Nissan 370Z Nismo (2015): Fahrertraining

Nissan 370Z Nismo (2015): Fahrertraining

— 29.07.2015

Driften lernen mit Nismo

Nissan bietet Kunden vom 370Z Nismo und Juke Nismo RS ein besonderes Schmankerl: einen exklusiven Fahrerlehrgang mit Drifttraining! Wir haben teilgenommen.

Es ist ein verlockendes Goodie. Wer einen Nissan 370Z Nismo (ab 46.350 Euro) oder einen Juke Nismo RS (ab 28.500 Euro) kauft, dem spendiert Nissan ein Fahrertraining inklusive Driftschulung von Drive & Fun. Was genau die Teilnehmer erwartet, haben wir uns auf dem Event am Prüfzentrum Boxberg angeschaut.
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Exklusive Veranstaltung: Das Fahrertraining ist nur für Besitzer von 370Z Nismo und Juke Nismo RS.

Bevor wir den Startknopf unseres 370Z Nismo drücken, geben uns die rennerfahrenen Instruktoren Dennis Eckl und Francesco Lopez Tipps zum Finden der richtigen Sitzposition. Für die optimale Kontrolle über das Auto sollte der Sitz so eingestellt sein, dass bei leicht angewinkelten Armen die Handgelenke oben auf dem Lenkradkranz liegen. Die Schultern sollten dabei die Sitzlehne berühren, die dafür beinahe senkrecht steht. Das sorgt dafür, dass man sich beim scharfen Bremsen nicht nach hinten aus dem Sitz schiebt, sondern den vollen Druck aufs Bremspedal bringt. Wichtig ist außerdem die Lenktechnik: Das Lenkrad wird mit beiden Händen auf der Viertel-vor-drei-Stellung gehalten. Vorteil: Nur so kann man den Lenkwinkel schnell in beide Richtungen verändern. Bei größeren Lenkbewegungen, zum Beispiel beim Gegenlenken im Drift, greift die unterliegende Hand um, so dass möglichst schnell wieder beide Hände am Lenkrad sind. Dieses Umgreifen kann man beim Einparken, Abbiegen oder im Stand üben.

Nissan 370Z Nismo (2015): Fahrbericht

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Die richtige Sitzposition und Lenktechnik ist geklärt und nach einer kurzen Aufwärmrunde im Slalomparcours geht es an die erste Übung: Bremsen und Ausweichen. Mit 120 km/h geht es auf eine quer zur Fahrtrichtung stehende Reihe Hütchen zu. Eine Ampel gibt das Zeichen zur Vollbremsung und Sekundenbruchteile später zeigt ein Pfeil an, ob man dem Hütchen-Hindernis links oder rechts ausweichen soll. Alles geht blitzschnell und erfordert Überwindung, denn das Bremssignal kommt gefühlt verdammt spät. Dann ist plötzlich Koordination gefragt: Der linke Fuß drückt die Kupplung, der rechte steht mit voller Kraft auf der Bremse, während das Lenkrad sanft bewegt werden will. Schließlich muss der begrenzte Grip des Reifens sowohl für das Bremsen als auch für das Ausweichen genutzt werden. Nach ein paar Durchläufen steigern wir das Tempo auf bis zu 150 km/h – bis das Bremsen sitzt.

Ausbrechendes Heck und die richtige Blickführung

Neben dem Driften stehen auch weitere Sicherheitsübungen auf dem Programm.

Nächste Übung – der Aufbau ist ähnlich: Wir fahren mit Landstraßentempo (80 bis 100 km/h) auf eine Hütchen-Reihe zu. Anstatt zu bremsen, was einem der Instinkt erstmal rät, lupfen wir vor dem Hindernis das Gas und lenken scharf ein. Das gewollte Resultat ist, dass der 370Z Nismo mit dem Heck ausbricht. So ein Verreißen der Lenkung wäre im echten Leben ein Fahrfehler, wie Instruktor Dennis Eckl zu bedenken gibt. Stattdessen sollte man dann lieber versuchen, vor dem plötzlich auftauchenden Hindernis wie in der ersten Übung kontrolliert zu bremsen und auszuweichen. Aber hier ist das Auskeilen der Hinterachse gewollt. Wir zwingen dem Auto unseren Willen auf, wir wollen, dass es quer kommt. Indem wir vom Gas gehen und einlenken, entlasten wir die Hinterachse und der Nismo dreht sich ein. Und schnell wird deutlich, dass die richtige Lenktechnik entscheidend ist. Wer zu spät gegenlenkt und nicht schnell genug umgreift, kann das pendelnde Hinterteil des 370Z nicht einfangen. Und selbst bei trügerisch sicheren 80 km/h ist man ohne die richtige Technik (und ausgeschaltetem ESP) nur noch Beifahrer. Entscheidend ist hier außerdem die richtige Blicktechnik, denn wir weichen unbewusst dorthin aus, wohin wir schauen. Deshalb: Immer am Hindernis vorbeigucken - auch wenn man dafür gegenlenkend durch die Seitenscheibe gucken muss.

Nissan Juke Nismo RS: Fahrbericht

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Die richtige Sitzeinstellung und Handhaltung sind wichtig für ein sicheres Driften.

Und genau das wollen wir jetzt kontrolliert machen: im Drift durch die Seitenscheibe gucken. Dafür hat das Team zwei bewässerte 180-Grad-Kurven aufgebaut. Mit rund 70 km/h geht es in die Kurve. Kurz vor dem Übergang von Trocken auf Nass nehmen wir Gas weg und lenken zackig ein. Resultat: Wie in der Übung vorher drängt das Heck des Nissan (mit ausgeschaltetem ESP) nach außen. Um diesen Impuls in einen beherrschbaren Drift zu verwandeln, muss jetzt alles rasend schnell gehen: ganz fix gegenlenken und mit vorsichtigem Gasgeben Schlupf an den Hinterrädern erzeugen, um den Driftwinkel zu bestimmen. Theoretisch ganz leicht. In der Realität harte Arbeit. Über ein Funkgerät gibt der Instruktor Dennis Anweisungen: "Gaaas!", "Gegenlenkeeen!". Hier ist ein Höchstmaß an Koordination gefragt. Nach einigen Durchläufen und Drehern stellen sich erste Erfolge ein und der Nissan macht das, was er soll: quer durch die Kurve fahren. Was für ein Erfolgserlebnis! Erkenntnis des Tages: Was von außen ruhig und gleichmäßig aussieht, erfordert hinterm Steuer enorme Konzentration, flinkes Lenken und einen extra sensiblen rechten Fuß. Ein kleines bisschen zuviel Gas oder einen Tick zu spät gegengelenkt, schon kegelt sich der Nismo raus. Aber auch daraus lernt man – und genau deshalb ist das Nismo-Fahrtraining so sinnvoll: Hier lernt man das, was das Fahren im Alltag sicherer macht und kann auf abgesperrter Strecke auch mal das Limit ausloten.

Nissan 370Z Nismo (2015): Fahrertraining

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Nissan bestätigte, dass auch im nächsten Jahr wieder Fahrertrainings für Nismo-Kunden angeboten werden. Genaue Termine folgen im Frühjahr 2016.

Autor: Peter R. Fischer

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