New York Auto Show 2010

New York Auto Show 2010

— 01.04.2010

Korea rockt New York

Die New York Auto Show hat mehr zu bieten als Mercedes R-Klasse und Chevy Volt. Die wahren Stars heißen Kia Optima und Hyundai Sonata Hybrid. Der Optima kommt auch zu uns – als E-Klasse zum Passat-Preis!

In New York hält der Frühling Einzug. Auch in den Messehallen der New York International Auto Show (31. März bis 11. April 2010) scheint die Zeit des winterlichen Trübsalblasens vorbei. Nachdem sich schon auf der Detroit Auto Show und auf dem Genfer Autosalon die Laune spürbar gesteigert hatte, gehen die Autobauer auf der New York International Auto Show 2010 wieder aufs Ganze. Ökologisch korrekt? Na klar, und natürlich gerne mit einem Extra-Schuss Leistung, wir sind ja schließlich in den USA.

Mercedes zeigt aufgefrischte R-Klasse und SLS 63 AMG GT3

Bestes Beispiel dafür ist Mercedes. Die Schwaben zeigen in New York die überarbeitete R-Klasse als Weltpremiere. Mercedes betont die gegenüber dem erfolglosen Vorgänger deutlich gesunkenen Verbrauchswerte, und doch offbart ein Blick ins Motorenangebot ausschließlich Sechs- und Achtzylinder-Aggregate. Typisch amerikanisch eben, doch nicht unbedingt ein Manko: Immerhin erfüllt der 224 PS starke R 350 BlueTec dank AdBlue-Abgasreinigung schon jetzt die Abgasnorm Euro 6, bei einem Verbrauch von 8,4 Litern Diesel auf 100 Kilometer. Den Vortritt auf der Messebühne hatte allerdings der ebenfalls brandneue Mercedes SLS AMG GT3 – ein spektakuläres Geschoss für die Rennstrecke, freilich ohne jeden ökologischen Anspruch, dafür aber mit einem richtig fetten Heckspoiler.

Korea zeigt, wo's wirklich langgeht: Kia Optima ...

E-Klasse zum Passat-Preis: Der Kia Optima kommt 2011 auch zu uns.

Mercedes R-Klasse und SLS sind nicht gerade die Brot-und-Butter-Autos, die man als klassischen Ausweg aus der Krise bezeichnen möchte. Aus europäischer Sicht sind die Koreaner Kia und Hyundai mit den wirklichen Messe-Stars angereist: Kia zeigt den neuen Optima, der 2011 auch bei uns an den Start geht und den angestaubten Kia Magentis ablösen wird. Die dynamisch gezeichnete Limousine könnte man von den Abmessungen her durchaus als Konkurrent der Mercedes E-Klasse durchgehen lassen – zum Preis eines VW Passat, wenn man mal die Preise des aktuellen Kia Magentis als Vorbild nimmt (ab 22.980 Euro, Passat ab 23.525 Euro).

... und Hyundai Sonata

Hyundai rollt derweil zwei besondere Sonata-Varianten aufs Messeparkett: einen Top-Benziner namens Sonata 2.0T (Vierzylinder, 278 PS) und eine Hybridversion mit 171-PS-Benziner sowie 30-kW-Elektromotor unter der Haube. Kleiner Dämpfer für europäische Hybrid-Fans: Das Auto wird nicht auf unseren Kontinent kommen. Auch der künftige Hyundai i40 werde nicht auf dem Sonata basieren, bestätigte Hyundai gegenüber autobild.de.

New York unter Strom: Die Greencars auf der NY Auto Show

Preisansage: Das Elektroauto Chevrolet Volt kostet weniger als 40.000 Dollar.

