Neuheiten der nächsten zwölf Monate

April 2003: Citroën Pluriel April 2003: Citroën Pluriel

Neuheiten der nächsten zwölf Monate

— 14.10.2002

Der Auto-Jahrgang 2003

Schauen wir nach vorn: Was bringt das Jahr 2003? Welche Typen fahren bis zur IAA im September völlig neu vor?

Kleinwagen

Von wegen Kleinwagen – kein anderer Autotyp wächst so rasant wie die früheren Einkaufskörbchen. Früher Mini, heute längst ausgereifte Vollwert-Autos, in allen Formen und Varianten. Beispiele gefällig? Da spielt der neue Micra ab Januar wieder den klassischen Frauenschwarm: die Scheinwerfer zur Cateye-Brille hoch gezogen, die Schultern ausgepolstert, im Format der klassische Parkplatz-Freund. Damit steht er ziemlich allein, denn andere Kleinwagen schießen kräftig in die Höhe.

Sei es, um wie der Mazda2 zusätzlichen Nutzraum zu gewinnen oder um wie der Fiesta-Ableger Ford Fusion mit dem Auftritt eines Pseudo-Geländewagens zu kokettieren. Wer drinnen sitzt, fühlt sich gleich viel gelassener untergebracht, und fürs Gepäck bleibt auch mehr Platz als in der engen Sardinendose alter Bauart. Zudem wächst bei den Kleinen eine erfreuliche Vielfalt heran. So kehrt endlich die Schiebetür zurück, dieser Segen auf engen Parkplätzen, der bislang einem VW Bus oder großen Vans vorbehalten war.

Der neue Peugeot 107 lässt sich so öffnen, zu besichtigen auf der IAA im September 2003. Dann dürfte Citroën für den Pluriel schon Wartelisten führen, denn dieses Verwandlungs-Auto – so viel Prognose wagen wir einfach mal – wird begeistern. Ein Viersitzer, der ein Cabrio ist, einen Kühlschrank transportiert oder sich mit ein paar Handgriffen zum Pick-up entblättert, das gibt es nicht einmal für viel mehr Geld als die 15.000 Euro. Wie gesagt, bei den Kleinen wächst was heran.

Kompaktklasse

1982, 1991, 1997 – was haben diese Zahlen gemeinsam? Es sind Golf-Jahre, die Debüt-Termine des Wolfsburger Bestsellers. 2003 wird wieder solch ein Jahr. Im November steht Golf Nummer fünf bei den Händlern. Dann wissen wir, ob der VW wieder Maßstab seiner Klasse wird. Dass er ein bisschen größer und geräumiger ausfällt, kann man kaum sehen, aber dafür spüren. Vor allem hinten soll der Golf endlich mehr Platz bieten – und gegen moderne Konkurrenten wie den Peugeot 307 aufholen. Preise beginnen bei 14.490 Euro.

Auf der Frankfurter IAA im September 2003 will Opel nicht fehlen und rollt den neuen Astra ins Rampenlicht. Leicht verfrüht, denn zu kaufen ist er erst im Frühjahr 2004. Der Kompakte wagt weniger einen technischen als einen optischen Sprung: Aus dem braven Fünftürer ist ein breitschultriger Brecher geworden, wenngleich mit preislichem Respektabstand zu VW.

Leicht darüber dürfte der neue Audi A3 rangieren. Wir sind gespannt, ob der Edel-Golf im Design schon so schwungvoll erscheint, wie Audi gern sein möchte. Unterm Blech stecken die neue Vierlenker-Hinterachse des Golf, Benziner ab 100 PS sowie quattro-Technik bis hoch zum S3.

Mittelklasse und Oberklasse

Die Klassengrenzen verschwimmen immer mehr. Beispiel Passat: Das typische VfL Wolfsburg-Auto (Vertreter/Familie/ Lehrer) räubert als W8 jetzt auch in der Oberklasse. Nun ja, er versucht es jedenfalls. Muss er auch noch etwas länger. Denn der Passat VI verspätet sich, kommt erst 2004. BMW ist schneller: Im September 2003 steht die renovierte 5er-Reiheam Start, der Kombi touring ein halbes Jahr später.

Die zweifellos interessanteste Neuheit des nächsten Jahres aber heißt Opel Signum. Er ist zwar nur vier Zentimeter länger als ein Vectra (4,6 Meter), der Radstand aber wächst um 13 Zentimeter auf 2,83 m. Das sind sogar zehn Zentimeter mehr als im Omega–Platz, der den Fondpassagiern zugute kommt und den Signum zum Luxus-Reisewagen aufwertet. Die Rückbank kann um 13 Zentimeter verschoben werden, die Lehnen lassen sich um 28 Grad neigen, der Mittelsitz ist als Doppelarmlehne nutzbar, kann aber auch eine Kühlbox enthalten.

