Neuer VW Caddy

Der neue VW Caddy Der neue VW Caddy

Neuer VW Caddy

— 14.11.2003

Der Kangoo von Volkswagen

Praktisch, variabel, Platz ohne Ende: VW macht es Renault nach – nur etwas teurer. Der Caddy startet bei 14.581 Euro.

Interessant auch als Familienauto

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Es sei denn, man heißt VW. Scénic und Zafira schaffen die Klasse der Kompaktvans, Kollege Touran kommt mit riesiger Verspätung und wird auf Anhieb die neue Nummer eins. Ob das bei den praktischen Familienkisten à la Kangoo auch so leicht gelingt, bleibt abzuwarten. Wenn ab Anfang 2004 der neue VW Caddy bei den Händlern steht, wird er als 75-PS-Kombi immerhin über 1500 Euro teurer sein als der erfolgreiche Franzose – in diesem Segment eine kleine Welt.

Dabei hat sich VW konsequent an das Vorbild Kangoo gehalten. Der abgespeckte Touran-Bruder Caddy sollte wendig und wirtschaftlich sein, auf kleinster Fläche eine optimale Raumausnutzung bieten. Heraus kam ein Auto, das nicht nur für Kuriere, Handwerker und Dienstleister, sondern gerade für Familien interessant sein dürfte, die sich einen teuren Van nicht leisten können – oder wollen. Mit 4,41 Metern ist der Caddy gut 40 Zentimeter länger als der Renault. Klar, dass er auch mehr Platz und Zuladung bietet. Bis zu 3200 Liter oder 750 Kilo schluckt die Kastenversion. Wer sie wählt, muss mit viel Plastik und billiger Hartfaserbeplankung leben. Nicht viel besser: die Kombi-Variante. Man merkt, hier wurde mit jedem Cent geknausert.

Der Zugang nach hinten erfolgt durch eine seitliche rechte Schiebetür (links gegen Aufpreis). Sie öffnet 70 Zentimeter, ein Rekord in dieser Klasse. Die Rückbank ist geteilt. Auf Wunsch gibt es eine dritte Sitzreihe, was den Caddy dann zum Siebensitzer macht. Als Antrieb steht zunächst ein 1,4-Liter-Benziner mit 75 PS sowie ein Diesel mit 70 PS zur Verfügung. Erste Fahreindrücke: Für sein städtisches Einsatzgebiet reicht die Leistung allemal. Doch der SDI-Diesel ist laut, auch hier wurde gespart – an Dämm-Material. Besser voran geht es ab Frühjahr. Dann sollen ein 1,6-Liter-FSI (Direkteinspritzer) mit 102 PS und ein 1,9-Liter-TDI mit 104 PS folgen.

Brasilien-Import zum günstigen Kurs

Der Caddy-Pick-up ist tot, es lebe der Saveiro! Könnten die Wolfsburger sagen. Falls sie den Leichtlaster auf Basis des brasilianischen VW Gol nach Deutschland brächten. Doch bislang fehlte das Abgasgutachten. Jetzt hat Importeur Cosmos Car (www.saveiro.de; Tel. 04121/ 43 83 62) die Euro-3-Hürde geschafft. Ab Ende November bringt er den VW Saveiro 1.9 SD für 13.920 Euro zu uns.

Wir fuhren den Exil-Südamerikaner bereits vorab. Und waren überrascht. Verarbeitung, Straßenlage, Komfort: In praktisch allen Punkten fährt der Saveiro seinem inoffiziellen Vorgänger auf und davon, dem Caddy-Pick-up auf Skoda-Felicia-Basis. Dank der langen Kabine kommen auch stattliche Staturen bequem unter. Insgesamt macht der Innenraum den größten Unterschied. Typisch VW: hochwertige Materialien, blaue Uhrenbeleuchtung, straffe Sportsitze.

Antriebseitig steht es eins zu eins: Der 64-PS-Diesel, auch ohne Direkteinspritzung eine durchaus passable Kraftquelle, ist der gleiche wie im 2001 ausgelaufenen Tschechen-VW. Die Saveiro-Basisausstattung umfasst Servo und Fünfgang, ABS und Airbags gibt es vorerst leider nur beim Benziner "Supersurf 1.6". Der sogar Leder und Klima mitbringt. Bleibt die Frage: Warum bietet VW dieses überzeugende Auto nicht selbst an?

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.