Neues Schadensrecht

Neues Schadensrecht

— 05.08.2002

Weniger Mehrwertsteuer

Unfall auf Gutachtenbasis abrechnen? Das geht auch nach dem neuen Schadensrecht – doch die Mehrwertsteuer wird nicht mehr ausbezahlt.

Das neue Schadensrecht seit 1. August nimmt den Autofahrer stärker in die Haftung (siehe Artikel vom 26. Juli 2002). Und nicht nur das. Auch die Abrechnungs-Modalitäten nach Verkehrsunfällen werden für den betroffenen Autohalter ungünstiger. Zwar kann er auch künftig selbst darüber entscheiden, ob er nach dem unfreiwilligen Crash eine Werkstatt mit der Reparatur beauftragt und dann die Rechnung präsentiert oder nur ein Gutachten vorlegt und den Schaden selbst repariert bzw. unrepariert lässt. Doch tut er letzteres und rechnet sogenannt fiktiv ab, bekommt er keine Mehrwertsteuer auf den Schaden.

Nach neuem Recht muss die Versicherung die Steuer nur dann zahlen, wenn die Steuer tatsächlich erhoben wird. Ergo: Wer sein Auto nicht reparieren lässt, zahlt auch keine Mehrwertsteuer und kriegt sie auch nicht ersetzt. Das hatten einige Versicherer bisher schon im Kleingedruckten ausgeschlossen. Nicht ganz zu Recht: Ein verbraucherfreundliches Urteil vom Landgericht Braunschweig vom Juni 2001 entschied, dass die Mehrwertsteuer trotzdem zu zahlen ist. Diese richterliche Vorgabe ist jetzt hinfällig geworden.

Nach Schätzungen des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wurden bisher ein Drittel aller Haftpflichtschäden fiktiv abgerechnet. Diese Zahl wird – so die Vermutung der Versicherungsexperten – zurückgehen. Denn die neue Regelung macht die Eigenreparatur weniger lukrativ: Wenn die Versicherung nur nach Rechnung voll bezahlt, werden mehr Geschädigte als bisher den einfachen Weg Richtung Vertragswerkstatt einschlagen und sich nicht mehr selber die Finger schmutzig machen.

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