Nissan Almera (1995-2000)

Gebrauchtwagen Nissan Almera Gebrauchtwagen Nissan Almera

Nissan Almera (1995-2000)

— 25.02.2002

Gut gewartet

Trotz solider Qualität verkaufen sich gebrauchte Nissan Almera nur mäßig.

Motor und Karosserie

Ist der Werbespot am mäßigen Almera-Verkauf schuld ? "Dieses Auto will man Ihnen nicht gönnen", so die damalige Werbebotschaft. Oder doch das langweilige Design? Wie dem auch sei, der Absatz ist mäßig, trotz Modellpflege vor einem Jahr. Und auf dem Gebrauchtwagenmarkt sieht es für den Almera auch nicht besser aus. Der Sunny-Nachfolger ist wenig gefragt und wartet nicht selten wochenlang auf Kundschaft - die seine Qualität meist nicht erkennt. Denn mit drei Jahren Garantie bis 100.000 Kilometer und anspruchsloser Technik ist der Almera als Alltagsauto eine Top-Empfehlung.

Das sollte vor allem für die korrosionsbeständigen Stahlbleche gelten. Unser 96er-Testmodell wirkte an Rahmen und Karosserie entsprechend solide. Doch vor allem an den Schnittkanten der Achsträger zeigten sich braune Spuren. Die hatte der Händler vorm Verkauf notdürftig mit schwarzer Farbe besprühen lassen. Auch der Auspuffendtopf war mit Silberfarbe angehübscht worden.

Das hatten Motor und Getriebe nicht nötig, die sich als so trocken wie altes Brot erwiesen. Das 75-PS-Maschinchen (1.4) ist trotz wenig Temperament die beliebteste Version und lässt sich mit sieben bis acht Litern Super fahren. Nicht besser oder schlechter ist der gleich starke 2,0-Liter-Diesel. Nur er hat einen Zahnriemen, der nach 90.000 Kilometern oder alle vier Jahre gewechselt werden muss. Ebenfalls noch sparsam, aber deutlich drehfreudiger ist der 1,6-Liter mit 90 PS. Allerdings fehlt ihm ab 4500 Touren der rechte Biss. Auch wenn es unglaublich klingt, aber der GTi mit zwei Liter Hubraum wirkt nicht viel aufregender. Zwar packen seine 143 PS schon kräftiger zu, doch entwickeln sie angesichts der Leistung eher das Temperament von Brauereipferden als von Vollblütern.

Technik und Qualität

Da verwundert es besonders, dass am 1,4-Liter-Testwagen nach rund 30.000 Kilometern die Vorderreifen deutlich am Limit ihrer Profiltiefe angekommen sind. Auch Vergleichsmodelle zeigten nach dieser Laufleistung starken Verschleiß, wie sie sonst nur bei extremer Motorisierung oder sportlicher Fahrweise zutage tritt. Ungewöhnlich, denn insgesamt ist der Almera mehr ein Auto der Vernunft als der Emotionen: klares Cockpit, straffe Sitze und solides Kofferraummaß von 340 Litern im Kompaktmodell (größer als VW Golf III, kleiner als Opel Astra A). Auf der Punkteseite steht zudem der Sieg im AUTO BILD-Crashtest (1996) bei den Kompaktmodellen.

Weniger erfreulich sind dafür gelegentlich die Bremsergebnisse. Beim AUTO BILD-Test eines viertürigen 1,6-Liter-Modells kam der Almera erst nach 46,7 Metern aus Tempo 100 zum Stehen - der schlechteste Wert. Auch AUTO BILD-Leser Joachim Schulz beklagt bereits einen Ausfall: Vorn waren die Beläge verglast, hinten war die Bremswirkung kaum vorhanden. Erst nachdem sein Nissan-Händler hinten GTi-Beläge und vorn Klötze anderer Zusammensetzung einbaute, bremste sein Almera 1.6 wieder sicher.

So soll es sein, denn Zuverlässigkeit ist ein Almera-Markenzeichen. Dennoch sind die Preise flau: 95er bringen kaum den halben Neupreis, wer privat verkauft oder in Zahlung gibt, muss sogar mit noch mehr Verlust rechnen. Käufer brauchen da nur abwarten, um ein gutes Schnäppchen zu machen.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 9/95 Debüt des Sunny-Nachfolgers Almera (Typ N15) auf der IAA Frankfurt als Drei-, Vier- und Fünftürer. Nur zwei Benziner: 1.4/75 PS, 1.6/90 PS. Doppel-Airbag/Wegfahrsperre in Serie. Preis ab 20.995 Mark 6/96 weitere Motoren: 2.0 Diesel (75 PS) und 2.0 GTI (143 PS) 5/97 ABS für alle Modelle serienmäßig 8/97 Sondermodell "Sportline" mit tiefer gelegter Karosserie 10/97 Sondermodell "Magic" mit Klimaanlage und E-Fensterhebern 3/98 Modellpflege: Seiten-Airbags in Serie, neue Front- und Rückleuchten, anderer Kühlergrill, neue Ausstattungsnamen 2/99 Sondermodell "Salsa" mit Klimaanlage und Sportsitzen 3/00 Modellwechsel zum Almera Typ N16

Schwachstellen • Haubenschloss rostet gelegentlich und fängt an zu hakeln • Wegfahrsperren sperrten bei 98er-Modellen bisweilen den Fahrer aus • Türfangbänder quietschten oft bei den Dreitürern. Nissan rüstete eine Plastikverkleidung nach • Rost ist an der Karosserie kein Thema. Aber Auspuff, Hitzeleitbleche, Schnittkanten, Schrauben und Schellen sind meist angegriffen • Reifen sind überdurchschnittlich schnell verschlissen. An mehreren Modellen fanden sich nach rund 30.000 Kilometer Laufleistung nur noch geringe oder sogar unzulässige Profiltiefen • Seitenscheiben klappern gelegentlich, wenn sie einen Spalt geöffnet sind - die Führungen geben den Scheiben nicht genug Halt

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Nissan Almera LX 1.4, 55 kW/75 PS, Bj. 96. Nicht spottbillig, aber auf dem soliden Niveau der Golf-Klasse. Nur die Lichtmaschine fällt ein wenig aus dem Rahmen - wenn sie überhaupt kaputtgeht.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Bei unseren Hauptuntersuchungen zeigt sich der Nissan Almera unauffällig. Rost wurde bei 0,1 Prozent der Fünfjährigen beobachtet, der Durchschnitt hat in diesem Alter keine Korrosion. Besser als beim Durchschnitt aller geprüften Autos dieser Altersklasse sind die Werte für Achsen, Ölverlust und Beleuchtungsanlage. Bestnoten vergeben wir für Lenkungsspiel, Bremskraftregelung, Bremsschläuche und die Kraftstoffanlage der Drei- und Fünfjährigen." Rainer Fass, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Nissan Almera 1.4 (55 kW/75 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 85,96 Euro im Jahr/Euro 2 Testverbrauch: Werksangabe 6,9 Liter, gemessen 7,6 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (18/500 Euro SB): 935 Euro. Teilkasko (25/150 Euro SB): 162,66 Euro. Haftpflicht (16): 894 Euro (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 125 bis 250 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 50 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 800 Euro Verlust

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