Nissan Almera 1.5 dCi acenta

Nissan Almera 1.5 dCi acenta Nissan Almera 1.5 dCi acenta

Nissan Almera 1.5 dCi acenta

— 18.03.2003

Französisches Herz

Den Diesel-Boom haben die Japaner verschlafen. Beim Nissan Almera hilft jetzt Mutter Renault mit einem 1,5-Liter aus.

Diesel-Direkteinspritzer mit 82 PS

Mit Dieselmotoren hatten Japans Autobauer bislang wenig im Sinn. Für sie waren das Exoten aus Europa. So unbedeutend, dass sie es für unnötig hielten, eigene Aggregate zu entwickeln.

Was für ein Fehler, denn der Diesel boomt ohnegleichen. Besonders in der Kompaktklasse, wo laut Kraftfahrtbundesamt bereits 40 Prozent aller Neuzulassungen mit Selbstzündern fahren. Wer da nichts zu bieten hat, steht schnell im Abseits.

Um nicht dort zu landen, legt jetzt Nissan beim Facelift des Almera nach. Mangels eines eigenen Diesels bedienen die Japaner sich bei Konzernmutter Renault. Eine gute Wahl, denn die Franzosen haben moderne Common-Rail-Motoren im Regal. Wir kennen den 1,5-Liter-Direkteinspritzer mit 82 PS bereits aus Clio und Mégane, wo er uns gut gefallen hat, vor allem wegen seiner Laufruhe.

Laut, schlaff und hoher Verbrauch

Doch davon ist im Almera nicht mehr viel zu spüren. Das französische Herz schlägt nach seiner Transplantation unerwartet heftig. Zudem muss es erst auf Touren kommen, wird erst ab 2000 Umdrehungen richtig munter. Das bedeutet: relativ viel schalten. So kann der Renault-Diesel im Nissan nicht so recht überzeugen, zumal der Testverbrauch von 6,3 Litern auch nicht gerade glänzt.

Eine Kunst für sich ist die Bedienung von "N-Form" in der Mittelkonsole: Radio, Klimaanlage, Bordcomputer und Navigationssystem (ab April 2003 gegen Aufpreis) werden dabei mit den gleichen Tasten bedient. Diese Mehrfachbelegung soll alles vereinfachen – wir finden es eher gewöhnungsbedürftig.

Überrascht haben uns auch leichte Traktionsprobleme beim scharfen Anfahren oder in schnellen Kurven. Für Abhilfe könnte ein ESP sorgen. Doch das wird es erst ab April für den 1.8-Benziner, 2.2-Diesel oder die Ausstattungsvariante tekna geben.

Preis und Technische Daten

Ansonsten wirkt das Almera-Fahrwerk solide und gutmütig. Besonderes Lob verdient die kräftige Bremse (ABS und Bremsassistent serienmäßig). Schon nach 38,2 Metern steht das Auto aus Tempo 100 – ein guter Wert, der sich auch bei warmer Bremse wie bei längeren Bergabstrecken kaum verschlechtert. Das überzeugt genauso wie der akzeptable Preis von 16.430 Euro für den dreitürigen Almera mit acenta-Ausstattung.

Fazit Das Facelift ist gelungen, die Herztransplantation überzeugt dagegen nicht so ganz.

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