Nissan 370Z Nismo: Fahrbericht

— 11.06.2013

Erste Fahrt im 370Z Nismo

Der Nissan 370Z Nismo ist breiter, stärker und härter als das Serienmodell. Alles nur Show oder großer Wurf des hauseigenen Tuners? Diese Frage beantwortet der Fahrbericht.



Nach dem Juke Nismo kommt nun auch der 370Z Nismo nach Europa. Mit 16 zusätzlichen PS hat Nissan Werkstuner Nismo den 370Z sicherlich nicht revolutioniert. Dafür aber mit chirurgischen Eingriffen hier und dort an den richtigen Stellschrauben gedreht, um den 370Z Nismo zum neuesten Topmodell der sechsten Baureihe zu machen. Anders als in den USA und Japan, wo der 370Z Nismo bereits im Handel ist, wurde für den europäischen Markt das Fahrwerk neu abgestimmt. Wie sich der 370Z Nismo auf deutschen Straßen schlägt, klärt der erste Fahrbericht.

Video: Nissan 370Z Nismo

Frisierter Japaner

Das ist neu
Tiefer gezogene Frontschürze, Seitenschweller, dicker Heckspoiler und angedeuteter Diffusor sind ebenso wie die 19-Zoll-Räder mit Fünf-Speichen-Design und roten Bremssätteln serienmäßig. Spoilerlippe und ausgestellte Radhäuser machen den Nismo gegenüber dem Serienmodell knapp zwei Zentimeter länger und drei Zentimeter breiter. Trotzdem bleiben die knackigen Proportionen des Coupés erhalten. Im Cockpit zeichnet sich das Sondermodell durch rote Ziernähte, Alu-Pedalerie und ein mit Alcantara überzogenes Lenkrad aus. Der Bezug macht das dicke Steuer spürbar griffiger. Die Sportsitze bieten guten Seitenhalt, für Menschen über 1,85 Meter ist die Sitzposition allerdings zu hoch. Ebenfalls bekannt, aber nach wie vor clever: Das Anzeigen-Trio ist auf der Lenksäule montiert, wandert beim Einstellen mit.

Überblick: Alle News und Tests zum Nissan 370Z

Hinter der Klappe ist noch Platz: Der Kofferraum fasst 235 Liter.

So fährt er Das tiefkehlige Grollen des 3,7-Liter-Saugers ist eine Wohltat, weil er ehrlicher und satter klingt, als die vielen aufgeladenen Motörchen der Downsizing-Bewegung. Dank neuer Sportabgasanlage mit zwei im Durchmesser auf zwölf Zentimeter vergrößerten Endrohre wird der Abgasgegendruck um 30 Prozent verringert. Zusammen mit der optimierten Motorsteuerung leistet der V6 beim Nismo 344 statt 328 PS. Gleichzeitig stieg das Drehmoment von 366 auf 371 Newtonmeter. Dadurch klingt das Ansauggeräusch deutlich kerniger als beim Serien-370Z. Im unteren und mittleren Drehzahlbereich ist der Nismo einen Hauch bissiger. Der Beschleunigungswert soll sich laut Nissan um 0,1 Sekunden verbessert haben, liegt nun bei 5,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

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Gänzlich neu ist die Feder- und Dämpferabstimmung für europäische Straßen. Mit dem strafferen Fahrwerk liegt der 370Z Nismo auch noch bei abgeregelten 250 km/h satt auf der Straße. Dafür müssen im Cockpit harte Schläge bei Bodenunebenheiten in Kauf genommen werden. Nervig ist das ungefilterte Klimpern aufgeschleuderter Steinchen in den hinteren Radhäusern. Ohnehin ist die Kapsel des Nismo keine Wellnessoase à la BMW Z4 oder Audi TT. Hier ist der Fahrer noch richtig gefordert, muss mit Körpereinsatz Sportlenkrad und die zähe Sechsgang-Schaltung im Griff behalten. Dafür belohnt das Sport-Coupé mit einem guten Gefühl für die Straße, präziser Lenkung, stabiler Kurvenlage und mehr Motorsport-Feeling als in anderen Fahrzeugen dieser Preisklasse.
 

Hart, aber ehrlich: Der 370Z ist nicht weichgewaschen, erst recht nicht als Nismo.

Das kostet er Nachdem Nissan beim Facelift den Preis des 370Z um 6000 Euro gesenkt hat und das Einstiegsmodell ab 32.900 Euro zu haben ist, macht der Nismo mit 44.900 Euro einen ordentlichen Sprung. Anderseits kommt das nur als Coupé verfügbare Sondermodell bereits mit vielen Extras wie Navi, umfangreichem Optik-Paket und Leistungssteigerung. Dass es den Nismo im Gegensatz zur Serie nicht mit Siebengang-Automatik, sondern nur mit Sechsgang-Schaltgetriebe gibt, ist kein Nachteil: Die elektronische Drezahlsynchronisation passt beim Runterschalten die Drehzahl durch ein knackiges Zwischengasmanöver automatisch an. Das schaffen sonst nur Renn-Profis mit "Hacke-Spitze-Technik".

Technische Daten Nissan 370Z Nismo Motor V6-Saugmotor • Leistung 344 PS • 0–100 km/h 5,2 Sekunden • Spitze 250 km/h • Verbrauch 10,6 l SP • CO2 248 g/km • Preis 44.900 Euro.
Robin Hornig

Fazit

Nismo geht es nicht nur um die Show. Der hauseigene Tuner überträgt Erfahrungen aus dem Motorsport direkt und spürbar in den 370Z. Das Ergebnis ist hart, aber ehrlich. 44.900 Euro für 344 PS sind mangels sportlicher Alternativen nicht zu hoch gegriffen.

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Nismo Sportwagen



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