Abwrackprämie läuft aus

Neuzulassungen August 2009

— 02.09.2009

"Die Talsohle ist durchschritten"

275.219 Neuzulassungen im August 2009 – das sind fast 30 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. VDA-Chef Wissmann prognostiziert das Jahresvolumen 2009 auf "deutlich mehr als 3,5 Millionen Neuzulassungen".

(dpa) Der August 2009 bescherte der Autobranche erneut ein kräftiges Plus, berichtet das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Mit 275.219 fabrikneuen Pkw rangieren die Zulassungen demnach 28,4 Prozent über Vorjahresniveau. Der Privatanteil ist mit 64,8 Prozent wieder bemerkenswert hoch. Der Grund liegt wie auch in den vergangenen Monaten in der mittlerweile beendeten Abwrackprämie, die sich an private Halter richtete und insbesondere die Neuzulassungen der kleineren Fahrzeugklassen in die Höhe trieb.

Mit dem Endspurt der Abwrackprämie standen wiederum kleinere Fahrzeuge im Fokus. So gab es bei den Minis (plus 80,6 Prozent), den Kleinwagen (plus 63,3 Prozent) und der Kompaktklasse (plus 45,7 Prozent) kräftige Zuwachsraten gegenüber dem Vorjahr. Das machte sich bei den deutschen Marken VW (plus 49,6 Prozent), Opel (plus 26,8 Prozent) und Ford (plus 13,1 Prozent) positiv bemerkbar. Stark rückläufig waren die Zulassungszahlen dagegen bei Porsche (minus 34,0 Prozent), Mercedes (minus 31,9 Prozent) und Audi (minus 16,3 Prozent). Die ausländischen Hersteller schrieben fast durchgängig schwarze Zahlen mit zweistelligen Veränderungswerten. Einige verbuchten sogar dreistellige Zuwachsraten: Lada (plus 147 Prozent), Suzuki (plus 112 Prozent), Kia (plus 107 Prozent) und Nissan (plus 102 Prozent).

Dank der weltweiten Konjunkturerholung und der Abwrackprämie sieht sich die deutsche Autoindustrie auf dem Weg aus der Krise. "Die Talsohle haben wir nach den vorliegenden Zahlen durchschritten", sagte der Präsident des Verbandes der Autoindustrie (VDA), Matthias Wissmann, am Mittwoch (2. September 2009) in Frankfurt. In den kommenden Monaten dürfte sich die Lage "Schritt für Schritt weiter verbessern". Langsam stabilisierten sich die weltweiten Automobilmärkte. Dies belegten die Zahlen vom Export, der im August 2009 noch um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken sei. Zu Jahresbeginn war er um bis zu 30 Prozent eingebrochen.

Auch die Rückgänge bei der Produktion wurden kleiner. Für 2009 rechnet der Verband mit deutlich mehr als 3,5 Millionen Neuzulassungen nach rund drei Millionen im Vorjahr. Eine Prognose für den Inlandsmarkt 2010 nannte Wissmann nicht. "Ich halte derzeit eine Prognose für Kaffeesatzleserei", sagte er. Nach dem Ende der Abwrackprämie werde es eine Abschwächung bei den Kompakt- und Kleinwagen geben. Hoffnung schöpft die Industrie aus einer Belebung des Exports.

Auch im August heizten die staatlichen Förderpakete den Absatz an. Im Inland stiegen die Aufträge um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Seit Jahresbeginn fuhren 2,675 Millionen Neuwagen zur Zulassungsstelle – ein Plus von 27 Prozent. Beim Export fiel der Rückgang mit etwa minus zehn Prozent zwar niedriger aus als in den Monaten zuvor. Dennoch summiert sich seit Jahresbeginn der Exporteinbruch auf fast 30 Prozent. Die Produktion sank im dritten Monat in Folge nur noch einstellig um vier Prozent. Insgesamt baute die exportorientierte Industrie in den ersten acht Monaten ein Fünftel weniger Autos als im Vorjahreszeitraum. Drei von vier Autos gehen in den Export.

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