Neue Verkehrsschilder — 01.09.2009
Die neue Ordnung
Der deutsche Schilderwald wird gelichtet – und gleichzeitig aufgeforstet. Denn für die Reform der Straßenverkehrsordnung sind auch ein paar neue Verkehrszeichen nötig. Hier gibt's den Überblick.
Zum 1. September 2009 tritt die umfangreichste Reform der Straßenverkehrsordnung (StVO) seit 1971 in Kraft. Kernstück ist eine
Rodung des Schilderwaldes, bei der einige Verkehrszeichen ausgemustert werden (
autobild.de berichtete). Bis die Schilderaxt im Walde zuschlägt, wird es aber einige Zeit dauern, denn die Behörden nehmen sich zehn Jahre Zeit für den Abbau. Einige Änderungen der Reform wirken sich für die Verkehrsteilnehmer allerdings sofort aus. So soll die "neue" StVO den Fahrradverkehr attraktiver machen: Künftig dürfen auch Radwege an der linken Straßenseite befahren werden, wenn dies durch das Zeichen "Radverkehr frei" erlaubt ist. Autofahrer müssen beim Abbiegen deshalb vermehrt mit Radfahrern aus beiden Richtungen rechnen, bemerkt der ADAC.
Mehr Hilfen für Radfahrer und Inlineskater
Inline-Skater dürfen künftig nur dann abseits der Fußwege fahren, wenn es das neue Zusatzschild "Skaten" ausdrücklich zulässt.
Auch das Radfahren entgegen der Fahrtrichtung von Einbahnstraßen soll künftig erleichtert werden. Allerdings darf weiterhin nur dort geradelt werden, wo es durch ein Zusatzschild ausnahmsweise gestattet ist. Außerdem wird die Beförderung von bis zu zwei Kindern unter sieben Jahren in Fahrradanhängern ausdrücklich erlaubt. Ein neues Schild zeigt an, ob eine Sackgasse für Fußgänger und Radfahrer durchlässig ist. Ein Schutzstreifen für Radfahrer am rechten Fahrbahnrand darf zwar bei Bedarf von anderen Fahrzeugen überfahren werden. Neu ist aber, dass durch diese Markierung das Parken auf dem Schutzstreifen verboten ist. In Fahrradstraßen gilt ein Tempolimit von 30 km/h. Auch Inline-Skater sollen von der Neuregelung profitieren: Sie werden jetzt ausdrücklich in der StVO genannt und werden wie Fußgänger behandelt. Sie dürfen nur dann abseits der Fußwege fahren, wenn das neue Zusatzschild "Skaten" dies ausdrücklich zulässt.
Mit Anhänger ist die linke Spur tabu
Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen auf Autobahnen heißen künftig "Ein- und Ausfädelungsstreifen". Beim Einfädeln darf schneller gefahren werden als auf dem durchgehenden Fahrstreifen, beim Ausfädeln nur dann, wenn auf der durchgängigen Spur der Verkehr stockt. Auf dreispurigen Autobahnen ist der linke Fahrstreifen nicht nur für Lkw über 3,5 Tonnen, sondern für alle Kfz mit Anhänger tabu. An Bahnübergängen gilt ab sofort ein Überholverbot für alle Fahrzeuge, und zwar vom ersten Gefahrzeichen bis zum Überfahren der Gleise. Beschrankte und unbeschrankte Bahnübergänge werden in Zukunft einheitlich mit dem Verkehrszeichen angekündigt, das bisher für den unbeschrankten Bahnübergang stand. Sind künftig mobile Halteverbotsschilder montiert, überstimmen sie dauerhaft montierte Parkschildern und Markierungen.
Kommentare zum Artikel (11)
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... und hier wieder endet. Das bedeutet nichts anderes, als dass Parken hier gebührenpflichtig ist oder zumindest eine Parkscheibe benötigt wird.
Der obige Text ist nach STVO unzulässig.
Richtig wäre: ... als dass Parken hier mit Parkschein bzw. mit Parkscheibe gestattet ist.
Der Begriff " gebührenpflichtig " ist im Gesetz klar definiert und sagt aus, das hier eine
Großveranstalltung stattfindet, für die die Behörde eine Fläche ausgewiesen hat und diese zur Verfügung stellt.
Götz Fohr
Da können wir doch froh sein, dass die Gemeinden nicht auch die STOPP schilder ändern müßen. Es hat da auch keinen interessiert ob man Stop mit einem oder 2 P schreibt. Alle Schüler bekommen es als Fehler angerechnet obwohl Sie jeden Tag an den Schildern vorbeilaufen. Das Schild mit Mutter und Kind war früher auch vorbildlicher, da ging die Mutter zuerst auf die Straße. Heute zerrt das Kind die Mutter auf die Straße. grins !!! . Also Gemeinden augepaßt: die alten Schilder nicht entsorgen. " Wenn in 10 Jahren wieder Zöpfe modern sind, werden die Schilder wieder geändert.
Schilder umzugestalten, z.B. bei "Fußgänger-Weg" die Frauenfrisur zu 'modernisieren' oder
beim "Abbiegepfeil" die Pfeilart neu zu gestalten oder aus einem rechteckigen Schild ein quadratisches zu machen usw. usw. und dann festzulegen, dass die alten Schilder ungültig werden und auszutauschen ist, ist ja wohl der größte Schildbürgerstreich.
Bei leeren Kassen sollen nun die Behörden die Schilder tauschen.
MIR FEHLEN DIE WORTE.
Ob diese anweisenden Stellen dieses wohl auch tun würden, wenn sie PRIVAT diese
Aktionen finanzieren müßten?
UNGLAUBLICH!!!!!
Ich finde den Steinschlag auch nicht unwichtig. Nicht weil ich dann nach oben schaue, sondern besonders Acht darauf gebe, ob nicht ein großer grauer Stein auf der grauen Fahrbahn rumliegt.
Die Sachgasse, die für Fußgänger und Radfahrer passierbar ist, finde ich sehr gut. So ein Schild hätte mir letztens einen riesen Umweg erspart.
Das ist doch der größte Schwachsinn überhaupt. Sinnvolle Schilder werden abgeschafft und sinnlose wie z.B. das neue Sackgassenschild mit Fußgängerweg werden hinzugefügt. Und das die innerörtlichen Wegweiser auch in zukunft abgeschafft werden sollen ist ja erst recht der größte mist. Dann findest du dich in den Großstädten gar nicht mehr zurecht!