Bei Honda ist ebenfalls Zuwachs angesagt: Der neue Accord ist mit 4,66 Meter Länge nur noch 11,5 Zentimeter kürzer als der jetzige 5er-BMW, klares Indiz eines neuen Klassenkampfs, zumal der Basispreis mit vermutlich 22.000 Euro recht günstig angesiedelt ist. Vom 406-Nachfolger sind vorerst wenig Fakten bekannt. Die "Studie" parkt auf der nächsten IAA. Kombi, Coupé und Freizeitvan mit Allradantrieb sollen ab 2004 folgen.

Bei der französischen Performance müssen sich die Deutschen weiter anstrengen, um die Nase vorn zu haben. Die neuen T-Modelle der E-Klasse tragen natürlich das neue Gesicht, die gesamte Karosse aber wird nur vorsichtig geglättet, der Wagen bleibt unverkennbar ein Mercedes. So hält es auch Audi mit dem A6: Äußerlich bleibt die Familienähnlichkeit erhalten, ein großer Waffelgrill soll das künftige Audi-Markenzeichen werden.

Vans und Geländewagen

Willkommen in der spannendsten Ecke des Automarkts: Was sich derzeit bei Vans und Geländewagen tut, das verführt immer mehr Käufer dazu, ihrem alten Auto-Geschmack Lebewohl zu sagen. Und 2003 werden Kompakte und Limousinen weiter Anteile verlieren. Etwa an frische Raumwunder wie den Golf-MPV VW Touran oder den Renault Scénic, der gleich in zwei Versionen erscheint. Weil nämlich sieben Passagiere in einem kompakten Van, wenn wir ehrlich sind, hocken wie die Sardinen in der Dose, haben die Franzosen ihren Erfolgs-Van für eine zweite Variante nochmals verlängert. Voilà, der Grand Scénic hat viel Platz in Reihe drei. Was nur wieder zeigt: Das Raumkonzept der Vans ist voll im Wachstum, sogar nach unten zu den Kleinwagen.

Der Opel Meriva übernimmt das hohe Dach, die variable Rückbank und die Frage: Muss es wirklich ein Astra sein, oder fühlt man sich in diesem hoch aufgeschossenen Raum-Mini nicht doch wohler? Denn in Stau und Stress über den anderen zu thronen, das macht auch moderne Geländewagen so populär.

Oder nennen wir sie – wie die Amerikaner – doch Sport Utilities? Mit Offroadern haben ein VW Touareg und der neue Toyota Land Cruiser nicht mehr viel gemeinsam, auch wenn ihre Technik die abenteuerlichsten Gelände meistert. Sportliche Luxus-Kombis mit reichlich PS wollen sie sein; diesem Pfad folgt der Porsche Cayenne noch am ehrlichsten. Und am teuersten: 99.876 Euro kostet der Cayenne Turbo.

Cabrios und Spaßautos

Nichts ist so alt wie die Mode von gestern – eine Regel, die vor allem für Cabrios zutrifft. Und im nächsten Frühjahr könnten bekannte Modelle schlagartig angestaubt wirken. 2003 wird ein bemerkenswerter Cabrio-Jahrgang: Da erscheint der neue Mercedes CLK fürs gelassene Gleiten, der BMW Z4 fährt in Pole-Position bei den sportlichen Roadstern, dazu endlich der offene VW New Beetle. Solche Leckereien haben wir auch dem US-Markt zu verdanken, wo BMW und DC zuerst auf den Markt kommen, der Volkswagen jedoch erst mit einiger Verzögerung. Schließlich hatte VW den offenen Beetle schon vor Jahren angekündigt. Ob so viel Begeisterung inzwischen eine Erkältung bekommen hat?

Das beste Gegenmittel sind volksnähere Preise als damals beim geschlossenen Beetle, der zu teuer startete. Überhaupt die Preise. Cabrios und Sportcoupés gehören zu den automobilen Lebensfreuden, die man sich leistet; doch genau deshalb sitzt das Geld nicht mehr so locker wie Jahre zuvor. Außer wenn Neuheiten so verlockend in der Preisliste stehen, wie Mazda es beim neuen RX-8 vorhat.

Die Japaner planen, neben einem Boxster-Gegner mit 240 PS noch eine Basisversion auf Niveau des Audi TT zu bringen: Rund 30.000 Euro soll der RX-8 mit einem 200 PS starken 1,3-Liter-Wankel kosten. Wenn der kommt, kriegt Mazda wieder Lieferfristen – wie einst beim MX-5. Mit dessen Mitteln weckt der neue Smart den Auto-Appetit: ein knapper Zweisitzer, mit 82 PS flott genug, für rund 17.000 Euro, als 60-PS-Roadster sogar nur 15.000 Euro teuer. Ab Dezember starten die Bestellungen – für schnelle Fans beginnt der Frühling schon im Winter.

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