Nicolas Hülkenberg im Porträt

Nicolas Hülkenberg: der Marathon-Mann Nicolas Hülkenberg: der Marathon-Mann

Nicolas Hülkenberg im Porträt

— 14.03.2007

Der Marathon-Mann

37 Rennen, 17 Strecken und zehn Siege in den letzten zwölf Monaten: Egal welche Serie, Nico Hülkenberg ist dabei. Ein Porträt.

Er ist gerade erst 19 Jahre alt und hat schon die halbe Welt gesehen. Nicolas Hülkenberg ist der neue deutsche Marathon-Mann! In den vergangenen zwölf Monaten legte der Nachwuchspilot auf dem Weg zu seinen zahlreichen Renneinsätzen in vier unterschiedlichen Autos mehr als 120.000 Kilometer zurück. Das entspricht in etwa drei Erdumrundungen. Wie das geht? Der Schützling von Schumi-Manager Willi Weber ist nicht nur im deutschen Formel 3 Cup um die Piste gedüst. Er hat außerdem GP2 in Spanien getestet, fuhr ein Sportwagenrennen in Frankreich und ist seit Oktober Nationalfahrer für das deutsche Team in der A1-Länderserie. Und die rennt am anderen Ende der Welt in China, Malaysia, Indonesien, Neuseeland, Australien, Südafrika ... und, und, und.

Nico macht auch in den 600 PS-Boliden der GP2 eine gute Figur.

"Das ist schon cool", strahlt Nico Hülkenberg, "ich kannte vorher nur Deutschland und Europa. Jetzt konnte ich sehen, wie groß die Welt wirklich ist." Motorsport als Geografieunterricht. Hülkenbergs Highlights: "Nach dem Rennen in Taupo habe ich Urlaub in Neuseeland gemacht, bevor ich nach Australien geflogen bin. Ich hab am Strand gelegen und bin Jetski gefahren. Tolle Landschaft, absolut großartig!" Beeindruckt war er auch von Indonesien. "Das ist noch ein richtiges Motorsport-Entwicklungsland. Die meisten Leute kennen keine Rennautos. Da waren wir natürlich die absoluten Helden." Und Hülkenberg besonders: Denn der Blondschopf fuhr umso erfolgreicher, je weiter weg das Rennen war. In Neuseeland, Australien und Südafrika holte er sogar sechs Siege in Folge.

Im Juni 2006 fuhr Hülkenberg den Ligier JS49 auf Platz eins.

Der Lohn: Team Deutschland ist in der Tabelle fast uneinholbar weit vorn. Nachteil der ganzen Reiserei: Beim Wechsel zwischen Formel 3 (210 PS), GP2 (600 PS) und A1 (530 PS) kann der Rennfahrer schon mal durcheinander kommen. "Als ich vom GP2-Test zur A1 in Indonesien gekommen bin, habe ich das A1-Auto im GP2-Stil zuerst völlig überfahren", verrät der Rheinländer, "ich habe viel zu spät gebremst und stand die ganze Zeit quer." Noch zweimal darf Nico Hülkenberg jetzt für die A1-Serie um die Welt reisen. Nach den Rennen in China und BrandsHatch (GB) ist die Saison zu Ende. In der Formel 3 Euro Serie beginnt für ihn dann wieder der Ernst des Rennfahrer-Lebens. Aber wenn der 19-Jährige da genauso erfolgreich ist, wird er bestimmt bald wieder um die Welt reisen dürfen – vielleicht sogar mit der Formel 1.

Deutsche Post Speed Academy: Die Talente des Jahres 2006.

Hülkenbergs Nebenjob

Weitere sechs Termine hatte Nico Hülkenberg 2006 als Student der Speed Academy. Das Nachwuchsförderprogramm der Deutschen Post unterstützt sechs junge Renntalente mit jährlich 240.000 Euro. Im Jahr 2006 waren dies: Christian Vietoris, René Rast, Jens Klingmann, Tim Sandtler, Peter Elkmann und Nicolas Hülkenberg. Zusätzlich erhalten die "Speed Academiker" Lehrstunden in Sachen Fitness, Fahren, Technik und Medien. Hülkenberg kassierte 2005 und 2006 insgesamt 170.000 Euro.

Autor: Bianca Garloff

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