Neuer Bremsassistent von Volvo

Neuer Bremsassistent von Volvo

— 29.09.2009

Dein Auto bremst für Kinder

Ein neuer Bremsassistent von Volvo beobachtet sogar Fußgänger am Straßenrand. Springt zum Beispiel ein Kind vor dem Auto auf die Straße, warnt das System den Fahrer und tritt notfalls auch ganz allein auf die Bremse.

Ein Ball kommt selten allein: Mit diesem Spruch appellierte die Verkehrswacht vor Jahrzehnten an Autofahrer, in Wohngebieten besonders wachsam zu sein. Bald hilft ihnen die Technik auf die Sprünge: Volvo hat einen Bremsassistenten entwickelt, der mehr kann als die bisher bekannten elektronischen Helfer. Das System überwacht nicht nur den Abstand zum Vordermann und stoppt das Fahrzeug bei zu großer Annäherung sogar ab, es kontrolliert auch den Fahrbahnrand. Springt zum Beispiel ein spielendes Kind auf die Fahrbahn, registriert der neue Bremsassistent die Bewegung frühzeitig und warnt den Fahrer durch ein Blinklicht, das per Head-up-Display oberhalb des Cockpits an die Windschutzscheibe gestrahlt wird. Zugleich wird akustischer Alarm ausgelöst.

Erfolgt keine Reaktion, latscht das System notfalls auch selbst auf die Bremse. Betrug die Ausgangsgeschwindigkeit weniger als 25 km/h, kann der Bremsassistent das Auto rechtzeitig vor dem Hinternis zum Halten gebracht werden – auch wenn der Mensch am Steuer zu spät oder gar nicht reagiert. Bei höheren Geschwindigkeiten kann zumindest der Aufprall signifikant – bis zu 75 Prozent – reduziert werden. Ein großer Fortschritt: Endlich nützt die aufwändige Fahrzeugelektronik nun auch den schwächsten Verkehrsteilnehmern. Natürlich hat auch die neue Technologie ihre Grenzen: Springt ein Kind aus der Sichtabdeckung einer Lücke zwischen parkenden Autos direkt vor die Motorhaube, kann auch Kollege Computer nichts mehr tun.

Bis 2020 will Volvo ein Auto bauen, das nicht mehr kollidieren kann

Dennoch: "Eine Funktion, die die Sicherheit auch für ungeschützte Verkehrsteilnehmer enorm verbessert. Darüber hinaus steigern wir die automatische Bremskraft von 50 auf 100 Prozent. So weit wir wissen, hat kein anderer Hersteller derartige Fortschritte in diesem Bereich gemacht", sagt Thomas Broberg, Sicherheitsexperte von Volvo. Dieser Meilenstein bringt den Hersteller seinem erklärten Ziel näher: Bis 2020 ein Auto zu bauen, das nicht mehr kollidieren kann. Zehn Jahre wurde allein an dem Bremsassistenten getüftelt.

Es besteht im Kern aus dem gängigen Frontradar, das von einer Kamera ergänzt wird. Sie verfügt über eine hohe Auflösung, so kann ein Computer, der die Bilder auswertet, Bewegungsmuster von Fußgängern berechnen. Bewegen sie sich auf die Fahrbahn zu, wird der Alarm ausgelöst, der in einer automatischen Notbremsung gipfelt. Eingeschränkt wird die Funktion des Systems bei Gegenlicht oder Dunkelheit. Im kommenden Jahr soll der innovative Bremsassistent im neuen Volvo S60 erstmals auf dem Markt als optionales Ausstattungs-Feature erhältlich sein. Der Preis steht noch nicht fest, wird aber nach Auskunft von Volvo Deutschland nicht wesentlich teurer sein als der derzeit verfügbare Bremsassistent, der zum Beispiel im S80 1700 Euro extra kostet.

Autor: Roland Wildberg

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