Neuzulassungen September 2012: UPDATE
— 02.10.2012Deutscher Automarkt eingebrochen
Krisenstimmung auf dem deutschen Pkw-Markt: Im September 2012 wurden in Deutschland rund 250.000 Neuwagen zugelassen. Das sind 11 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.
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Im September 2012 mussten die meisten großen Autobauer Europas herbe Absatzeinbrüche in Deutschland hinnehmen. So setzte sich der Abwärtstrend bei Opel fort, wie aus Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) hervorgeht. Der Absatz der Marke brach um fast 26 Prozent auf knapp 17.000 Neuwagen ein. Auch Branchenprimus VW verkaufte mit nur 51.000 Fahrzeugen ein sattes Fünftel weniger als zwölf Monate zuvor. Die krisengeplagten Hersteller Fiat, Ford und Peugeot büßten ebenfalls über 20 Prozent ein, der Sportwagenwagenbauer Porsche etwas weniger. Von den wichtigsten Marken verkauften nur BMW, Hyundai und Skoda gegen den Branchentrend mehr Autos als im Vorjahresmonat. Die Münchner steigerten ihren Absatz um 9,3 Prozent auf 26.000 – während Konkurrent Audi 5,9 Prozent auf 19.300 Einheiten verlor und der Mercedes-Absatz um elf Prozent auf 22.700 zurückging. Die Schwaben mussten kürzlich ihre Gewinnprognose senken und kündigten an, die Produktion zu drosseln – vorrangig wegen einer schwächeren Nachfrage nach den auslaufenden Modellen der E- und S-Klasse. Daimler-Chef Dieter Zetsche verkündete zudem, dass in allen Unternehmensbereichen gespart werden solle.Hitliste August 2012: Die Retter der Statistik
Kräftige Zuwächse feiert auch Hyundai – diese sind zum Teil allerdings mit hohen Nachlässen erkauft, wie Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research betont: "41 Prozent aller Hyundai-Neuwagen kamen in den letzten acht Monaten als taktische Zulassungen auf den Markt. Die Hyundai-Manager schaffen scheinbar ihre hohen Verkaufsziele nicht und setzen daher massiv taktische Zulassungen im Markt ein." Unterdessen steigt der Anteil von Pkw mit alternativen Antriebstechniken wie Flüssiggas-, Erdgas-, Hybrid- und Elektroantrieb nur langsam auf inzwischen 1,2 Prozent am deutschen Gesamtmarkt. Allerdings sei die Nachfrage nach reinen Elektroautos enttäuschend. "Die Neuzulassungen von Elektro-Pkw bleiben mit einem Anteil von 0,087 Prozent am Gesamtmarkt deutlich unter den Erwartungen", sagte VDIK-Präsident Volker Lange.Hintergrund: Staat will E-Autos nicht fördern
Nachdem es beim "Autogipfel" bei der Kanzlerin am 1. Oktober 2012 keine Entscheidung für weitergehende individuelle Fördermaßnahmen gegeben habe, forderte Lange die Bundesregierung auf, zumindest als ersten Schritt den im Mai getroffenen Kabinettsbeschluss zur steuerlichen Förderung von Elektrofahrzeugen schnellstmöglich umzusetzen: "Es ist jetzt schon deutlich, dass ohne diese Maßnahmen das Ziel der Bundesregierung nach wie vor nicht erreicht werden kann."Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am 1. Oktober 2012 das Ziel bekräftigt, bis 2020 eine Million E-Autos auf den Straßen zu haben. Zwar sei dieses Ziel "nicht ganz einfach" zu erreichen. Merkel hielte es aber für falsch, jetzt die Ziele aufzugeben, da noch acht Jahre Arbeit bevorstünden. Einen Anschub durch eine Prämie lehnt die Regierung bisher ab.
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