Autohandel

Neuzulassungen Europa 2008

— 15.01.2009

Dickes Minus

Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bestätigt: Die Finanzkrise hat den Neuzulassungen in Europa ein dickes Minus beschert. Acht Prozent weniger Autos wurden 2008 verkauft.

Diese Zahl spricht Bände: Acht Prozent weniger Neuzulassungen in den EU-Staaten im Jahr 2008, insgesamt wurden im vergangenen Jahr 14,7 Millionen neue Autos verkauft. Überraschend kommt das dicke Minus nicht. Angesichts der deutlich gedrückten Konsumentenstimmung im Zuge der schlechteren Wirtschaftslage sowie der zurückhaltenden Kreditvergabe der Banken war ein solches Ergebnis zu erwarten, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) mit. Die Verkäufe in Westeuropa brachen um acht Prozent auf 13,6 Millionen Pkw ein, wobei sich vor allem in der zweiten Jahreshälfte die Lage dramatisch verschlechterte. Nach drei Prozent Minus im ersten Halbbjahr ging es in der zweiten Jahreshälfte um 15 Prozent bergab. In den neuen EU-Ländern blieb der Markt mit Minus einem Prozent auf 1,2 Millionen Autos nahezu stabil.

Frankreich profitiert von Steuergeschenken

In Frankreich wurden im vergangenen Jahr mit 2,1 Millionen Pkw knapp ein Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahr neu zugelassen. Die Kaufanreize des seit Beginn 2008 geltenden "Bonus-Malus"-Systems mit Steuervorteilen für saubere Fahrzeuge sorgte für positive Impulse, bevor sich auch hier im letzten Quartal die Krise auswirkte. Die heimischen Anbieter setzten ein Prozent mehr Fahrzeuge ab und erreichten einen Marktanteil von 53 Prozent. Dagegen verkauften die Importeure – darunter auch die deutschen Hersteller – drei Prozent weniger Neufahrzeuge. Härter traf es die Autohersteller in Großbritannien, wo ein Minus von elf Prozent auf 2,1 Millionen Pkw zu Buche steht. Sowohl die private Nachfrage (-15 Prozent) als auch die gewerblichen Verkäufe (- neun Prozent) waren rückläufig. Die deutschen Marken weiteten ihren Marktanteil gegen den Trend um zwei Prozentpunkte aus und kamen auf 50 Prozent.

Dramatischer Einbruch in Spanien

Legte Italien 2007 noch ein Rekordergebnis hin, kam im vergangenen Jahr die Ernüchterung: Die Pkw-Verkäufe lagen mit 2,2 Millionen Fahrzeugen ganze 13 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Die zunächst positive Wirkung der Verschrottungsprämie verlor im Jahresverlauf zusehends an Wirkung, es folgten Inflations- und Rezessionssorgen. Der Marktanteil der deutschen Hersteller von annähernd 35 Prozent blieb stabil. Richtig heftig erwischte es den Markt in Spanien: Dort wurden mit 1,2 Millionen Pkw 28 Prozent weniger Autos neu zugelassen als 2007. Hohe Arbeitslosigkeit sowie die negativen Auswirkungen der Immobilienkrise wirkten laut VDA als Bremsklotz für die Nachfrage. Die private Pkw-Nachfrage war um 33 Prozent und das Firmenwagengeschäft um 26 Prozent rückläufig. Die Entwicklung in den neuen EU-Ländern fiel unterschiedlich aus: Während sich in Polen (+ neun Prozent) sowie in der Tschechischen Republik (+ acht Prozent) die Nachfrage noch positiv entwickelte, war sie in Rumänien und in Ungarn (jeweils -neu Prozent) deutlich rückläufig.

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