Nissan 350Z Roadster

Nissan 350Z Roadster Nissan 350Z Roadster

Nissan 350Z Roadster

— 26.09.2003

Her mit dem offenen Z!

Während wir gerade erst das 350Z Coupé begrüßen dürfen, sind die Amerikaner bereits im Cabrio unterwegs. Doch Nissan zögert noch mit dem Export.

Ein Japaner als Sexsymbol

Nissan kann stolz sein! Amerikanische Zeitschriften haben den 350Z in den USA mit Auszeichnungen überhäuft: "Automobil des Jahres", "der Auffälligste", "bester Sportwagen" und so weiter. Während sich die Fachzeitschriften auf Technik und Fahrleistungen stürzten, brachte es die Frauenzeitschrift "American Women" auf den Z-Punkt: "Größter Sexappeal in seiner Klasse!" Ein seltenes Ereignis: ein Japaner als Sexsymbol. Aber jetzt müssten die Damen erst recht aus dem Häuschen sein: Sexy Z gibt es in den Vereinigten Staaten nun sogar oben ohne.

Subjektiv mögen wir über diese Ansätze weiblicher Hysterie lächeln, objektiv meinen wir: Den wollen wir auch! Weil erstens offene Versionen sportlicher Coupés grundsätzlich eine Bereicherung sind, zweitens uns bereits das Coupé überzeugt hat und wir drittens den Roadster in den USA mit Freude gefahren sind.

Die technischen Daten sind fast dieselben wie beim Coupé: V6, 280 PS, in 5,9 Sekunden von null auf 100 km/h, bei Tempo 250 abgeregelt. Das Cabrio ist nur etwa 20 Kilo schwerer als das geschlossene Pendant und ein paar Millimeter höher.

Oberkante Tür auf Höhe Unterkante Kinn

In den USA gibt es ihn in zwei Ausführungen: "Enthusiast" (umgerechnet 30.400 Euro) mit elektrischen Sitzen, fest stehendem Windabweiser, automatischem Dach. Die "Touring"-Version (33.400 Euro) hat zusätzlich ein 240-Watt-Bose-Soundsystem und beheizbare Ledersitze. Beide kommen mit Sechsganghandschaltung, Fünfgangautomatik kostet Aufpreis.

Im Gegensatz zur Europa-Basisausgabe besitzen die Wagen kleinere Tanks und 17- statt 18-Zoll-Räder sowie andere Fahrwerkabstimmungen. Wobei Nissan erst in Kürze entscheidet, ob der Roadster auch zu uns kommt. Lassen wir uns trotzdem hineinplumpsen in unseren handgeschalteten "Enthusiast" – und wir plumpsen tief. Erstes Gefühl: wie in Abrahams Schoß – sicher aufgehoben dank viel schützendem Material drumherum.

Bei einem korrekt sitzenden, rund 1,80 Meter großen Fahrer mit halbwegs intakter Wirbelsäule befindet sich die Oberkante der Tür etwa in Kinnhöhe, dank tiefer Sitzposition und weit hochgezogenem Türrahmen. Das hinterlässt – auch bei größeren Menschen – einen wohligen Eindruck, zumal das gesamte Platzangebot für die zwei Insassen üppig ist.

Nackt und sexy in 20 Sekunden

Das Dach wird mit einem mittig sitzenden Zentralgriff entriegelt, dann suchen wir den Schalter für die Dachautomatik. Der sitzt ungewöhnlich und ergonomisch ungünstig: links unterm Armaturenbrett, genau neben dem ESP-Knopf. Innerhalb von 20 Sekunden verschwindet das Stoffdach samt beheizbarer Heckscheibe unter einer festen Klappe, die formschön mit zwei Spider-Buckeln verziert ist, und gibt damit die verkleideten Überrollbügel frei. Fenster runter – los geht's.

Das Schönste am luftigen Z: Jetzt können wir den Soundmix aus Maschine und Auspuff pur genießen – nun ist die Kraft auch für die Insassen ungefiltert hörbar. Cruising-Fans, die gerne lässig den linken Arm über die Tür baumeln lassen, werden aber sofort schmerzhaft an die erste zu große Freundin erinnert. Da tat es auch immer ziemlich schnell in der Schulter weh, wenn man beim Spazierengehen versuchte, den Arm locker um ihren Hals zu legen ...

Also, linken Ellenbogen nicht in den Fahrtwind strecken, aber den rechten (nackten) auch nicht zu lange auf der Mittelarmlehne parken – die ist leider so hart, dass auch das bald schmerzt. Sei's drum, beide Hände am Lenkrad ist sowieso die beste Methode, um diese 280-PS-Rakete sicher zu beherrschen. Denn die ist in der offenen Version ebenso bissig und bullig wie das Coupé. Auch der Roadster besitzt eine stabilisierende Domstrebe, und wie beim Coupé wackelt, zittert und klappert nichts. Die Sitze sind angenehm geformt, die Gurtführung geändert, damit die Lebensretter nicht flattern.

116 Liter, mehr passt nicht rein

Übrigens: Freunde windgestylter Frisuren werden beim Offenfahren enttäuscht, Anhänger gepflegter Fassonschnitte erfreut sein. Die tiefe Sitzposition und das fest eingebaute Windschott sorgen für wenig Verwirbelungen und weitgehend zugfreies Fahren. Viele Hüte passen sowieso nicht in den Kofferraum: Bietet das Coupé noch akzeptable 235 Liter Platz, schrumpft der Stauraum beim Roadster auf recht magere 116 Liter.

Trotzdem: In den Vereinigten Staaten wird der offene Sportler bestimmt dazu beitragen, den bisherigen Marktanteil von überzeugenden 35 Prozent weiter zu festigen oder auszubauen. Wir sind gespannt, welchen Titel sich "American Women" für die Oben-ohne-Variante ausdenken wird.

Technische Daten • V6, vorn längs • 4 Ventile je Zylinder • Hubraum 3498 cm3 • Leistung 206+ kW (280 PS) bei 6200/min • maximales Drehmoment 363 Nm bei 4800/min • Hinterradantrieb • Sechsganghandschaltung • Doppelquerlenker vorn, Multilenker hinten • innenbelüftete Scheibenbremsen rundum • Reifen 225/50 R 17 vorn, 235/50 R 17 hinten • Räder 7.5 x17 vorn, 8 x17 hinten • Länge/Breite/Höhe 4302/1815/1328 mm • Radstand 2650 mm • Leergewicht 1555 kg • Kofferraum 116l • Tank 75 l • 0–100 km/h in 5,9 s • Höchstgeschwindigkeit 250 km/h

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