Neue Typklassen

Alte Typen, neue Klassen Alte Typen, neue Klassen

Neue Typklassen 2003

— 22.08.2002

Alte Typen, neue Klassen

Zum 1. Oktober werden regelmäßig für alle Autos die Versicherungseinstufungen angepasst. Einige werden dadurch günstiger, einige deutlich teurer.

Hintergründe fürs Auf und Ab

Die Versicherungstarife der Autofahrer ändern sich jedes Jahr. Zum einen durch Beitragserhöhungen der Versicherer und günstigere Schadenfreiheitsrabatte unfallfreier Fahrer. Zum anderen durch die Neueinstufung der Autos ab 1. Oktober (in laufenden Verträgen meist ab 1. Januar des Folgejahres gültig). Durch diese Typklassen bekommt jedes Modell in Haftpflicht, Teil- und Vollkasko quasi eine Risikoklasse zugeteilt. Taucht ein Automodell häufiger als im Vorjahr mit Unfallschäden in der Statistik auf, wird es hochgesetzt. Fällt es weniger oft auf, wird es runtergestuft. Dabei spielt auch die Höhe der Reparaturkosten eine wichtige Rolle. Schließlich ist es bei Haftpflichtschäden ein Unterschied, ob ein Geländewagen oder ein Cabrio ein anderes Auto rammt. Und in der Vollkasko sind Unfälle mit exklusiven Sportwagen meist teurer als bei einfachen Stadtflitzern.

Die Entscheidung über das Auf und Ab der Typklasssen trifft ein Treuhänder, der – wen wundert´s – die Versicherer bestellen. Sein Name wird nie verraten. Mit Hilfe der aktuellen Schadenzahlen und einer Klassifizierungs-Kommission (Autohersteller, Kraftfahrt-Bundesamt, Versicherungen) trifft er seine unanfechtbare Entscheidung. Die alljährliche Neubewertung soll für mehr Gerechtigkeit in der Versichertengemeinschaft sorgen. Denn so wird das Schadensrisiko über die Beiträge der Fahrergruppe eines Modells finanziert.

Pech haben dann alle, die ein unfallträchtiges Modell fahren. Selbst wenn sie nie selber einen Unfall verursachen, zahlen sie den Risikozuschlag über die hohe Typklasse mit. Und haben nur durch den eigenen Schadenfreiheitsrabatt etwas Erleichterung. Doch die Neueinstufung trifft nie alle Modelle. Auch in diesem Jahr bleiben knapp zwei Drittel aller Fahrzeuge in ihrer bisherigen Haftpflicht-Klasse. Fast das gesamte verbleibende Drittel verändert sich nur um eine Klasse nach oben oder unten. Ähnlich sieht es in der Vollkasko aus – wenig Veränderung. Nur in der Teilkasko bleibt nur ein Viertel konstant, fast jedes zweite Fahrzeug ändert sich um eine Klasse, ein Viertel um zwei oder mehr Klassen.

Gewinner und Verlierer

Wer deutlich besser oder schlechter dasteht, verrät unsere Tabelle. Eine komplette Übersicht gibt es beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) im Internet. Die kann als Liste für sieben Euro bei der GDV Dienstleistungsleistung-GmbH, Glockengießerwall 1, 20095 Hamburg oder online bestellt werden.

Veränderungen in Euro und Cent

Der Sprung um eine oder mehrere Typklassen kann richtig Geld kosten – oder eine fette Ersparnis bedeuten, wie die Beispiel-Berechnung unseres Premium-Partners, der ONTOS-Versicherung, zeigt. So wird der Peugeot 206+ HDI um fast 150 Euro pro Jahr in der Haftpflicht günstiger, Toyota RAV4-Fahrer sparen in der Vollkasko knapp 300 Euro.

Am wenigsten kosten Veränderungen in der meist günstigen Teilkasko: Obwohl der 100-PS-Golf und der Volvo V/S 40 um acht Klassen schlechter werden, beträgt der Unterschied gerade mal 40 oder 60 Euro. Entsprechend gering fällt die Ersparnis für Toyota Avensis und Citroën Saxo aus, die erheblich bessere Typklassen bekommen haben.

Was bedeutet die Typklassen-Neueinstufung für Autofahrer? Die meisten werden sie gar nicht bemerken, weil ihre Typklassen gleich bleiben. In der Teilkasko betragen die Veränderungen selbst in den schlimmsten Fällen nur kleinere Euro-Beträge. Gestraft sind nur diejenigen, die unfallfrei geblieben sind, aber ein Auto fahren, das derb hochgestuft wurde. Wer keinen Fahrzeugwechsel geplant hat, muss die Erhöhung also schlucken. Da alle Versicherer aber unterschiedlich hohe Beträge fordern, kann ein Wechsel wieder ein paar Euro sparen helfen. Der Wechsel ist regulär zum Jahresende möglich (Kündigungsfrist bis 30. November!). Ob das Fahrzeug anderswo günstiger zu versichern ist, verrät beispielsweise der Vergleichsrechner von autobild.de.

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