Nio ES8 (2018): Vorstellung, Innenraum

Nio ES8 (2018): Vorstellung, Innenraum, Preis, Reichweite

E-SUV: Chinese mit bayerischer Seele

Nio will mit dem ES8 den Elektro-SUV-Markt aufmischen. Das Besondere beim China-Riesen sind austauschbare Akkus. AUTO BILD hat die Infos!
Vorstellung: Chinese mit bayerischer Seele
Innenraum: Viele Bildschirme und ein animiertes Emoticon
Batteriekonzept: Akkuwechsel im ES8 in drei Minuten
Bestellen: Ausschließlich per Smartphone-App bestellbar
Technische Daten und Preis: Allradantrieb und 355 Kilometer Reichweite
Nio will mit dem rein elektrischen Fünf-Meter-SUV ES8 die Konkuurenz um Tesla Model X & Co. alt aussehen lassen. Auto soll zum mobilen Lebensraum inklusive animierten Assistenten werden. Und ein Batteriewechsel, der in drei Minuten vollzogen ist, soll die Angst vor mangelnder Reichweite beenden.

Vorstellung: Chinese mit bayerischer Seele

Mit 3,01 Metern Radstand steht der ES8 sehr breitbeinig da. Dadurch wirkt der Wagen länger als knapp fünf Meter.

Alleine die Außenmaße des Nio ES8 sprechen für sich: über fünf Meter Länge, rund zwei Meter Breite und 3,01 Meter Radstand. Das E-SUV geizt nicht an den Außenmaßen. Die Front wird von einem großen Kühlergrill dominiert, die Scheinwerfer sind extrem schmal und eigentlich nur noch Lichtschlitze. An der Seite fällt eine Crossover-typische Silhouette auf, die dem langen SUV eine sportliche Note bringt und ein wenig an Volvo erinnert. Die Türgriffe sind, wie bei Tesla, in den seitlichen Blechen versenkt. Am Heck finden sich LED-Rückleuchten die dreidimensional ausgeformt sind und sich weit in die Heckklappe ziehen. Designt wurde das Nio-SUV im eigenen Design-Studio in München. So möchten die Chinesen den Spagat zwischen dem extravaganten asiatischen- und dem konservativen europäischen Design schaffen. Der ES8 beherrscht dank des neuesten Mobileye EyeQ4-Chips und 23 Sensoren autonome Fahrfunktionen wie den Stauassistenten und erreicht angeblich das EuroNCAP-5-Sterne-Sicherheitsniveau.

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Innenraum: Viele Bildschirme und ein animiertes Emoticon

Der Innenraum erinnert an Tesla. Die großen Bildschirme dienen der Information.

Einen klassischen Tacho gibt es im Nio ES8 nicht mehr. Er wird durch einen hochauflösenden Touchscreen ersetzt. Das große Lenkrad ist unten abgeflacht und erlaubt durch Tasten die multifunktionale Bedienung des Fahrzeugs. Die Lüftungsdüsen sind länglich in das Armaturenbrett integriert und mit Chromleisten verziert. Mittig auf das Armaturenbrett gesetzt, findet sich ein großer Touchscreen zur Bedienung des Infotainments. Darüber lassen sich auch die Farbe des Ambientelichts einstellen. Der Beifahrer erhält optional einen Komfortsitz (Massagefunktion und Sitzbelüftung inklusive), der sogar eine ausklappbare Fußstütze bietet. Auf dem Armaturenträger findet sich das größte Alleinstellungsmerkmal im ES8: Nomi (gesprochen: Know Me), der persönliche Assistent im Nio, hinter dem sich eine künstliche Intelligenz verbirgt. Optisch ist Nomi ein rundes Display, auf dem digitale Augen eingeblendet werden, die verschiedene Emotionen ausdrücken können. Der virtuelle Helfer soll später auch auf die Gemütszustände der Insassen eingehen können. Ob diese Spielerei auch in Deutschland verbaut ist, ist noch nicht bekannt. Der Nio bietet Platz für sieben Insassen. Das Ausstellungsfahrzeug ist mit Leder ausgestattet.

