Neuzulassungen USA im April 2011

— 04.05.2011

Umdenken in den USA

Hohe Benzinpreise machen auch Autofahrern in den USA zu schaffen. In der Neuzulassungs-Bilanz tauchen immer mehr Spritspar-Modelle auf. Der Beginn einer Revolution?



(rtr) Die stark gestiegenen Benzinpreise haben eine Wende auf dem US-Automarkt ausgelöst: Im einstigen Land der Straßenkreuzer werden den Händlern inzwischen spritsparende Kompakt- und Kleinwagen aus den Händen gerissen, während die Verbraucher einen Bogen um besonders leistungsstarke Pick-ups schlagen. Zum zweiten Mal nach 2008, als hohe Spritpreise schon einmal für einen Schwenk im Käuferverhalten sorgten, kündigt sich damit eine Revolution auf dem einst größten Pkw-Markt an. Diesmal erwarten die Konzerne allerdings, dass die Veränderungen dauerhaft sein werden: "Die gestiegenen Benzinpreise habe viele dazu veranlasst, die Auswahl ihrer Autos grundsätzlich zu überdenken", sagte Don Johnson, Verkaufschef von General Motors.

Die beliebtesten Automarken im April

Experten gehen davon aus, dass sich die amerikanischen Verbraucher dem Beispiel der Europäer anschließen und sich verstärkt kleinere Autos mit sparsameren Motoren in ihre Garagen stellen. Selbst bei den beliebten Pick-ups zeichnet sich ein Umdenken ab: Ford verkauft von seinem Bestseller F-150 inzwischen mehr Fahrzeuge mit Sechszylinder-Motor. Zu Jahresanfang 2011 war nur die leistungsstärkere V8-Variante gefragt. Der Anteil an Pkw mit sparsamen Vierzylinder-Motoren machte im April knapp 40 Prozent am Gesamtabsatz von GM aus, vor Jahresfrist waren es 27 Prozent.

Pkw-Neuzulassungen: Hier gibt es alle Hitlisten

In den vergangenen Jahren hatten höhere Benzinpreise den Absatz der US-Hersteller stets einbrechen lassen und den japanischen Rivalen steigende Marktanteile beschert. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet: Die japanischen Autoautobauer haben wegen der Erdbebenkatastrophe in ihrer Heimat mit Produktionsausfällen und Lieferengpässen zu kämpfen und verlieren in den USA an Boden. Weltmarktführer Toyota, auf Rang drei in Amerika, stagniert beim Absatz in den USA. Experten rechnen damit, dass die Schwierigkeiten der japanischen Autobauer in den nächsten Monaten noch zunehmen werden. GM dagegen konnte mit dem Kompaktwagen Chevrolet Cruze punkten, der mit dem Opel Astra verwandt ist. Auch Ford meldete eine steigende Nachfrage nach kleineren Modellen. Der Rivale aus Dearborn nahe der GM-Metropole Detroit hatte dank seines Angebots an spritsparenden Autos im März erstmals seit längerem auf seinem Heimatmarkt wieder mehr Fahrzeuge als General Motors verkauft. Im April setzte sich GM mit einem Zuwachs von 26 Prozent wieder an die Spitze, Ford steigerte sich um 16 Prozent. Geringere Margen von Kleinwagen machen die Hersteller teils durch teure Zusatzausstattungen wett.

Die Deutschen in den USA

Die deutschen Hersteller konnten sich ebenfalls eine Scheibe vom wachsenden US-Markt abschneiden. Volkswagen lieferte dank des gefragten VW Jetta insgesamt 23 Prozent mehr Fahrzeuge an die Kundschaft aus als im Jahr 2010. Weiteren Schub erhoffen sich die Wolfsburger, wenn am 24. Mai die neue Fabrik in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennesse öffnet, in der eine speziell für die USA entwickelte Variante des Passat vom Band läuft. BMW steigerte sich um ein Fünftel, weil sowohl sportliche Geländewagen als auch Kleinwagen reißenden Absatz fanden. Die BMW-Tochter Mini verkaufte zwei Drittel mehr als vor Jahresfrist. Ähnlich stark legte der Absatz von Geländewagen zu. Dagegen trat der Stuttgarter Rivale Daimler auf der Stelle: Mercedes-Benz kam im April in den USA nur auf ein kleines Plus von 2,3 Prozent. Als Grund nannte der Konzern hohe Vergleichszahlen im Vorjahr. Vom Smart fortwo schlugen die Stuttgarter auf dem US-Markt 31 Prozent weniger Exemplare los als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Vormonat März stiegen die Auslieferungen allerdings. Audi setzte 7,5 Prozent mehr von ihren Luxuswagen ab als vor Jahresfrist. Der mit Volkswagen verbundene Sportwagenbauer Porsche steigerte sich sogar um über 80 Prozent, weil der vor einem Jahr erneuerte Geländewagen Cayenne stark gefragt war.

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