Neuregelung des europäischen Autovertriebs

Neuregelung des europäischen Autovertriebs

— 15.05.2002

Monti reagiert auf Kanzler-Kritik

Nach der Kritik von Gerhard Schröder hat die EU-Wettbewerbsbehörde begrenzte Kompromissbereitschaft signalisiert.

Das letzte Wort sei laut EU-Wettbewerbsbehörde noch lange nicht gesprochen. An "Philosophie und Richtung" der Kommissionsvorschläge für mehr Wettbewerb auf dem Automarkt werde sich aber nichts ändern. EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti, der nach eigener Aussage bei der Reform vor allem die Autokäufer im Blick hat, wird am Donnerstag kommender Woche (23.5.) zu politischen Gesprächen nach Berlin reisen und dabei wohl auch die Zukunft des Autovertriebs ansprechen. Der Beamte deutete an, die Kommission könnte Vorschläge für Übergangsfristen berücksichtigen.

So gibt es aus dem Europaparlament die Idee, die Niederlassungsfreiheit für Autohändler solle erst vom 1. Oktober 2005 an gelten und damit drei Jahre später als bisher von der EU-Wettbewerbsbehörde geplant. Damit hätten die Händler mehr Zeit, sich auf Neuerungen einzustellen. Es gilt in Brüssel aber als wahrscheinlich, dass Montis Behörde eine kürzere Frist einräumen wird.

Um in Brüssel gehört zu werden, hätte der Kanzler seine Kritik nicht so lautstark äußern müssen, hieß es aus der Behörde. Schröder befürchtet eine Beschädigung gewachsener Strukturen und Arbeitsplatzverluste. Auch die von Monti angestrebte zunehmende Trennung von Auto-Verkauf und -Wartung hatte er bemängelt. Montis umstrittene Pläne sehen vor, dass Autohändler entweder ihre festgelegten Vertriebsgebiete verlieren oder auch an Zwischenhändler wie Supermärkte und Re-Importeure verkaufen können. Beide Alternativen würden den Wettbewerb zwischen den Händlern erhöhen, kalkuliert Monti. (autobild.de/dpa)

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