Batteriekonzept: Akkuwechsel im ES8 in drei Minuten

Mit einer Wechselstation lässt sich das Batteriepack des ES8 in nur drei Minuten wechseln.

Besonderer Clou im Nio: Die Akkus können an einer Wechselstation innerhalb von drei Minuten ausgetauscht werden. Die Vorrichtung, um diese Herzverpflanzung durchzuführen, soll in lediglich 18 Stunden aufgebaut sein und bei Bedarf auch vergrößert werden. 70 Autos können so pro Tag mit vollen Akkus versorgt werden. Und über Nacht werden die Batterien wieder aufgeladen. Etwa 2000 Ladezyklen soll so eine Batterie verkraften, das kommt einer Lebensdauer im Auto von gut sechs Jahren gleich. Danach sollen die Akkus als Energiespeicher genutzt werden. Da diese Wechselstationen innerhalb eines Tages aufgebaut sind, kann das chinesische Start-up flexibel auf einen gestiegenen Bedarf an Ersatzakkus reagieren. Nio bekräftigt, dass das System sicher sei. Das ist auch nötig, denn wenn Lithium-Ionen-Batterien in Flammen aufgehen, ist der Kollateralschaden fast unvermeidbar. Bis zum Jahr 2020 soll es 1100 Wechselstationen geben.

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Und das China-Start-up hat noch eine Tank-Lösung parat: Ein mobiler E-Tanklaster soll im Notfall innerhalb von zehn Minuten die Akkus mit Strom für eine Reichweite von 100 Kilometern füllen.

Bestellen: Ausschließlich per Smartphone-App bestellbar

Geordert wird der ES8 übrigens per Handy-App: Zunächst muss eine Anzahlung geleistet werden, um sich in die Schlange der Kaufinteressenten einreihen zu können. Erst wenn der Vertrag unterzeichnet ist, wird das Auto produziert. So bleiben die Kosten für Nio gering. Sobald die Anzahlung geleistet wurde, kann man sich übrigens ein ES8 für eine Probefahrt bringen lassen oder selbst zu einem Nio- Store gehen. Die sollen in ganz China aus dem Boden sprießen, in Peking gibt es bisher zwei, einer davon auf der Pracht-Einkaufsmeile. In den Räumen befand sich früher ein Audi-Flaggshipstore. Wenn das mal nicht tief blicken lässt.

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Technische Daten und Preis: Allradantrieb und 355 Kilometer Reichweite

Nomi ist der persönliche Assistent im Nio ES8. Das digitale Emoji reagiert auf seine Mitfahrer.

Stehen die Batterien voll im Saft, soll der ES8 rund 355 Kilometer weit kommen und in 4,4 Sekunden die 100 km/h schaffen. Dank 480 kW/652 PS und einem Drehmoment von 840 Newtonmetern keine überraschenden Werte. Vier E-Motoren teilen sich die Leistung auf und sorgen so für einen Allradantrieb. Mitte 2018 soll der ES8 auf den Markt kommen und rund 448.000 Yuan (57.781 Euro) kosten. Wenn man die Batterien für 1280 Yuan (165 Euro) pro Monat least, sind es 100.000 Yuan (12.897 Euro) weniger. Die umfangreich ausgestattete "Founder's Edition", von der nur 10.000 gebaut werden, ist für 548.000 Yuan (70.678 Euro) zu haben. Produziert wird das SUV bei JAC in Hefei. Geplant sind 50.000 Stück pro Jahr, mit Doppelschichten sind es 100.000, und bei Bedarf kann auch diese Zahl noch gesteigert werden. Frühestens in drei Jahren soll der ES8 nach Europa kommen.

Nio ES8 (2018): Vorstellung, Innenraum


Autoren: Wolfgang Gomoll, Andreas Huber

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