New York International Auto Show 2008

New York International Auto Show 2008

— 20.03.2008

Bluetec statt Bush

Mercedes macht aus der New Yorker Auto Show kurzerhand eine Wahlkampagne für sein Bluetec-System – den "saubersten Diesel der Welt". Suzuki zeigt den Kizashi 3, Milner das fliegende "AirCar"!

Rote, blaue und weiße Luftballons fallen von der Hallendecke, es regnet Konfetti, und Dr. Thomas Weber, Entwicklungsvorstand bei Daimler, steht auf der Bühne und sieht tatsächlich ein bisschen aus wie ein Politiker. Mercedes-Mitarbeiter und Komparsen tragen Buttons mit der Aufschrift "Vote für Bluetec". Weil die USA derzeit einen neuen Präsidenten suchen, dachten sich die Stuttgarter, es wäre doch witzig, die Präsentation des "saubersten Diesel der Welt" auf der New York Auto Show 2008 als Wahlkampfveranstaltung zu inszenieren. Bluetec statt Bush. Weber statt Obama oder Clinton. Da staunen selbst die Amis. Am Abend zuvor hat Mercedes ins "House of Bluetec" eingeladen, sonst ein Studio in der 35. Straße in Manhattan. Die Popsängerin Sheryl Crow singt vor den 100 Gästen ein paar Lieder und lobt in jeder Pause die Diesel-Technologie ihres Auftraggebers. Sogar die Drinks sind blau. Sie schmecken, als wäre Harnstoff drin. Über der Bar steht in Neonschrift "In Bluetec we trust".

Und wieder ein neuer Kizashi

Suzuki Kizashi, Teil 3: Die Mittelklasse-Limo will ab 2010 gegen Audi A4 und 3er BMW antreten.

Die New York Auto Show ist eher eine Verkaufsmesse als der Ort für die Präsentation neuer Modelle oder Studien. Doch zu entdecken gibt es immer etwas. Allen voran die Studie Kizashi 3, mit der Suzuki in die Mittelklasse vorpreschen will und ab 2010 gegen Audi A4 und 3er BMW antritt. Kizashi heißt übersetzt Vorgeschmack, denn die Studie soll dem Serienfahrzeug schon extrem ähnlich sehen. In der Studie steckt ein 3,6-Liter-V6-Benziner. Suzuki arbeitet an einem Diesel und parallel an einem Hybrid. Neben der Limousine mit Coupézügen könnte auch eine Shootingbreak-Variante kommen. Was heißt "abwarten" auf Japanisch?

Eckiger als Scion geht's nicht

Winkel-Fetischist: Toyota-Tochter Scion stellt die gewagte Studie Hako vor, die noch kantiger ist als der xB.

Scion, die coole US-Tochtermarke von Toyota, stellt die gewagte Studie Hako vor, die noch kantiger ist als der xB. Ob die Kiste, die fast ausschließlich aus 90-Grad-Winkeln besteht, den Surferboys zwischen Pazifik und Atlantik gefällt? Welch ein Motor im Hako stecken soll, wurde nicht gesagt, ist aber eigentlich auch völlig egal. Nissan springt auf den E-Zug auf und verpasst dem in Amerika verkauften Cube einen E-Motor. Der Denki Cube erhält seine Leistung aus Lithium-Ionen-Akkus statt aus dem Vierzylinder. Hyundai bleibt beim Benzin und zeigt die Coupé-Version des Genesis (3,8-Liter-V6, 300 PS), das aber zunächst nur in den USA auf den Markt kommen soll.

Opel GT Coupé? Voilà!

Und wo bleiben die Amis? Dodge macht auf Retro und stellt mit dem Challenger SE mit 3,5-Liter-V6 (253 PS) ein schlichtes Muscle Car hin. Es folgt der fette R/T mit 5,7-Liter-Hemi-V8 und 380 PS. Eher für Texas als für New York ist die GMC-Studie Denali XT, ein Pick-up-Coupé mit einem Hybrid aus E85-tauglichem 4,9-Liter-V8 (326 PS) und einer Brennstoffzelle. Dann doch lieber der Klassiker in seiner neuesten Auflage: Der Pick-up-Truck Ford F150 ohne Schickschnack und grünem Anstrich. Ach ja, Pontiac, die Leistungs-Marke im GM-Konzern, will weg vom Plastik-Image der vergangenen Jahre und zeigt mit dem Solstice Coupé auf Basis des Opel GT. Die Motoren: Der Zweiliter-Turbo aus dem GT (263 PS) und ein 2,4-Liter-Benziner (176 PS). Auch neu: der G8 Sport-Truck, der Erinnerungen an den Chevy El Camino wecken soll. Beide Autos stehen auf derselben Plattform und werden in Australien gebaut.

Fliegendes Auto für 500.000 Dollar

Milner Motors zeigt mit dem AirCar ein fliegendes Auto. Kostenpunkt: schlappe 500.000 Dollar.

War noch was? Klar, ganz unten auf der Messe, ganz klein in der Ecke, steht die Firma Milner Motors und zeigt ein – na? – fliegendes Auto. Das AirCar mit Doppelpropeller am Heck soll 500.000 Dollar kosten. Da aber Vater und Sohn Milner selbst nicht so recht an den Erfolg glauben, steht daneben das ElectriCar, quasi das Aircar ohne Flügel und Rotoren, dafür mit E-Motor. Soll mal 40.000 Dollar kosten. Doch bevor die Milner-Mobile auf die Straße kommen – wird Thomas Weber Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Autor: Hauke Schrieber

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