Nick Heidfeld

Nick Heidfeld: GP von Malaysia 2011

— 11.04.2011

Vom Arbeitsamt aufs Podest

Nick Heidfeld feiert wieder Erfolge. Doch es war nicht nur der dritte Platz am vergangenen Wochenende, der ihn freute. Fast noch mehr rührte ihn das Lob von Sieger Sebastian Vettel.

Anfang Januar 2011 war Nick Heidfeld (33) noch Formel 1-Rentner. Dann kamen der schweren Rallyeunfall von Robert Kubica und Nick Heidfelds Verpflichtung durch Lotus-Renault, ein Testwinter, der hohe Erwartungen weckte, ein GP von Australien voller Probleme und letztendlich die Rehabilitation beim GP von Malaysia. Doch es war nicht nur der dritte Platz am vergangenen Wochenende, der Nick Heidfeld freute. Fast noch mehr rührte ihn, als Sieger Sebastian Vettel (23) ihn ungefragt in der Siegerpressekonferenz lobte. Vettels verbale Umarmung für seinen ehemaligen BMW-Sauber Teamkollegen sah so aus: "Kaum einer hat es so sehr verdient auf dem Podium zu stehen wie Nick. Viele hatten ihn schon abgeschrieben, aber das zeigt nur, was man Vorurteilen dieser Art halten soll. Nick kann sich mit Recht auch wie ein Sieger fühlen."

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Sieger Sebastian Vettel (l.) lobte seinen ehemaligen BMW-Sauber Teamkollegen: "Kaum einer hat es so sehr verdient auf dem Podium zu stehen wie Nick."

In der Tat: Der Mönchengladbacher bewies mentale Stärke, weil er den Kritikern trotzte, die ihn für das Desaster beim Auftaktrennen in Melbourne verantwortlich machten. Er  nämlich beschloss, das Positive vom Auftaktrennen in Melbourne nach Malaysia mitzunehmen. Denn dort zeigte der dritte Platz von Teamkollegen Vitaly Petrov: Der Lotus-Renault hat das Potential zu Spitzenresultaten. "Und ohne arrogant zu klingen", sagt Heidfeld zu ABMS, "ich wusste: Was Vitaly kann, kann ich auch." Den Worten ließ er Taten folgen. Im Qualifying war er Sechster, mit einem wahren Raketenstart lenkte er als Zweiter hinter Vettel in die erste Kurve ein, am Ende war er Dritter.

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Die Kritiker applaudieren entsprechend: "Besser hätte man heute nicht fahren können", adelt ihn Rennlegende Niki Lauda. Und Lotus-Renault Teamchef Eric Bouillier klopfte sich im Gespräch mit ABMS gleich mit auf die eigene Schulter. "Nick  hat genau das gemacht, was ich von ihm erwartet habe. Das freut mich umso mehr, weil es nach Australien Kritik hagelte. Allerdings nicht intern: Da wussten wir immer, wie groß Nicks Talent und seine Hingabe sind. Er ist ein toller Mensch und ein fairer Fahrer. Wir können froh sein, dass wir ihn kriegen konnten, als sich Robert Kubica verletzt hat."  Heidfeld hat jetzt Blut geleckt: "Ich hatte ein nahezu perfektes Wochenende. So muss es weitergehen. Am besten schon am Sonntag in Shanghai."

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

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