Nico Rosberg beim Philips Ice Race

Nico Rosberg beim "Philips Ice Race" Nico Rosberg beim "Philips Ice Race"

Nico Rosberg beim "Philips Ice Race"

— 05.12.2006

Endlich mal wieder die Gegner rasieren

Nach einer Formel-1-Saison voller Pleiten, Pech und Pannen holte sich Williams-Pilot Nico Rosberg doch noch sein Erfolgserlebnis – beim "Philips Ice Race".

Nico Rosberg wirkt beeindruckt: "Wir fahren relativ langsam, und doch ist das Ganze wahnsinnig schwer." Der Umstieg von der Formel 1 in die Formel Eis, er ist eine wahre Schlitterpartie. In der Königsklasse des Motorsports hat der Williams-Pilot derzeit zwar Herbstferien, arbeiten muss er aber trotzdem. Nämlich für die Sponsoren. Diesmal hat Philips einen Tag mit dem F1-Nachwuchsstar gebucht. Denn der niederländische Elektronikriese wird in der kommenden Saison auf Rosbergs Williams-Renner für seine Trockenrasierer werben. Im Krefelder KönigPALAST, da wo sonst die Krefeld Pinguine in der Deutschen Eishockey Liga den Puck jagen, soll jetzt also Nico Rosberg nach einer Saison voller technischer Schwierigkeiten endlich mal wieder die Gegner rasieren.

Nico Rosberg mit Andreas Wirth (li.) und Michael Ammermüller (re.)

Auf dem blanken Eisparkett im neun PS starken Kart mit 270-cm³-Honda-Motor. Seine Gegner: DTM-Pilot Timo Scheider, FIA-GT-Weltmeister Michael Bartels, Tourenwagen-WM-Pilot Peter Terting und weitere nationale Stars. Leichter gesagt als getan. "Kartfahren auf Eis ist noch extremer als Gokart-Fahren im Regen", ist Rosberg überrascht, "du musst mit sehr viel Gefühl, sehr sanft fahren. Und weil die Vorderräder so wenig Grip aufbauen, lenken sie kaum. Deshalb musst du das Kart anstellen – also nicht in die Kurve einlenken, sondern reinbremsen." Der Grund für die nötige Drifttechnik: Für Haftung sorgen jeweils nur zwei Reihen kleiner, stumpfer Nägel, die in den Rand der Lauffläche gestanzt wurden. Ein winziger Gasstoß zu viel, und das Heck bricht aus. Rosbergs Trick: In den Kurven lehnt er sich weit nach außen und erhöht so per Gewichtsverlagerung die Traktion des kurvenäußeren Hinterrads. "Dennoch bist du ständig am Driften", erklärt der Deutsche, "in der Formel 1 gibt’s das gar nicht mehr."

Aber egal ob der Blondschopf nun mit Tempo 300 über die F1-Pisten düst oder mit 30 km/h scheinbar unspektakulär über den 200-Meter-Parcours schleicht, das Zauberwort heißt Bodenhaftung. Und ohne die hat selbst der beste Formel-1-Profi keine Chance. Der Beweis im Einzelrennen: An Rosbergs Hinterreifen lösen sich nach und nach die Spikes ab. Die Folge: Er schlittert nur auf Platz 14. Und Marcel Lasée, ehemaliger deutscher Kartmeister, driftet gnadenlos am F1-Star vorbei zum Sieg. Die Revanche im Teamrennen. Gleich am Start schiebt sich der Williams-Pilot vor – von Platz sechs auf drei. Den Sieg sichern anschließend seine Mannschaftskollegen, Red-Bull-Tester Michael Ammermüller und ChampCar-Fahrer Andreas Wirth. "Ich hab gebissen wie ein Wahnsinniger", grinst Nico Rosberg. Der Lohn: ein goldbemalter Philips-Rasierer. Und die Hoffnung, in der kommenden Saison endlich auch die Formel-1-Gegner zu rasieren.

Schumi im 8,5-PS-Kart auf seiner eigenen Indoor-Kartbahn in Kerpen.

Schumis Team wurde nur Zwölfter

Er kann's einfach nicht lassen. Sechs Wochen nach seinem F1-Rücktritt saß Renn-Rentner Schumi schon wieder im Flitzer. Allerdings hatte der statt 750 PS wie sein Ex-Dienstwagen diesmal nur 8,5 Pferdestärken. Beim 24-Stunden-Kartrennen auf seiner eigenen Indoor-Kartbahn in Kerpen war Schumi DER Star. Und das auch ohne Siegchancen. 18 Mannschaften mit jeweils bis zu zehn Fahrern kämpften 1440 Minuten lang um den Sieg. In Schumis Team waren zwar auch Ferrari-Tester Luca Badoer und Stiefbruder Sebastian Stahl am Start. Aber Schumachers Kumpel David Lang und Rolf Glauser fuhren einfach zu langsam. "Wir waren nicht die Schnellsten, dafür aber die Lustigsten", grinste Schumi trotzdem, "es hat etwas an unserer Vorbereitung gemangelt, aber dafür war der Teamgeist sehr gut ausgeprägt." Mit Blick aufs nächste Jahr verspricht Schumis Kumpel Rolf Glauser deshalb schon mal: "Ich werde künftig regelmäßig trainieren." Gewonnen hat die Mannschaft "Badboys" aus Dinslaken – ohne einen einzigen echten Rennfahrer!

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.