug ist, desto weniger Kraftstoff verbraucht es und desto weniger Emissionen stößt es aus", sagt Norbert Kagerer, Senior Vice President im ZF-Geschäftsfeld Insassenschutzsysteme. "Außerdem hilft die kleinere und flexiblere Baugröße, neue Innenraumanforderungen sowie Cockpitkonzepte von elektrischen oder autonomen Fahrzeugen der Zukunft zu erfüllen." Und dadurch den Insassenschutz im Falle eines Unfalls weiter zu verbessern.
Durch neuartige Sitzsysteme in selbstfahrenden Autos – zum Beispiel drehbare Loungesessel – gewinnen die Themen Bauraum und Packaging zunehmend an Bedeutung. Die lebensrettenden Rückhaltesysteme, die heute beispielsweise als Airbag im Lenkrad oder als Sicherheitsgurt an der B-Säule untergebracht sind, werden bei autonom fahrenden Autos über kurz oder lang an andere Orte wandern (müssen). Zum Beispiel in die Sitze. Das Themenfeld Sensorik wird dadurch immer wichtiger: Die Systeme müssen erkennen, wo und vor allem wie – aufrecht, halb liegend, in oder gegen die Fahrtrichtung – die Insassen sitzen, die geschützt werden sollen.

Bessere Qualität und Schutzfunktion

Sicherheit hoch zwei: Der neue ZF Knie-Airbag mit Gewebegehäuse schützt Fahrer und Beifahrer. Die kleinere und flexiblere Bauart ermöglicht neue Cockpitkonzepte.

©ZF

Die bekannte und robuste Zündtechnologie des Airbags bleibt bei dem neuen Knie-Modul uneingeschränkt bestehen. ZF sorgt so ohne Einschränkungen der Funktionalität für eine Gewichtseinsparung von rund 300 Gramm – was bei solch einem Bauteil enorm ist. "Man muss sich einfach mal vor Augen führen, dass es bisher schon ein echter Erfolg war, wenn man 50 oder 100 Gramm einsparen konnte. Macht man dann einen derart großen Sprung, ist das äußerst attraktiv für den Kunden", weiß Kagerer. Erster Abnehmer des neuen Knie-Airbags mit Gewebegehäuse ist ein europäischer Volumenhersteller.
Auf Verstärkungen des Armaturenbretts kann mit dem neuen Airbag-Modul teilweise verzichtet werden. Das spart je nach Fahrzeugmodell unter Umständen zusätzlich Gewicht und Kosten. Das Gewebegehäuse kann laut ZF gezielt auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Märkte und Fahrzeugtypen angepasst werden. Der neue Produktionsprozess ermöglicht präzise Bauraumkonfigurationen und trägt so zur Verbesserung der Qualität und Schutzfunktion des Knie-Airbags bei.

Mehr als drei Jahre Entwicklungszeit

Von der ersten Idee bis zur Serienreife stecken mehr als drei Jahre Entwicklungsarbeit im branchenweit ersten Knie-Airbag mit Gewebegehäuse. Zukünftig könnte diese Bauart auch bei anderen Airbags zum Einsatz kommen, zum Beispiel beim Beifahrer-Airbag. Außerhalb Europas gibt es dafür bereits erste Interessenten, verrät ZF.

 

Fotos: ZF

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