Neuer Land Rover Discovery

Land Rover Discovery Land Rover Discovery

Neuer Land Rover Discovery

— 08.06.2004

Nach Art des Hauses

Alles neu nach nur fünf Jahren: Der dritte Discovery soll an den Erfolg des Range Rover anknüpfen – und geht doch eigene Wege.

Revolutionen unter dem Blech

Discovery, die Dritte: Die neueste Auflage der mittleren Modellreihe von Land Rover löst nach nur fünf Jahren einen Vorgänger ab, der 1999 unter BMW-Ägide auf den Markt gekommen war. In Deutschland startet der Neue Anfang November. Erwartungsgemäß erinnert das neue Blechkleid an den gut verkäuflichen Range Rover. Nichts Neues von der Insel also? Von wegen!

Unter dem Blech fanden gleich zwei Revolutionen statt: Keine Starrachsen mehr – daran werden Landy-Traditionalisten zu kauen haben. Stattdessen gibt’s Einzelradaufhängung rundum. Das Fahrwerk muss halt auf der Straße höhere Fahrleistungen verkraften. Revolution Nummer zwei ist das so genannte Terrain-Response-System. Ein dicker Drehschalter zwischen den Vordersitzen macht es Gelände-Anfängern ganz leicht.

Hier kann der Fahrer zwischen fünf verschiedenen Fahrprogrammen wählen: Straßenbetrieb, Schlamm und Furchen, Sand, Gras/Schotter/Schnee und Geröll-Kriechgang. Mit jeder Drehung an diesem Schalter stellen sich auch die elektronischen Steuerungen von Fahrzeugniveau, Motor, Antriebsschlupfregelung, Automatikgetriebe sowie die Bergabfahrkontrolle ideal auf den gewählten Untergrund ein. Der Discovery-Eigner muss sich bei Ausflügen ins Gelände keine Gedanken mehr um die richtige Kombination von Untersetzung und Differenzialsperren machen. Alles ist schon programmiert und einfach per Drehschalter abrufbar.

Mehr als eine bloße Range-Miniatur

Land-Rover-Chef Matthew Taylor sieht Terrain Response als "erfahrenen Copiloten". Auf die solide Basis eines Rahmens wollten die Briten dagegen nicht verzichten. Diesmal ist die Karosserie aber nicht auf einen Leiterrahmen aufgeschraubt, sondern die Rahmenstreben sind in den Unterboden integriert. Wer den neuen "Disco" nur von Fotos her kennt, erhält leicht den falschen Eindruck einer bloßen Range-Miniatur. Dabei trauen sich die Briten was: Am Heck wird’s radikal kantig, wie bei einem Nutzfahrzeug.

Auch im Innern ist der Discovery so streng gezeichnet, als würde er der klassischen Design-Schule Bauhaus entstammen. Chefdesigner Geoff Upex erklärt, dass er zwei Ziele unter einen Hut zu bringen hatte: Der Neue musste "auf den ersten Blick als Land Rover zu erkennen sein", zugleich aber muss "jede Land-Rover-Baureihe eigenständig aussehen". Am Form-folgt-Funktion-Prinzip hielt Upex eisern fest. So brauchte die Dieselversion einen seitlichen Lufteinlass. Sie bekam auch einen, aber nur auf der rechten Seite. Der Designer weigerte sich, der andern Seite aus Symmetriegründen eine Attrappe zu verpassen: "Alles an diesem Auto hat eine Funktion."

Der Neue ist nach fast allen Seiten hin gewachsen. In der Länge (4835 mm) legte er um 130 Millimeter zu, in der Breite (1885 mm) um 35 Millimeter. Geradezu extrem wuchs der Radstand, und zwar um 345 auf 2885 Millimeter. Dadurch verschwindet der lange Hecküberhang des alten Discovery, was Zugfahrzeug-Eigenschaften und Böschungswinkel verbessert. Geschrumpft ist nur die Höhe: Sie sank auf garagenfreundliche 1908 Millimeter, das alte Modell kratzte noch an der Zwei-Meter-Marke.

Lichter Pavillon mit bester Rundumsicht

Auf dem deutschen Markt stehen zwei Motoren zur Auswahl: Zum einen der von Peugeot entwickelte 2,7-Liter-V6-Turbodiesel (190 PS, 440 Nm Drehmoment). Der Biturbo mit Verstellgeometrie und Common-Rail-Einspritzung ist mit Sechsgang-Schaltgetriebe oder Sechsstufen-Automatik zu haben. Benziner-Alternative ist ein 4,4-Liter-V8 mit 425 Newtonmeter Drehmoment und 300 PS, grundsätzlich mit Sechsstufen-Automatik.

Wir hatten in England Gelegenheit zur Sitzprobe. Der Eindruck: ein lichter Pavillon mit hoher Sitzposition und bester Rundumsicht, vor allem wegen des Knicks im Heckfenster. Und: Man sitzt nicht mehr so dicht an der Tür wie im alten Modell. Letzteres zog in jüngster Zeit nicht mehr. In Deutschland setzte Land Rover 2003 nur gut 1000 Discovery ab; vor fünf Jahren waren es noch 2700 Exemplare. Upex' echt britischer Kommentar: "Beim letzten Modellwechsel sah der komplett neue Discovery exakt wie der alte aus – das war wohl keine allzu smarte Idee …"

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