Nissan 350Z von ORC

Nissan 350Z von ORC Nissan 350Z von ORC

Nissan 350Z von ORC

— 06.09.2006

Lach-Muskeln

Dieser potente Nissan 350Z von ORC strapaziert Zwerchfell und Halsmuskulatur gleichermaßen. Wenn der 550 PS starke Nippon-Renner in Schwung kommt, drückt er seine Passagiere in die Sitze und Freudentränen in ihre Augen.

Schon beim Lesen der beteiligten Tuner schnalzt man mit der Zunge: Unter der Regieführung von Kupplungshersteller ORC legten namhafte japanische Veredler wie Top Secret, Bravery, Rays Engineering, Project µ, Obayashi Factory und Maziora Hand an diesen Augenschmaus. Widebody-Kit, extreme Verspoilerung, Luftfahrwerk und ein 550 PS starker V6 mit Twincharger-Technologie (Kompressor und Turbo) sind nur ein paar der Leckerbissen, die der wuchtige Nissan zu bieten hat.

STYLING

Für ORC gab es beim Design nur eine mögliche Richtung: so extrem wie möglich. Man orientierte sich dabei am D1-Drift-350Z von Top Secret. Ein brutal breiter GT 300 Widebody-Kit pustet den Sportler auf Show-Car-taugliche Maße. Besonders die verlängerte Frontschürze und die Seitenkiemen vor den Türen verraten, welche Kräfte unter der Haube schlummern.

Alles in Maßen? Davon scheint Tuner ORC nicht viel zu halten.

Diese musste ebenso umfangreiche Umbauarbeiten über sich ergehen lassen. Um dem hoch liegenden Kompressor Platz und Atmungsluft zu verschaffen, thront auf der Haube ein riesiger Lufteinlass, der an amerikanische Muscle-Cars erinnert. Die brütend heiße Motorwärme wird durch zwei kleinere Luftauslässe wieder abgeführt. Hinten drückt ein GT-Spoiler aus leichtgewichtigem Carbon den Nissan auf die Straße. Unterstützt wird er von einem ebenfalls aus Carbon entwickelten Diffusor, der den 350Z fest an den Asphalt saugt.

Nachdem die optische Kraftkur gelungen war, tauchte ORC ihren Vorzeige-Racer in eine Maziora-Flip-Flop-Farbenpracht mit zusätzlichen Airbrush-Motiven. Je nach Lichteinfall und Winkel schimmert das Coupé in Perlweiß, Mintgrün oder leichtem Blau. Besonders die ausgestellten Karosseriebereiche kommen so gut zur Geltung. Immer wenn der Nissan steht, wird er von staunenden Massen umzingelt. Man muss also nicht mal den Zündschlüssel drehen, um mit der breiten Flunder Aufsehen zu erregen. Zum motorischen Muskelspiel aber später mehr.

INTERIEUR

Wer's kann, der erlebt hier Fahrspektakel erster Güte.

Freude kommt nicht nur bei begeisterten Passanten auf. Fahrer und Beifahrer schlüpfen in lederbezogene Bride Sitze, die sie auch bei höchster Drift-Schräglage im Sattel behalten. Am abnehmbaren Key's Racing Lenkrad kann man die schönsten Kurbelorgien feiern. Aber auch für den Beifahrer ist jede Menge Spiel und Spannung an Bord. Das komplett umgeformte Armaturenbrett bietet passgenauen Unterschlupf für die serienmäßigen Instrumente, den gewaltigen Alpine Bildschirm samt Anlage sowie den Blitz Ladedruckregler mit Farbdisplay. Unter der Klimaanlage liegen die NOS-Schalter, die vier im Kofferraum montierte Tanks aktivieren.

Auf der Beifahrerseite sind sechs Blitz Anzeigen angebracht. Sie halten den Fahrer über wichtige Temperaturen und Drücke auf dem Laufenden. Pilot und Copilot sind darüber hinaus von zahlreichen im Cockpit verteilten Surround-Sound-Lautsprechern umzingelt. Zusammen mit einem großgeratenen Subwoofer pumpen reichlich Bässe das Adrenalin hoch, wenn der aufgeladene Sechszylinder gerade mal eine Pause einlegt.

MOTOR/CHASSIS

Druck von allen Seiten: Kompressor und Turbo machen Dampf.

Unter der luftigen Haube arbeitet eine wirklich leistungsstarke Power-Koalition. Kompressor und Turbo werkeln als sogenannter Twincharger im Doppelpack und sorgen für 550 PS und Drehmoment-Tsunamis. Bei niedrigen Touren tritt der spontan ansprechende Kompressor in Aktion und liefert Dampf im Drehzahlkeller. Lässt man die Nadel hochschnellen, schaltet sich der Kompressor ab und überlässt dem riesigen Turbolader das Feld. Derart bestärkt reißt der Nissan in jedem Gang geradezu linear nach vorne, brachialer Schub ist immer vorhanden. NOS steigert die Leistung nochmals um 100 PS und die Laune um ein Vielfaches. So könnte der Nissan auch als "Tricharger" durchgehen.

Und für den dazu gelieferten Sound könnte ORC auch Eintrittsgeld verlangen. Kompressor-Heulen, V6-Fauchen, Auspuff-Brotzeln, Turbo-Pfeifen und Wastegate-Schnattern ergeben eine einmalige Symphonie. Wir haben uns zwar zu ein paar Burnouts hinreißen lassen, doch liefern die Bridgestone-Pneus mit Hilfe der Nismo-Sperre eine hervorragende Traktion.

Burnouts, Drifts und Höllen-Sound: ein 350Z der Extreme.

Cusco Federn und das Luftfahrwerk von Roberuta machen jede Biegung zu einer neuen Ideallinie oder zum Driftschauplatz, je nach Gaspedalstellung.

Hinter den ultrageilen Volk Racing Felgen arbeitet vorne eine Bremsanlage von Project µ. 6-Kolben-Sättel pressen die Spezialbeläge unbarmherzig hart auf die geschlitzten Scheiben und verzögern den 350Z bei Bedarf brutal herunter. Solch beeindruckende Performance hinterlässt immer wieder ein Grinsen im Fahrergesicht. Wir können den ORC-350Z sogar als Heilmittel empfehlen. Lachen gilt ja als gesund!

Autor: Frank Wiesmann

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