Wenn es um Elektroautos geht, darf einer nicht fehlen: General Motors setzt auch in New York seinen Werbefeldzug für den Chevrolet Volt fort. Das US-amerikanische Pendant unseres künftigen Opel Ampera darf bereits ab Ende 2010 bestellt werden und kommt kurz darauf in den Handel. Europa ist mit dem Ampera dann ab Ende 2011 an der Reihe. Die Preise des Chevrolet Volt sollen bei weniger als 40.000 Dollar beginnen. Grund genug auch für Nissan, endlich Tacheles zu reden – zumindest, was den Preis für den Elektro-Konkurrenten Leaf angeht. In den USA soll der Nissan Leaf 32.780 Dollar kosten, das ist doch schon mal eine konkrete Ansage. Und da Elektroautos in einigen Bundesstaaten mit sogenannten "Federal Taxes" von bis zu 7500 Dollar gefördert werden, bekommt der Käufer den Leaf unter Umständen sogar schon für 25.280 Dollar – also für umgerechnet 18.700 Euro.

Ökokost aus deutschen Landen

Dicke Tröte: Alpina feiert mit dem allradgetriebenen B7 Biturbo Weltpremiere.

Auch die deutschen Autobauer haben ein bisschen Ökokost mitgebracht – allerdings noch längst keine serienreife. BMW zeigt seinen Elektro-Mini, der bei uns immerhin im Rahmen eines Feldversuchs unterwegs ist. Porsche ist mit dem Hybrid-Cayenne am Start – böse Zungen könnten das als einen verzweifelten Versuch bezeichnen, den Flottenverbrauch im wertvollen US-Geschäft zu senken. Ansonsten steht in New York reichlich Blech, das wir bereits vom Genfer Autosalon kennen: BMW 3er Coupé und Cabrio, X5, VW Touareg. Schließlich noch eine echte Weltpremiere, wenn auch keine weltbewegende: Alpina zeigt seinen B7 mit, und das ist neu: Allradantrieb.

Kleine Amerikaner, gebaut in Europa

Die Amis stehen drauf, wir gucken lieber weg: Ford Fiesta mit Stufenheck.

Bei Ford stehen kleine, in Europa entwickelte Autos im Mittelpunkt. Der neue Focus und der Fiesta auch als Stufenhecklimousine sind die Stars auf dem Stand – trotzdem zeigt Ford auch leistungsgesteigerte Varianten des Mustang. Chrysler versprüht in New York einen Optimismus wie schon lange nicht mehr. Chrysler-Chef Sergio Marchionne ist sich sogar sicher, dass der ehemalige Daimler-Partner 2010 wieder schwarze Zahlen schreiben wird – ohne neue Modelle eine mutige Ansage. Erste Früchte aus der Kooperation zwischen Fiat und Chrysler sind nicht vor Ende 2011 zu erwarten, auch wenn eine Studie des Lancia Delta mit Chrysler-Logo schon ziemlich seriennah daherkommt. Cadillac hat seinen Power-Kombi CTS-V Sport Wagon in Szene gesetzt. Die 564 PS starke Familienkutsche kommt in den USA Ende 2010 in den Handel, der Export nach Europa ist noch ungewiss.

Neu in New York: Subaru Impreza WRX 2011

Subaru Impreza WRX STi: Rallye-Kracher mit Kofferraum. Die viertürige Variante ist neu,
wird verbreitert.

Unterdessen wagen die Japaner den vollen Angriff auf dem amerikanischen Markt – ungeachtet des Qualitätsdebakels, das Toyota auch in den USA voll im Griff hatte. Von Subaru kommt ein überarbeiteter Impreza WRX, auch ein Viertürer des Rallye-Krachers wird künftig angeboten. Ansonsten kein Stand, an dem sich nicht kleine bis kompakte, umweltfreundliche Autos im Scheinwerferlicht drehen, wie etwa der hybride Lexus CT200h. Honda hingegen scheint eine alte Marotte der Japaner wieder aufleben zu lassen: Der Accord Crosstour ist eine Kopie des BMW 5er GT, und der sportliche ZDX von Honda-Nobeltochter Acura könnte glatt als der schönere Bruder des BMW X6 durchgehen.

Autor: Stefan Voswinkel

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.