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Neuer Großaktionär bei Daimler

— 23.03.2009

Scheichs greifen nach dem Stern

Das Emirat Abu Dhabi ist im großen Stil bei Daimler eingestiegen. Die Scheichs halten künftig 9,1 Prozent am Stern. Für Daimler bedeutet die Beteiligung vor allem frisches Kapital.

Das Emirat Abu Dhabi ist als Großaktionär bei Daimler eingestiegen und schließt eine weitere Aufstockung seiner Beteiligung nicht aus. "Eine mögliche Erhöhung des Anteils muss später untersucht werden. Im Moment sind wir zufrieden mit 9,1 Prozent", sagte der Vorstand der Investmentfirma Aabar, Khadem Al Qubaisi, heute (25. März) auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Daimler. Einen Sitz im Aufsichtsrat strebt der Manager "im Augenblick" nicht an. Die von der staatlichen Investmentgesellschaft International Petroleum Investment Company (IPIC) kontrollierte Investmentfirma Aabar war gestern mittels einer Kapitalerhöhung bei Daimler eingestiegen. Aabar zahlt 20,27 Euro je Aktie oder insgesamt rund zwei Milliarden Euro.

Kapital erhöht Schlagkraft

Daimler-Chef Dieter Zetsche führte ein ganzes Bündel von Beweggründen an, weshalb man den Vorschlag zum Einstieg von Aabar angenommen habe. Daimler erhalte einen langfristigen Schlüsselinvestor, der die Kapitalbasis des Automobilherstellers weiter festige, sagte er. Auch sehe er das Engagement von Aarbar als "eindeutiges Signal, dass langfristige Investoren von uns überzeugt sind". Gerade in der konjunkturell schwierigen Lage, unter der Daimler wie alle Automobilhersteller leide, erhöhe der Geldzufluss die Schlagkraft des Unternehmens, in zukunftsweisende Technologien zu investieren. Zudem hätten die beiden Unternehmen eine Reihe von Bereichen identifiziert, in denen man zusammenarbeiten wollte. Hierzu zählte Zetsche die Entwicklung von Elektrofahrzeugen, neue Verbundwerkstoffe auf petrochemischer Basis sowie die Ausbildung von jungen Ingenieuren in der Golfregion.

Scheichs wollen keine Autos bauen

Eine Zerschlagung oder Aufspaltung des Unternehmens sei nie Teil der Gespräche gewesen, hieß es weiter. Allerdings will Al Qubaisi stärker in Erscheinung treten als die schon seit 1974 an Daimler beteiligten Kuwaitis, deren Anteil wegen der Kapitalerhöhung von 7,6 auf 6,9 Prozent geschrumpft ist. Al Qubaisi plant, mindestens jedes Vierteljahr an Ausschusssitzungen teilzunehmen und sich regelmäßig mit dem Management abzusprechen. Bei der Unternehmensführung wolle er sich aber nicht einmischen, "und wir wollen ihnen auch nicht beibringen, wie man Autos baut". Einer Produktion in Abu Dhabi erteilte er eine Absage. Die Bundesregierung hat das Engagement der Investmentgesellschaft Aabar an Daimler begrüßt. "Die Bundesregierung sieht das als ein positives Signal. Mit der Investition werden auch die langfristigen Wachstumschancen und die Leistungsstärke der Branche in Deutschland anerkannt", sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in Berlin.


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