Neuer VW-Konzernsprecher

Neuer VW-Konzernsprecher

— 05.06.2002

Die Bahn kommt ... zu VW

Dirk Große-Leege (37) heißt der künftige Konzernsprecher von VW. Als ranghöchster Öffentlichkeitsarbeiter tritt er zum 1. September die Nachfolge von Klaus Kocks an, der Ende 2001 geschasst wurde.

Ausgerechnet den stellvertretenden Sprecher der Deutschen Bahn zieht es zum größten europäischen Automobilkonzern. "Das Thema Auto hat mich schon immer gereizt", gibt der Diplom-Volkswirt und Journalist auch unumwunden zu. Doch auf die Frage "Fahren Sie lieber Phaeton statt ICE?" will sich der stellvertretende Leiter Unternehmenskommunikation der Bahn AG nicht einlassen: "Meine Sprudelkiste kann ich ja auch nicht mit der Bahn abholen." Mobilität hänge nicht von einem Verkehrsmittel ab, sondern vom flexiblen Umgang. Insofern fällt ihm der Wechsel in die Autobranche nicht schwer. "Man hat mich gefragt und ich habe ja gesagt. Ich halte den Automobilbereich für ein faszinierendes Geschäft."

Gar nicht so verwunderlich, schließlich war schon der Vater vor Jahren für den VW-Konzern tätig – als Leiter der Öffentlichkeitsarbeit bei Audi. Auch vor dem Sprung von der Hauptstadt Berlin in die Provinz von Wolfsburg ist dem Kommunikations-Profi nicht bang. Geboren in Unna, aufgewachsen unter anderem in Ingolstadt, Ausbildung in Wetzlar, Studium in Münster, erster Job in München, zweiter Job in Heidelberg – erst 2000 zog er nach Berlin. Nachgeholt von Bahnchef Hartmut Mehdorn, für den er schon bei der Heidelberger Druckmaschinen AG als Kommunikationsmann arbeitete.

Zugleich mit der Ernennung Große-Leeges als Konzernsprecher dreht sich in Wolfsburg das Personalkarusell: Der bisherige kommissarische Sprecher Stephan Grühsem (39) wechselt als Sprecher der Markengruppe Audi (Audi, Seat, Lamborghini) nach Ingolstadt und löst dort Rainer Nistl (58) ab. Grühsems Aufgabe als Leiter der Markenkommunikation für VW übernimmt vorläufig Hans-Gerd Bode (41).

Anders als sein Vorgänger Klaus Kocks bekommt Große-Leege allerdings keinen Vorstandsposten bei VW. Pischetsrieder habe Lehren aus den Erfahrungen Ferdinand Piëchs gezogen, der sich zunehmend über die "Strippenzieherei" von Kocks im Unternehmen geärgert habe, berichtet die Tageszeitung DIE WELT.

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