Fritz Henderson (l.) und Edward Whitacre

Neuer GM-Chef Whitacre

— 03.12.2009

Obamas Vertrauter führt

Der Obama-Vertraute Ed Whitacre ist als neuer Vorstandschef endgültig der starke Mann bei GM. Unterdessen sickerten neue Einzelheiten zur geplanten Sanierung von Tochter Opel durch.

(dpa/cj) General Motors hat mitten in der Sanierung seiner angeschlagenen Tochter Opel seinen Chef ausgewechselt. Nach einem Machtkampf mit dem bisherigen Vorstandsvorsitzenden Fritz Henderson übernimmt der von der US-Regierung eingesetzte Top-Aufseher Edward Whitacre zunächst selbst das Steuer. Der 68 Jahre alte frühere Telekommunikationsmanager will den schlingernden Autoriesen so lange führen, bis ein Nachfolger für Henderson gefunden ist. Der 51-Jährige war nur gut acht Monate im Amt. Die Suche nach einem neuen GM-Chef kann nach Angaben eines Konzernsprechers mehrere Monate dauern. Zu den genauen Gründen von Hendersons Abgang schwieg sich der von US-Präsident Barrack Obama eingesetzte Verwaltungsratschef Whitacre aus: "Es müssen Veränderungen her", sagte er lediglich. GM wird nach Milliarden-Finanzspritzen mehrheitlich von der US-Regierung kontrolliert.

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Whitacre gilt schon seit Monaten als starker Mann bei GM und fuhr Henderson mehrfach in die Parade. So zählte der Verwaltungsratschef von vornherein zu den Gegnern des inzwischen geplatzten Opel-Verkaufs, Henderson zu den Befürwortern. Der neue starke Mann stellte sogleich milliardenschwere Hilfsforderungen an die europäischen Opel-Länder. So fordert GM laut Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) insgesamt rund 2,7 Milliarden Euro an Staatshilfen für die Sanierung des Europa-Geschäfts. Aus eigener Tasche wollen die Amerikaner demnach 600 Millionen Euro beisteuern.

Hier geht es zur bewegten Opel-Geschichte

Brüdele kritisierte ein erstes von GM vorgelegtes Dokument zur Opel-Restrukturierung scharf: "Das Papier ist kein Antrag auf staatliche Mittel und kann auch keine Grundlage für eine Prüfung sein." Zu keiner der für die Zukunft von Opel wichtigen Fragen werde darin eine Antwort gegeben. Man erfahre nicht, wie viel eigenen Gestaltungsspielraum Opel zum Beispiel bei der Modellentwicklung haben solle. Zudem kritisierte die Bundesregierung, das nicht sichergestellt sei, dass die europäischen Steuergelder in Europa bleiben und nicht zur US-Mutter abfließen. Es gebe bei GM keine klare Linie, beklagte der Wirtschaftsminister.

Weniger Stellenstreichungen?

Nach Informationen des "Handelsblattes" will GM bei Opel weniger Stellen abbauen als zunächst angekündigt. GM gehe europaweit von einem Abbau von 8313 Stellen aus statt der bisher genannten rund 9000, berichtete die Zeitung (3. Dezember 2009) unter Berufung auf das in Berlin eingereichte Papier. Demnach stehen im Stammwerk Rüsselsheim gut 2300 Stellen in Produktion, Verwaltung und in der Entwicklung auf der Kippe. Das Werk Bochum müsse um 1799 Stellen bangen und Eisenach und Kaiserslautern um jeweils etwa 300 Jobs in der Produktion. Damit trüge Deutschland die Hauptlast des Umbaus.

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