ADAC-Chef tritt zurück

Neue Vorwürfe gegen den ADAC

— 23.04.2014

Pannenhilfe in zwei Klassen

Gegenüber einer Zeitung erheben Insider den Vorwurf, der ADAC bevorzuge bei der Pannenhilfe manche Kunden – und lasse Mitglieder dafür warten.

(dpa/brü) In einem Pressebericht werden neue Vorwürfe gegen den krisengeschüttelten ADAC erhoben. Die "Süddeutsche Zeitung (SZ)" berichtet unter Berufung auf ungenannte ehemalige ADAC-Mitarbeiter, der Automobilclub bevorzuge bei der Pannenhilfe manche Kunden und lasse eigene Mitglieder länger warten als nötig. Der Club wies die Vorwürfe zurück: "Bei uns gibt es keine Kunden erster oder zweiter Klasse", sagte ein Sprecher.

Die Pannen des ADAC

ADAC-Zentrale in München Preisverleihung Gelber Engel Karl Obermair
Dem "SZ"-Bericht zufolge würden die "Gelben Engel" oft zunächst denjenigen Autofahrern helfen, die über die Mobilitätsgarantie eines Autohersteller versichert seien. Die Pannenhilfe werde unabhängig vom Kundenstatus gewährt, die Abarbeitung der Aufträge folge dem Eingang der Anrufe. Es gebe nur eine Ausnahme von der Regel, sagte der ADAC-Sprecher: "Das sind Notfälle oder wenn etwa kleine Kinder betroffen sind." 2012 leistete der Club in mehr als 4,1 Millionen Fällen Pannenhilfe. Im Schnitt müsse ein Fahrer 45 Minuten auf einen Pannenhelfer warten, hieß es. Besonders viel sagt diese Zahl über die tatsächlichen Wartezeiten wohl nicht aus, denn viele Faktoren spielen dabei eine Rolle – zum Beispiel Wetter, Uhrzeit und Ort. In der Stadt gehe es häufig etwas schneller als auf dem Land. Eine Unterscheidung nach dem Status der Pannenopfer gebe es aber nicht, so der Automobilclub.

Der ADAC arbeitet in bei Einsätzen im Rahmen der Mobilitätsgarantie von Autoherstellern als Dienstleister für etliche Autokonzerne. Die Idee: Autobauer bieten Neuwagenkäufern häufig Garantiepakete an, in denen die Pannenhilfe enthalten ist. Manche Hersteller betreiben dazu einen eigenen Pannenservice, andere nutzen Dienstleister wie den ADAC. Verträge hat der Club unter anderem mit Opel, Ford oder Volvo. Pannen, die über Garantieleistungen gezählt werden, fließen jedoch nicht in die Pannenstatistik des Clubs ein. Das wird seit Jahren von manchen Experten kritisch gesehen. Wie groß der Anteil der Garantiepannen an der Gesamtzahl der Pannen ist, war zunächst nicht zu erfahren.

Der ADAC verteidigt hingegen die Praxis als statistisch saubere Variante, gerade weil man eigene Geschäfte von der Statistik trennen wolle. Auch andere Pannen werden nicht eingerechnet – etwa solche, die von Vertragspartnern des ADAC behoben werden, oder solche, die auf Bedienfehler zurückgehen. Nur Fälle, die ADAC-Mitglieder über die Club-Nummer melden und die auch von ADAC-Helfern bearbeitet werden, gelangen in das Zahlenwerk.

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