Nissan 370Z Nismo (2015): Fahrbericht

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Nissan 370Z Nismo (2015) im Test: Fahrbericht

— 10.07.2015

Feinschliff für den Puristen

Mit dem Facelift bekommt der 370Z Nismo mehr Komfort, bleibt aber immer noch ein puristischer Sportler. Hier der Fahrbericht in Nismos V6-Coupé.

Mit dem S-Mode des Getriebes gibt der 370Z eigenständig Zwischengas bei Schaltvorgängen.

Fast hätte es
keiner bemerkt. Im vierten Quartal bekam der Nissan 370Z Nismo ein Facelift und steht mit etlichen Neuerungen seit Anfang des Jahres 2015 beim Händler. Frisches Design, neue Sitze und aufgewertetes Interieur sowie überarbeitete Fahrwerksabstimmung an der Hinterachse liefern genug Gründe, sich den neuen Top-370Z für einen Fahrbericht vorzunehmen. Wie unsere erste Sitzprobe bereits zeigte, ist die 2015er-Optik mit neuem Spoiler-Paket stimmiger als beim Vorgänger und erinnert nun mehr an den großen Bruder GT-R. Nur den größeren Heckspoiler des alten Modells dürften eingefleischte Tokyo-Drift-Fans vermissen. Und um es gleich vorwegzunehmen, das ist auch schon der einzige Wermutstropfen beim Facelift. Ein anderes Manko nervte nämlich schon vorher: Warum verbaut Nissan diese Nismo-Auspuffanlage mit zwei gigantischen Rohren, wenn im Endeffekt nur ein dumpfes Brummen dadurch entfleuchen darf? Diese Brülltüten schreien geradezu nach einem infernalischen Abgaskonzert. Und dass es geht, zeigt das tiefe Grummeln beim Zwischengas. Genug gemault, kommen wir zum spaßigen Teil.
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Nissan 370Z Nismo: Vorstellung

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Immer noch puristisch, aber leiser 

Das Design der Frontschürze stellt optische Verwandschaft mit dem GT-R her.

Trotz des verhaltenen Klangs zieht der 3,7 Liter große V6 wie es nur ein Sauger kann. Dazu müssen allerdings mit einem beherzten
Gasstoß die 5000 Umdrehungen überwunden werden, damit es mit 371 Newtonmeter Drehmoment, also ordentlichem Druck, auf der Hinterachse zügig vorangeht. Wer die Nadel beherzt durch die Drehzahlanzeige jagt, um sich dem vorgegebenen Beschleunigungswert (0 auf 100 km/h) von 5,2 zu nähern, wird ab 8000 Umdrehungen mit einem rot blinkenden Lämpchen in der Tachoanzeige zum zügigen Schalten aufgefordert. Dabei darf man ruhig kräftig zupacken, schieben und ziehen, damit die sechs kurzen Schaltwege zügig zurückgelegt werden. Jeder Gangwechsel wird mit einem Klacken der Kupplung und einem Knacken des Getriebes quittiert – wie es bei Rennwagen üblich ist. Bei normalen Autos mutet es zwar seltsam an, aber beim 370Z Nismo gehört es einfach dazu. Er ist eben ein puristischer Sportler. Allerdings ist es im Facelift dank neuer Dämmung weitaus ruhiger. Kein Waschen von Dreck in den hinteren Radhäusern nervt wie beim Vorgänger und auch jenseits der 200 km/h kommen die lautesten Geräusche vom mitteilungsbedürftigen Fahrwerk. Wer also etwas über die Zustände deutscher Straßen wissen möchte, muss nur einen 370Z-Nismo-Fahrer fragen.

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Mehr Komfort und zum letzten Mal mit V6-Sauger

Im Nismo-Z leistet der 3,7-Liter-V6 344 PS und schickt maximal 371 Newtonmeter Drehmoment an die Hinterachse.

Ein richtiger Sportler wie der
Nismo muss eben auch ein richtig straffes Fahrwerk haben. Dafür liegt er mit seinen Walzen im Format 245/40 R19 vorne und 285/35 R19 hinten satt auf der Straße und lässt sich mit der direkten Lenkung schnell und präzise kontrollieren. Die neue Abstimmung der hinteren Dämpfer sorgt für mehr Ruhe im Heck. So lässt sich mit dem 344 PS starken Antrieb unangestrengt und zügig auf 250 und ein paar km/h mehr beschleunigen, ohne ein mulmiges Gefühl zu bekommen. Nur die mit Alcantara bezogenen Griffflächen des Lenkrads sollte man dann kräftig in die Hände nehmen, um nach etwaigen Erschütterungen durch den Straßenbelag schnell zu korrigieren. Die Sitzposition ist dank der neuen Recaro-Sportsitze tiefer und lässt den Fahrer so noch besser den 370Z Nismo kontrollieren. Genug Restkomfort ist trotz fest zupackender Seitenwangen für Langstrecken vorhanden. Außerdem profitieren lange Personen von der größeren Sitzauflage. Für die Bestnote in puncto Sitzposition fehlt jedoch nach wie vor eine Weiten-Einstellung des Lenkrads.
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Vielleicht zum letzten Mal mit Sauger-V6

Am Ende der Testfahrt zeigte der Bordcomputer einen Verbrauch von 14 Litern an. Ok, doch etwas mehr als die Werksangabe von 10,6 Litern. Allerdings hatten wir auch einige Vollgasabschnitte, um den kräftigen Saugmotor so richtig zu genießen. Vielleicht zum letzten Mal, denn der Nachfolger des 370Z (noch in der Planung) soll keinen V6 mehr bekommen – zumindest nicht in Europa. Hier wäre ein Vierzylinder-Turbo denkbar. Doch vorher dürfen wir uns noch auf den nächsten Sommer freuen, wenn vielleicht der 370Z Nismo Roadster kommt, der Anfang 2015 auf der Chicago Auto Show bereits als Studie vorgestellt wurde.
Technische Daten Nissan 370Z Nismo FL: 3,7-Liter-V6 Sauger • 344 PS bei 7000 U/min • 371 Nm bei 5200 U/min • 6-Gang-Schaltgetriebe • Hinterradantrieb • Vmax 250 km/h • 0-100 km/h in 5,2 s • Verbrauch 10,6 l/SP • CO2-Emission 248 g/km • Leergewicht 1496 kg • Preis ab  46,350 Euro • bereits im Handel
Robin Hornig

Fazit

Der 370Z Nismo bleibt auch mit dem neuen Modelljahr ein guter Sportler mit besonderem Charme und eigenem Charakter. Die Neuerungen machen ihn handlicher und komfortabler. Mit 46.350 Euro liegt er gut 1300 Euro über dem Vorgänger und ist knapp 13.000 Euro teurer als die Basisversion (328 PS), die für 33.600 Euro eigentlich schon genug Spaß liefert. Dafür gibt es beim 370Z Nismo noch ein Fahrertraining oben drauf, das sich absolut lohnt.

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