Reportage Nissan 4x4 Challenge

Reportage Nissan 4x4 Challenge 2006 Reportage Nissan 4x4 Challenge 2006

Nissan 4x4 Challenge

— 31.10.2006

Kunst-Stück

Staub und Schweiß statt Sommerfrische: Kletterkünste, Navigationskenntnisse und Fahrkönnen waren bei der Nissan 4x4 Challenge auf Sardinien gefragt.

"Ich bin so uffgeregt!", gesteht Iris Zogel (36) aus Düsseldorf, bevor sie beherzt das Gaspedal des Nissan Pickups durchdrückt und zum Speedtrack startet, einem Geländekurs, der auf Zeit und gemeinerweise nur mit Heckantrieb gefahren werden muss. Den Teilnehmern der Nissan 4x4 Challenge auf Sardinien wird nichts geschenkt, 15 "Tasks" sind zu bewältigen, und nur die besten vier kommen in die Endrunde nach Tunesien weiter.

Iris hat sichtlich Spaß an ihrer Aufgabe, was ungewöhnlich erscheint, denn die zierliche Frau ist hauptberuflich Künstlerin und beschäftigt sich mit Objektkunst und Land-Art-Skulpturen. "Ich hatte schon immer einen Hang zum Abenteuer", erklärt sie lachend, "ich fahre ja auch privat Motocross und bin schon mutterseelenallein mit einem alten Mitsubishi Sigma Kombi 15.000 Kilometer durch Australien getourt."

Luftig: In den Bergen müssen Zielpunkte angesteuert werden.


Doch es warten noch schwierige Prüfungen auf die 16 Teilnehmer. Der Älteste von ihnen zählt immerhin 49 Lenze. So muss ein schwerer Reifen durchs Unterholz auf die Ladefläche des Pickups geschafft und von dort ohne Bodenberührung gewechselt werden. "Der Quälfaktor war ganz schön hoch", schnauft Andreas im Ziel. Er weiß, wovon er spricht, denn der durchtrainierte 45-Jährige hat früher beim Bundesgrenzschutz gearbeitet. Kein Wunder, dass die Teilnehmer am Abend im Camp müde in ihre Zelte krabbeln. Auch der nächste Tag wird nicht leicht. Nach kniffligen Navigationsetappen müssen die Teilnehmer mit dem Patrol einen Trial bewältigen, dessen Schwierigkeitsstufe ungefähr der Fünf auf der Fünfer-Skala entspricht.

Wer da im Eifer des Gefechts vergisst, die Differenzialsperre einzulegen, hat schon verloren – denn eine Passage ist nur mit gesperrter Hinterachse zu schaffen. Danach treibt eine fiese Felsstufe, die man vom Fahrersitz aus nicht sehen kann, den Piloten den Schweiß auf die Stirn. "Alter Falter, das war knapp, aber gut", ruft Iris erleichtert, nachdem sie ihre Teamkollegen durch die engen Tore dirigiert hat. Erfahrung im Einweisen ist auch beim Blindtrial nützlich, denn der Fahrer hat die Augen verbunden und darf nur mit Zurufen durch die Tore bugsiert werden.

Anstrengend: Der Reifenwechsel von oben ist kein leichter Job.

Fast schwindelig wird den Teilnehmern, als sie dann mit offenen Augen sehen, dass sie als nächste Aufgabe eine meterhohe, fast senkrechte Wand hinaufklettern müssen. Und auch am letzten Tag wird den Abenteurern nichts geschenkt, unter anderem müssen sie einen festgefahrenen Pickup einen steilen Berg mit der Winde hinaufbugsieren. Die letzte Schwimmübung am Strand ist dagegen fast schon Erholung. Bei der Siegerehrung strahlt Iris: Sie hat das Kunststück geschafft, den vierten Platz erreicht und wird bei der Endrunde in Tunesien mit dabei sein. Dort winkt als Gewinn immerhin ein nagelneuer Pathfinder.

Autor: Luitpold Leeb

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