New York Auto Show (NYIAS) 2015: Messerundgang

Nissan Maxima

New York Auto Show (NYIAS) 2015: Messerundgang

— 02.04.2015

Ein Hoch auf die Limousinen

Kia Optima, Chevrolet Malibu, Cadillac CT6, Jaguar XF: Auf der New York Auto Show 2015 stehen viele neue Limousinen im Rampenlicht. Hier sind die Stars der NYIAS!

Video: Tops und Flops der NYIAS (2015)

Meinung der Redaktion

Die großen internationalen Autobauer haben auf den ersten beiden wichtigen Automessen des Jahres 2015 in Detroit und Genf mächtig die Muskeln spielen lassen. Streng nach dem Motto "schneller, stärker, brachialer" wurden fast ausschließlich großvolumige Darsteller aus dem Sportwagen- und SUV-Revier aufs Parkett geschickt. Auf der New York Auto Show 2015 (3. bis 12. April) kehrt endlich wieder automobile Vernunft ein. Okay, ein paar wenige Sportler und SUVs tummeln sich auch hier, ohne die geht's natürlich nicht – vor allem in den USA. Aber den Ton geben im Javits Center am Ufer des Hudson River eindeutig die großen, schicken Limousinen an. Die setzen durchweg auf Leichtbau, gepaart mit sparsamen, aufgeladenen und durchzugsstarken Motoren sowie ein sportliches, fast coupéhaftes Design.

Chevrolet zeigt den Insignia-Bruder

Mit dem Luxus-Liner CT6 nimmt Cadillac den BMW 7er, die Mercedes S-Klasse und den Audi A8 ins Visier.

Mit dem Slogan "Unser Weltauto" trumpfte Chevrolet 2011 mit dem neuen Malibu zeitgleich auf den Messen in New York und Shanghai auf. Zum Kassenschlager wurde der Mittelklasse-Chevy nie, mit 188.500 verkauften Exemplaren landete er in seinem Heimatland, den USA, 2014 nur auf Rang sechs der Zulassungsstatistik in seinem Segment. Mit dem Facelift, das hier in New York Premiere feiert und schon auf der Plattform des kommenden Insignia steht, will Chevrolet wieder in die Erfolgsspur fahren. Helfen soll eine komplett neu entwickelte Architektur mit zehn Zentimeter längerem Radstand und dadurch mehr Platz im Innenraum. Der Malibu wiegt jetzt 1,4 Tonnen und ist damit 136 Kilogramm leichter als sein Vorgänger. Die stark abfallende Heckpartie verschafft der Mittelklasse-Limousine ein sportliches Profil. General Motors hat eine weitere Limousine im Messegepäck: Der Luxus-Liner Cadillac CT6 will mit drei kräftigen Motoren (darunter der komplett neue Dreiliter-Twinturbo mit 405 PS und 543 Nm), neuester Technik und viel Luxus im Innenraum den deutschen Segment-Platzhirschen BMW 7er, Audi A8 und Mercedes S-Klasse einige Kunden wegschnappen. Mit 5,18 Metern ist er länger als die deutsche Konkurrenz, dank vieler Alu-Bauteile wiegt er jedoch rund 200 kg weniger. Der CT6 wird Anfang 2016 auch nach Deutschland kommen und die Limousinen-Flotte um ATS und CTS nach oben komplettieren. Lincoln präsentiert mit der hübschen Studie "Continental" einen wilden Mix aus Audi Prologue und Bentley-Designelemten.

Die Asiaten in New York

Auch die asiatischen Autobauer stimmen in den fröhlichen Limousinen-Reigen mit ein. Nissan hat den großen Bruder des in den USA so erfolgreichen Altima, den Maxima, auf den Drehteller gestellt. Ab Sommer 2015 gibt sich der Japaner mit mega-sportlichem Look die Ehre. Basis ist der im Januar 2014 in Detroit vorgestellte Sport Sedan Concept. Auf dem Genfer Salon 2015 noch als stylische Studie Sportspace zu bestaunen, zeigt Kia den neuen Optima auf der NYIAS bereits im Serientrimm. Der ist in den USA ein direkter Gegner des Malibu. Mit 159.000 Verkäufen in 2014 liegt er knapp hinter dem Chevrolet. Mit neuen Scheinwerfern, die weit hinter die Kotflügel reichen und einer maskulinen, muskulösen Schulterlinie wirkt der Optima deutlich sportlicher als sein Vorgänger. Neben viel neuer Technik warten auf die Insassen im Cockpit ein neues Dreispeichenlenkrad und eine stärker zum Fahrer geneigte Mittelkonsole.

