Ab 1. Februar tritt die Erhöhung des Bußgeldkatalogs in Kraft – die schärfste aller Zeiten.

Neuer Bußgeldkatalog ab 1. Februar 2009

— 30.01.2009

Geld für Leben

Raser, Drängler und Rotlichtfahrer müssen sich warm anziehen: Ab 1. Februar 2009 wird ein Verstoß in vielen Fällen doppelt so teuer wie zuvor. Die drastischste Erhöhung des Bußgeldkatalogs aller Zeiten soll die Zahl der Unfälle reduzieren.

Wer zu Neujahr gute Vorsätze gefasst hat, durfte noch einen Monat lang üben – nun ist die Schonfrist vorbei: Ab Sonntag (1. Februar 2009) werden Regelübertretungen im Straßenverkehr erheblich härter bestraft als zuvor. De facto ist die Neufassung des Bußgeldkatalogs die schärfste Erhöhung, seit dem es das Regelwerk gibt. Bis zu doppelt so hoch ist das Strafmaß – aber mit System: Immer dort, wo andere gefährdet sind, hat man an der Geldschraube gedreht. "Die Änderungen im Bußgeldkatalog dienen der Verkehrssicherheit", rechtfertigt das Bundesverkehrsministerium den Griff in die Brieftaschen von Verkehrssündern – es gehe nicht um eine durchgehende Anhebung der Geldbußen. So bleibt bei Verwarnungsgeldern oder Parkverstößen alles beim Alten. Auch die Dauer der verhängten Fahrverbote wird nicht verlängert. Nur Telefonieren am Steuer bleibt gleich (teuer): Nach wie vor sind für Handy-Piloten 40 Euro und ein Punkt fällig.

Hier geht es zum aktualisierten Bußgeldrechner von autobild.de

Tiefensee: "Rücksichtlose Menschen gefährden alle vernünftigen Verkehrsteilnehmer."

95 Prozent aller Verkehrsunfälle sind inzwischen auf menschliches Versagen zurückzuführen. Zur Unfallvermeidung gehöre ganz entscheidend die Beachtung der Verkehrsregeln, folgert Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee. "Rücksichtlose Menschen gefährden alle vernünftigen Verkehrsteilnehmer." Der Minister ergänzt: "Zu schnelles Fahren, dichtes Auffahren, Alkohol und Drogen am Steuer führen zu den meisten Unfällen und Verkehrstoten in Deutschland". In anderen EU-Staaten liegen die Bußgelder für zu schnelles Fahren etc. um ein Vielfaches höher; das äußere sich direkt in einer erheblich niedrigeren Unfallquote. Letztendlich sind die Bußgelder in Deutschland denen unserer Nachbarstaaten angepasst worden. "Deutschland ist kein Bußgeldparadies mehr", kommentiert prompt der Auto Club Europa (ACE). Zum Teil dient die Erhöhung auch dem Zweck, Bußgeldsünder aus dem EU-Ausland auch über die deutschen Grenzen hinweg verfolgen zu können; denn erst ab einer Summe von 70 Euro soll die internationale Fahndung möglich sein.
Der neue Bußgeldkatalog (ab 1. Februar 2009)
Tatbestand bisher (Euro) neu (Euro)
Höchstgeschwindigkeit
inner-/außerhalb geschlossener Ortschaften: Überschreitung
21-25 km/h 50/40 80/70
26-30 km/h 60/50 100/80
31-40 km/h 100/75 160/120
41-50 km/h 125/100 200/160
51-60 km/h 175/150 280/240
61-70 km/h 300/275 480/440
über 70 km/h 425/375 680/600
Unangepasste Geschwindigkeit
(z.B. Glätte, Regen) 50 100
Alkohol, Drogen
1. Verstoß 250 500
2. Verstoß 500 1000
3. Verstoß 750 1500
Rote Ampel überfahren 50 90
- bei länger als 1 Sek. rot 125 200
- mit Gefährdung 200 320
- mit Sachbeschädigung 200 360
Zebrastreifen überfahren
trotz Fußgänger 50 80
Bahnübergang umfahren 450 700
Drängler
- Abstand in Meter bei mehr als 80 km/h
< 5/10 v. halben Tacho 40 75
< 4/10 v. halben Tacho 60 100
< 3/10 v. halben tacho 100 160
< 2/10 v. halben Tacho 150 240
< 1/10 v. halben Tacho 200 320
(Beispiel: Bei 100 km/h beträgt der Mindestabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug 25 Meter – fünf Zehntel der halben Geschwindigkeit)
- bei mehr als 130 km/h
< 5/10 v. halben Tacho 60 100
< 4/10 v. halben Tacho 100 180
< 3/10 v. halben Tacho 150 240
< 2/10 v. halben Tacho 200 320
< 1/10 v. halben Tacho 250 400
Gefährliches Abbiegen 40 70
Gefährliches Wenden/Rückwärtsfahren 50 80
Rechtsabbiegen bei grünem Pfeil
mit Behinderung/Gefährdung 60/75 100/120
Linksfahren 40 80
Überholen mit Gefährdung 50 100
Überholverbot missachtet 75 150
- mit Sachbeschädigung 125 200
Vorfahrt missachtet 50 100
Wenden/Rückwärtsfahren auf der Autobahn
- Ein- oder Ausfahrt 50 75
- Seitenstreifen 100 130
Seitenstreifen befahren 50 75
Parken auf der Autobahn 40 70
Illegale Kfz-Rennen
Teilnehmer/Veranstalter 150/200 400/500
Gegen Sonntagsfahrverbot verstoßen
Fahrer/Halter 40/200 75/380
Gefahrgut-Brummi
trotz schlechter Sicht keinen Parkplatz aufgesucht 75 140
(Quelle: Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes)

Autor: Roland Wildberg

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