Neuer Führerschein

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Neuer Führerschein

— 26.01.2005

Alles auf eine Karte

Neues Format: Die EU plant das Aus für graue und rosa Führerscheine. Ein Termin für die Einführung steht aber noch nicht fest.

Zehn Jahre Gnadenfrist für "alte Lappen"

Die Gleichmacher hecken in Brüssel wieder etwas aus! Diesmal, und wieder einmal, geht es um den Führerschein . Der soll künftig EU-weit gleich aussehen: Scheckkartenformat, computerlesbar, fälschungssicher und alle zehn Jahre zu erneuern.

Nichts dagegen einzuwenden, im Prinzip. Aber daß die EU-Politiker für dieses Ziel einen Zwang zum Führerscheinumtausch planen, darüber darf man sich aufregen. In Deutschland müßten rund 30 Millionen Autofahrer ihren grauen oder rosa Führerschein gegen die EU-Scheckkarte wechseln. Zwar müßten die alten Papierführerscheine erst innerhalb von zehn Jahren ab Inkrafttreten des Gleichmacher-Gesetzes getauscht werden, aber allein eine Vorstellung schreckt ab: Anstehen im Amt, warten, zahlen.

Das macht Arbeit, macht Ärger, kostet Geld (zur Zeit 21 bis 24 Euro) – und oft liebe Erinnerungen. AUTO BILD-Chefreporter Diether Rodatz, der mit dem grauen Schein "nun fast 44 Jahre rund um die Welt gut gefahren" ist, argumentiert: "Die gemalten Schutzengel meiner beiden Töchter lassen sich prima in den Führerschein legen (hat mir sicher geholfen), bei einer Plastikkarte ist das nicht möglich."

Andere haben auf dem grauen Lappen die Telefonnummer einer Jugendliebe notiert, die Adresse oder den Rendezvous-Termin. Er ist, anders als der kurzlebige rosa Schein (gab es von April 1986 bis Ende 1998), die etwas zerknitterte Erinnerung an die Jugend, auch wenn das Foto kaum noch Ähnlichkeit mit dem aktuellen Aussehen hat.

Tausch "ohne Mehrwert für den Autofahrer"

Und genau da haken die Befürworter des Führerscheinwechsels ein. Zum Beispiel der SPD-Abgeordnete Willi Pieczyk: "Ein 40 Jahre altes Foto auf einem grauen Lappen ist eine schöne Erinnerung für den Besitzer – zur Identifizierung bei einer Kontrolle taugt es nicht mehr."

Da ist was dran. Aber auch am Einwand des FDP-Verkehrsexperten im Bundestag, Horst Friedrich: "Ich bin gegen den Zwangsumtausch und den damit verbundenen bürokratischen Aufwand. Besser ist es, auf die ,biologische Lösung‘ zu setzen." Voll gegen die Brüsseler Pläne ist der CSU-Europa-Abgeordnete Markus Ferber: "Ein reines Bürokraten-Monster! Nur zusätzliche Kosten ohne Mehrwert für den Autofahrer." Der Grünen-Politiker Albert Schmidt kontert: "Wer zu Europa gehören will, muß auch gemeinsame Standards akzeptieren."

Selbst wer bereits einen Führerschein im Scheckkartenformat hat, bleibt nicht verschont. Auch diese Karte muß gegen den Einheitsschein getauscht werden. Doch dafür will Brüssel eine Frist von 20 Jahren gewähren. Dann gibt es den Führerschein womöglich schon als Chip im Ohrläppchen – und wieder wird ein kostenpflichtiger Umtausch nötig.

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