Jaguar mischt die Oberklasse auf

Der neue Jaguar XF ist optisch deutlich sportlicher als sein Vorgänger und geht Ende 2015 an den Start.

Jaguar trumpft hier in New York mit seiner neuen Luxuslimousine XF auf. Optisch deutlich sportlicher als der Vorgänger geht er Ende 2015 mit Motoren von 163 PS bis 380 PS an den Start. Auch Jaguar setzt beim XF auf Aluminium und spart so rund 200 kg Gewicht. VW ist gleich mit vier flippigen Studien des Beetle nach Big Apple gereist: den beiden Cabriolets "Denim" und "Wave" sowie den zwei Coupés "Pink Edition" und "Concept R-Line". Die drei erstgenannten Studien sollen in ihren auffälligen Aufmachungen (bunt, schrill, cool) den Kultcharakter des Käfer-Nachfolgers verdeutlichen. Das Concept R-Line mit 2.0 TSI, 220 PS, Heckspoiler und 20-Zoll-Rädern macht mächtig auf dicke Hose. Die vier Fahrzeuge wurden allesamt, so VW, "gegen den Mainstream" konzipiert und seien äußerst seriennah. Drei von vier sollen 2016 weltweit angeboten werden.

VW Beetle Concept "Denim": Sitzprobe

Mercedes macht aus der M-Klasse den GLE. Das Topmodell hört auf den Namen GLE63S und hat 585 PS.

Vorhang auf für die neue M-Klasse! Pustekuchen. Was früher M war, heißt bei Mercedes jetzt GLE. Und der steht in frischer Optik und mit neuer Technik auf der New York Auto Show. Die Modellpalette des großen Schwaben-SUV beginnt bei der neuen, sparsamen Plug-in-Version (erstmals im Angebot) GLE 500 e 4Matic, die bei 442 PS Systemleistung nur 3,3 Liter verbrauchen soll, und endet beim krachenden, bärenstarken GLE 63S mit 585 PS. Optisch fallen besonders die neuen Front- und Heckleuchten und der dreidimensionale Unterbodenschutz auf. Eine weitere spannende SUV-Weltpremiere funkelt am Stand von Mitsubishi. Mit dem aufgefrischten Outlander fahren die Japaner ins Jahr 2015.

Der bissigste Porsche Boxster

Am Porsche-Stand: Der Boxster Spyder mit 375 PS starkem 3,8-Liter-Motor und den typischen Streamlinern hinter den Sitzen.

Dafür, dass die sportliche Attitüde nicht ganz vernachlässigt wird, haben die Kollegen aus Zuffenhausen gesorgt. Porsche hat den taufrischen und zugleich hinreißend schönen Porsche Boxster Spyder am Start. Den 1350 kg leichten Roadster gibt's erneut mit sexy Stoff-Persenning, bei der man selbst Hand anlegen muss, und nur als Handschalter. Tieferlegung (20 Millimeter), Sportfahrwerk und die legendären Streamliner hinter den Kopfstützen machen den Spyder zum bissigsten Boxster und gleichzeitig zu einem Kult-Sportler. Verantwortlich für die Power ist der aus dem Cayman GT4 bekannte 3,8-Liter-Sechzylinder, der hier 375 PS leistet. Bug- und Heckteil stammen ebenfalls vom GT4. Zum Vergleich: Beim Boxster GTS reiten (nur) 330 Pferde unter der Heckklappe. Das Spyder-Vergnügen beginnt bei 79.945 Euro. Noch heißer (vor allem, was die Fahrleistungen angeht) wird es bei McLaren. Unter dem Kürzel "570S" soll der britische Renner den Einstieg ins McLaren-Vergnügen definieren. Die Eckdaten sind imposant: Kohlfaser-Chassis, 1313 kg Leergewicht, 0-100 in 3,2 Sekunden, 328 km/h Spitze, Biturbo-V8 mit 570 PS und ein phänomenales Leistungsgewicht von 2,3 kg pro PS.

Sitzprobe Porsche Boxster Spyder

Kennen Sie "Lyons Motor Car"? Nein? Wir bislang auch nicht. Jetzt aber schon. Denn mit dem stromlinienförmigen LM2 Streamliner hat sich der Autobauer aus New York direkt in unser Kleinhirn gemeißelt. Was für eine Silhouette! Dazu über 1700 PS, 8,2-Liter-V8, Doppelturbo-Aufladung, Allradantrieb, über 460 km/h Spitze, Carbonhaut und zentralem 16-Zoll-Touchscreen. Und mit 2,2 Sekunden für den Prestige-Sprint auf 100 km/h ist der LM2 eine satte Sekunde schneller als der McLaren.

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