Neues Info-System in Hamburg

Neues Info-System in Hamburg

— 06.06.2006

Angezapfte Taxis

2000 Hamburger GPS-Taxis werden jetzt als Staumelder genutzt. Die Daten werden per Satellit bermittelt und ins Internet gestellt.

Hamburgs Autofahrer knnen auf ein vllig neues Verkehrsinformationssystem zurckgreifen. ber das Internet erhalten sie exakte Daten ber die Staulage im Straennetz und ber die zu erwartende Fahrzeit zum Zielort. Dazu wird das Infoportal www.verkehrsinfo.hamburg.de neu gestaltet. Knftig werden dem Nutzer fr zwlf Hauptrouten genaue Fahrzeiten sowie die zu erwartende Durchschnittsgeschwindigkeit vom Start bis zum Ziel angegeben. Zur exakten Ermittlung dieser Daten zapft die Stadtentwicklungsbehrde die Computer der Taxifunkzentralen an.

Seit 2005 haben Forscher des Zentrums fr Luft- und Raumfahrt im Auftrag der Stadt ein Programm entwickelt, das derzeit auer in Hamburg nur noch in Wien zum Einsatz kommt. Bisher konnte die Verkehrslage nur aufgrund der in der Stadt verteilten stationren Sensoren ermittelt werden. Diese Sensoren zhlen die vorbeifahrenden Fahrzeuge und messen deren aktuelle Geschwindigkeit in begrenzten Rumen, etwa an Kreuzungen oder stark befahrenen Teilstrecken. Zur Lage im gesamten Straennetz geben sie aber keine Ausknfte.

Ab sofort kommt eine neue Technologie namens Floating Car Data (FCD) zum Einsatz. Dabei werden die Positionsdaten der im Verkehr "mitschwimmenden" Fahrzeuge aufgezeichnet und fr die Ermittlung des Verkehrsflusses verarbeitet. Da es fr genaue Messungen eine hohe Anzahl solcher FCD-Fahrzeuge braucht, hat die Stadtentwicklungsbehrde Vertrge mit den groen Taxifunkzentralen "Autoruf" und "Hansa-Taxi" abgeschlossen. Die Funkzentralen bekommen per Satellit stndig die Positionen ihrer 2000 mit GPS ausgestatteten Fahrzeuge im Hamburger Straennetz bermittelt. Alle 120 Sekunden greift nun die Behrde auf diese Daten zurck und stellt sie ins Internet.

So erhalten die Autofahrer ein umfassendes Bild ber die Verkehrslage auf ihrer Strecke. In Echtzeit sehen sie auf einer Verkehrskarte, auf welchen Straenabschnitten die Autos stehen (rot) und auf welchen sie zgig vorankommen (grn). Zudem knnen sie erfahren, um wie viele Minuten sich ihre Fahrzeit auf einer Ausweichstrecke erhht oder verkrzt. "Wir bieten den Autofahrern mehr Service und mehr Informationen, damit sie schnell ans Ziel kommen", sagt Stadtentwicklungssenator Michael Freytag (CDU).

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