Neues Versicherungsrecht

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— 10.01.2003

Rundum sorglos?

Der Insassenschutz wurde deutlich verbessert. Nur der Fahrer bleibt weiterhin der Dumme.

Haftplicht sogrt für Insassenschutz

Wenn Blech knirscht und Glas splittert, heißt es später in den allermeisten Fällen zum Glück: "Das ist ja noch mal halbwegs gut gegangen." Gemeint ist: Es gab nur Blechschaden – und der lässt sich schließlich leicht ausbügeln.

Schlimmer sieht es aus, wenn der Crash buchstäblich auf die Knochen geht, schwere Verletzungen die Folge sind oder Körperschäden bleiben. Tröstlich ist dabei immerhin, dass der Schutz vor den finanziellen Folgen in Deutschland schon durch die gesetzlichen Bestimmungen vergleichsweise gut ist. Und im vergangenen Jahr wurde er noch einmal verbessert.

Grundsätzlich gilt: Die Haftpflicht des Schuldigen deckt Schäden von Fahrzeuginsassen bis zur Höhe der vereinbarten Deckungssumme, heute meist 50 Millionen Euro. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Verletzte im gegnerischen Auto oder im Auto des Schuldigen sitzt. Der Schutz durch die Haftpflicht des Fahrzeugs erstreckt sich also auf alle Mitfahrer, selbst auf den Ehepartner oder eigene Kinder. Wird von Gericht eine Schuldteilung festgesetzt, etwa 70 zu 30 Prozent, kommen die Opfer dennoch zu ihrem vollen Geld, weil beide Haftpflichtversicherungen anteilig zahlen.

Auch bei Reifenplatzer gibt es Geld

Die Lücken, die es in diesem System noch gab, sind durch die Änderung des Schadenrechtes im letzten Herbst weitgehend geschlossen worden. Jetzt muss die Versicherung des Fahrzeugs im Rahmen der "Gefährdungshaftung" auch dann für Mitfahrer zahlen, wenn kein Schuldiger gefunden werden kann. Etwa bei einem Unfall, bei dem weder Alleinschuld noch geteilte Schuld feststellbar sind, bei einem Wildunfall oder Unglück wegen eines Reifenplatzers. Allerdings sind die Leistungen dann, unabhängig von der vereinbarten Deckungssumme, auf 600.000 Euro Einmalkapital oder 36.000 Euro Jahresrente pro Person begrenzt. Sachschäden sind mit 300.000 Euro gedeckt.

Gravierender: Der Fahrer bleibt weiterhin vom Schutz durch seine Haftpflicht ausgenommen. Vor allem Vielfahrer sollten ihren Unfallschutz deshalb genau prüfen. Passiert ein Unfall auf dem Arbeitsweg oder einer beruflichen Fahrt, kann es zwar Geld von der gesetzlichen Versicherung geben.

Doch besser ist der Abschluss einer privaten Unfallpolice mit hoher Versicherungssumme. Die deckt über den Autounfall hinaus sogar jeden Unfall. Als Preisbeispiel: 100.000 Euro Grundversicherungssumme mit 500.000 Euro maximaler Leistung bei Invalidität kosten rund 121 Euro Jahresbeitrag (ONTOS-Versicherung). Und die Insassenversicherung? Die kann sich der Fahrer dann schenken, das Ersparte besser in die eigene Police mit viel mehr Leistung stecken. Schließlich sind seine Mitfahrer nun ohnehin besser geschützt – von Rechts wegen.

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